Am Klinikum Kempten Medizintechnik auf dem Niveau einer Universitätsklinik

Neue Hybrid-OP und Intensivräume

+
Begeistert von den neuen Intensiv- und Operationsräumen: (v.l.) Landrat Anton Klotz, OB Thomas Kiechle, Alt-OB Dr. Ulrich Netzer, der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikverbunds Kempten-Oberallgäu Gebhard Kaiser sowie Geschäftsführer Andreas Ruland; Dr. Christoph Schul (Neurochirurgie) und Prof. Dr. Georg Täger (Orthopädie- und Unfallchirurgie) informierten die Festgäste über moderne medizinische Bildgebung mittels eines robotergestützten Röntgenarms.

Kempten – Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren am vergangenen Freitag ans Klinikum Kempten gekommen, um einen Meilenstein der Weiterentwicklung am Klinikum Kempten zu feiern. Neben den neuen Intensivzimmern wurden hochmoderne Operationssäle, darunter ein Hybrid-OP eingeweiht und im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ den interessierten Bürgern aus der Region vorgestellt.

Kräftig investiert wird seit Jahren am Klinikum Kempten: Neue Parkhäuser für Mitarbeiter, Patienten und Besucher – Neubau der Radiologie und Notaufnahme – Funktionsgebäude für Innere Medizin und Herzkatheter und zu Beginn des Jahres wurde jetzt auch der Erweiterungsbau für den Operationsbereich und die Intensivstation fertiggestellt. Am vergangenen Freitag konnten sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein Bild davon machen, wohin die im Jahr 2016 investierten 19 Millionen Euro des Klinikverbunds Kempten-Oberallgäu (der Kreisbote berichtete) geflossen sind.

Der Geschäftsführer des Klinikverbunds, Andreas Ruland, blickte in seiner Begrüßung über die ökonomischen Fakten hinaus: „Unsere Aufgabe, man könnte auch sagen unsere Daseinsberechtigung, vor allem aber unsere Motivation ist es für unsere Bevölkerung in unserer Region, mit dem Schwerpunkt im Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten, aber auch für die umliegenden Regionen und den Touristen, eine qualitativ hochwertige und möglichst umfassende Gesundheitsversorgung vor Ort in unseren Einrichtungen anbieten zu können. Dafür sind wir da.“ Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Kaiser machte deutlich, dass die Erweiterung der Infrastruktur am Standort Kempten eine notwendige Konsequenz der „stetig steigenden Zahl an Patienten aus Kempten und dem gesamten Allgäu“ sei. „Die von Vertrauen geprägte Zusammenarbeit“ und „die qualitativ hochstehende klinische Krankenhausversorgung“ lobte Kemptens OB Thomas Kiechle und dankte allen MitarbeiterInnen am Klinikum Kempten.

Mit einer Portion Stolz zeichnete der ärztliche Direktor des Klinikums Kempten, Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, die Entwicklung am Krankenhaus im Kemptener Westen nach: „Der Westen leuchtet.“ Dieses Leuchten spiegelte sich in den Augen der Ehrengäste und der Besucher des Tages der offenen Tür wieder als sie die drei neuen OP-Säle und die sechs neuen Zimmer der Intensivstation zu sehen bekamen. Im Hybrid-Operationssaal beeindruckt ein Röntgengerät, das mittels eines Roboterarmes wie er in der Automobilindustrie zum Einsatz kommt, während der Operation hochauflösende Bilder von Gefäßen, Organen und Knochen bereitstellen kann. Mit diesem Niveau an Medizintechnik sind in Bayern nur wenige Universitätskliniken ausgestattet. Mehr Komfort und mehr Privatsphäre bieten die neuen Einzelzimmer der Intensivstation und da die Aufenthalte oftmals lang sind ermöglichen die großen Flachbildschirme einen Blick in die Welt außerhalb des Krankenhauses.

Am Tag der offenen Tür war aber nicht nur Staunen angesagt, auch mitmachen war möglich: Beim Team der Physiotherapie durften die Besucher eine entspannende Handmassage genießen und beim Reanimationstraining mit Defibrilator konnten die Gäste ihre Kenntnisse im Bereich der Herz-Lungen-Wiederbelebung auffrischen und ausprobieren. Das Team der Anästhesie demonstrierte – in Zusammenarbeit mit den Besuchern – verschiedene Methoden der OP-Einleitung (Narkose) und der künstlichen Beatmung. Und weil die tollste Technik ohne den kompetenten Fachmann bzw. die Fachfrau wertlos ist, präsentierten sich an diesem Tag auch die Schule für Medizinisch-technische Laboratoriumassistenten (MTLA) am Klinikum Kempten und die Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben an der die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz (OTA) durchlaufen werden kann.

Neue Hybrid-OP und Intensivräume am Klinikum Kempten

Stichwort "Hyprid-OP"

Das Besondere an einem Hybrid-Operationssaal ist, dass hier Diagnostik (Röntgenaufnahme) und Therapie (Operation) miteinander verschmelzen. Die beiden Schritte, die bisher meist nacheinander durchgeführt werden mussten, können nun parallel erfolgen. Gleichzeitig kann das Operationsteam während eines minimalinvasiven Eingriffs dank des hochauflösenden Röntgengerätes genauer navigieren als bisher. Auf großen Bildschirmen können sie exakt verfolgen, wo im Körperinneren sie sich mit ihren Geräten befinden. Zwei weitere Vorteile des Hybrid-OP’s: 1. Der Erfolg eines Eingriffs kann sofort überprüft und somit mögliche Folgeoperationen vermieden werden. 2. Die Strahlenbelastung für Patient und Operationsteam wird deutlich verringert.

Michael Schropp

Auch interessant

Meistgelesen

Video
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Parkettböden - Wohngefühl und Lebensqualität
Von Müll-Ansammlern und Müll-Verweigerern
Von Müll-Ansammlern und Müll-Verweigerern
Maria Profanter rühmt unsere Denkkraft in ihrer Ausstellung
Maria Profanter rühmt unsere Denkkraft in ihrer Ausstellung
Ankündigung eines Amoklaufs als "unbedachte Äußerung"
Ankündigung eines Amoklaufs als "unbedachte Äußerung"

Kommentare