Neue Hoffnung schöpfen

Dem Klinikum Kempten-Oberallgau ist es gelungen, in der gynäkologischen Abteilung eine fachübergreifende Einrichtung ins Leben zu rufen: Das Zentrum für Reproduktions-Medizin „KinderWunschKempten“. Das Ziel: Kinderlosen Paaren den größten Wunsch zu erfüllen – eigenen Nachwuchs zu bekommen. Der Projektleiter Prof. Dr. Ricardo Felberbaum sprach von einer „fachübergreifender Kollegschaft“.

Seit dem 1. Oktober existiert das neu eingerichtetes Zentrum für Reproduktionsmedizin in den Räumen in der Robert-Weixler-Straße. Eine wichtige und zeitgemäße Einrichtung im Rahmen der Gynäkologie und Andrologie. Ein unerfüllter Kinderwunsch führe manche Ehepaare nämlich oft vor weit reichende Entscheidungen und schwierige Probleme. Ab sofort besteht nun aber auch im Allgäu die Möglichkeit der Diagnose, der Behandlung und der Betreuung. Frauen zwischen 24 und 40 Jahren können mit einer 50 prozentigen Kostenübernahme durch die Gesetzlichen Krankenversicherungen rechnen bei der Invitro-Fertilisation (IVF), nicht bei der Kryokonservierung. Dr. Manfred Menninger von der Klinik in Memmingen erklärt, dass sich die Einrichtung auch an Männer mit Fertilitätsstörungen wende. Moderne Hodenbiopsien seien erfolgreicher und effektiver als die bisherige konservative Sammlung des Spermienmaterials. Sogar Männern, die keine Spermien produzieren, können unter Umständen mit Hilfe der Highttech-Medizin durch Biopsien Nachwuchs zeugen. Männer, die sich absehbar einer medikamentösen Behandlung unterziehen müssen, könnten außerdem etwaigen Folgebeeinträchtigungen bereits im Vorfeld begegnen. Ein spezielles Verfahren ermögliche es, menschliche Zellen in flüssigem Stickstoff reproduktionsfähig zu erhalten. So könnten auch Patienten mit ernsten Erkrankungen, Krebspatienten oder Menschen, die an organischen Schäden leiden, umfassender behandelt, betreut und in der Behebung der Kinderlosigkeit unterstützend therapiert werden. Das Klinikum arbeitet eng mit der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie zusammen, mit den Abteilungen Urologie, Biologie und der Pathologie. Kooperationspartner sind das Memminger Klinikum, für die psychosomatischen Komponenten wird das Bezirkskrankenhaus Kempten nach Bedarf hinzugezogen. Reproduktionsbiologe Edmund Kreuzer wies in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass zunächst die Fruchtbarkeit der beiden Partner geprüft werden müsse und unter Umständen durch die fachübergreifende Diagnostik und Behandlung unterstützt werden sollte. Prognostiziert werde beispielsweise für 36-jährige Frauen eine Erfolgsquote von 20 bis 23 Prozent nach der ersten künstlichen Befruchtung. Zur Zeit werden 55 Prozent aller Behandelten laut Statistik Eltern, die im Regelfall sonst kinderlos bleiben würden. Das sind immerhin geschätzte 15 Prozent der Bevölkerung, mit steigender Tendenz. Ohne Versuch aber bleiben sie zu 100 Prozent kinderlos, betont Prof. Dr. med. Ricardo Felberbaum, Leiter des Projektes und Chefarzt.

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