„Wohnzimmer der Stadt"

Countdown zur Eröffnung des neuen Kempten-Museum läuft

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Kempten…Die Spannung steigt, der Druck von aussen wie Innen steigt, wie es erst neulich OB Thomas Kiechle bei einem Pressetermin vor Ort im Zumsteinhaus formulierte. Gemeint ist die nahe Eröffnung des neuen Stadtmuseums, das unter dem offiziellen Namen „Kempten-Museum im Zumsteinhaus" firmieren wird.

Noch wird auf allen drei Etagen gewerkelt und geschraubt und die Sprinter der Handwerker, die rund um das Zumsteinhaus parken, erscheinen wie eine Wagenburg, die sich um das neue Schatzkästchen Kemptens schützend formiert. Doch am 7. und 8. Dezember ist feierliche Eröffnung des Kempten-Museums, das „Wohnzimmer der Stadt" sein möchte. „Wir wollen ein aktiver und offener Ort sein, der die Geschichte der Stadt Kempten von den Römern bis in die Gegenwart lebendig präsentiert.", sagt die Museumsleiterin des Kulturamtes Dr. Christine Müller Horn bei einem Vorabbesuch der Kreisboten-Redaktion in den Räumen des Zumsteinhauses. „Alle Besucherinnen und Besucher sollen sich im altehrwürdigen Gebäude am Hildegardplatz willkommen fühlen.", betont es Frau Dr. Müller Horn. Und so ist das neue Kempten-Museum natürlich barrierefrei und ein Aufzug führt vom Keller-Kino im Untergeschoß bis in den 3. Stock hinauf, wo Seminare, Vorlesungen und museumspädagische Workshops stattfinden werden. Die rund 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche teilen sich auf in einen größeren Raum im 1. Obergeschoss, in dem das neue große Modell der Stadt Kempten im Maßstab 1:1250 ausgestellt ist und in neun kleinere Räume, die die Stadtgeschichte Kemptens in verschiedenen Themenbereichen und mit zum Teil erstaunlichen Artefakten, darstellt.

Herzlich willkommen!

Die Ausstellungsräume im Erdgeschoss ermöglichen eine kurzen Einstieg in die Geschichte Kemptens und der Gebrüder Zumstein, seinerzeit Stoffhändler und ursprüngliche Erbauer des Hauses. Im Jahr 1802 errichtete diese aus dem Aostatal stammende Kaufmannsfamilie mit dem französischen Namen „de la Pierre" (Übers.:„Zum-Stein") das bekannte Anwesen am heutigen Residenzplatz 31. Nun beherbergt das Haus ein modernes Stadtmuseum, das man zu recht mit dem Attribut „State of the Art" versehen kann. „Unsere Vorbilder bei der Konzeption des Kempten-Museum war national das Historische Museum Frankfurt und international gesehen vergleichbare Museen in England und den Niederlanden, die alle auf Interaktivität, Anschaulichkeit und Eingängigkeit setzen.", so Dr. Christine Müller Horn vom Kulturamt Kempten. Ebenfalls im Untergeschoss untergebracht sind ein Museumsshop und die Bewirtung der Besucher. Wer eintritt ins Kempten-Museum findet im Eingangsbereich rechts einen kleinen Museumsshop mit Kaffeebar und links einen behaglichen Salon zum Kaffee- oder Teetrinken. Serviert werden hierzu verschiedene Kuchen, Brezen und kleine Snacks. Der Museumshop gibt sich „brutal-lokal" – alle Produkte sind originär aus der Allgäu-Metropole.

3-D Modell der Stadt Kempten

Vom Erdgeschoss mit einem begehbarem Stadtplan der die wichtigsten Sehenswürdigkeit Kemptens mit animierten Modellen aufzeigt und auf kleinen Fernrohren Luftaufnahmen der Stadt zeigt, geht es über die bekannte, breite Treppe in die beiden Obergeschosse, die sich vertieft mit der Stadtentwicklung beschäftigen. Erreicht man den 1. Stock, steht der Besucher direkt vor dem Schmuckstück des Museums, dem rund 9 Quadratmeter großen 3-D Modell des heutigen Kemptens. Auf dieses Modell wird mit Hilfe von Beamern eine audiovisuelle Show, die die 2000-jährige Geschichte Kemptens abbildet, projiziert. Diesen historischen Abriss von der Zeit der Römer bis zur Gegenwart gibt es in einer 7 Minuten und eine 90 Sekunden währenden Fassung. In den Themenräumen Stadt Kempten, Markt, Glauben, Migration, Macht und Ohnmacht, Verkehr, Wohnungen, Freizeit, Gesundheit, Allgäuer Festwoche und Bürgerinnen und Bürger werden Schwerpunkte gesetzt und einzelne Aspekte des städtischen Miteinanders beleuchtet.

Kempten-Museum im Zumsteinhaus: Impressionen

 © fkn
 © Karl Jena
 © Sienz
 © Vedran Radosevic
 © Karl Jena
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 © R. Mayrock

Bürgerbeteiligung

Im neuen Kempten-Museum geht es aber nicht nur um die Geschichte, sondern auch um die Gegenwart der Stadt. Sie soll von den Kemptenerinnen und Kemptenern selbst erzählt werden. Die kennen sich mit Bürgerbeteiligung aus – erprobt in dem Projekt Stadtexpedition, verankert im Museums-Leitbild und aktiv gelebt in der Ausstellung. So lädt das Kempten-Museum die Kemptnerinnen und Kemptener dazu ein, eigene Objekte mit der dazu hinterlegten Geschichte in den Themenräumen des Museums auszustellen, denn so die Museumsleitung: „Was uns interessiert, sind die Geschichten hinter den Objekten und die Mitmenschen, von denen sie erzählen." Aber sogar mehr ist möglich: Im sogenannten Bürgerinnen- u. Bürgerraum können die Einwohner Kemptens ganze Ausstellungen mitgestalten oder Raum finden für ein eigenes Projekt, unterstützt vom Museumsteam. Auch das Zeigen eigener Filmproduktionen ist im Keller-Kino möglich. Schliesslich sollen sich im „Wohnzimmer der Stadt“ alle Besucherinnen und Besucher willkommen und angenommen fühlen. Unsere Fotostrecke zeigt Aufnahmen des Inneren des neuen Kempten-Museums und gibt einen optischen Vorgeschmack auf das neue „Schmuckkästchen" der Stadt.

Informationen kompakt:

Adresse und Kontakt: Residenzplatz 31, 87435 Kempten - Tel. 0049 (0) 831 2525 1790
Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag von 10 –18 Uhr
Der Eintritt ins Museum ist frei!
Das Museum ist barrierefrei.

Buchungen für Führungen, Kindergeburtstage, Workshops und die Veranstaltungen des "Bewegten Donnerstags" unter Tel. 0049 (0) 831 2525 369 oder museen@kempten.de.

Weitere Infos zur Dauerausstellung, zu den Mitmach-Angeboten und den Begleitveranstaltungen auf www.kempten-museum.de. Folgen Sie uns auch auf Instagram @kemptenmuseum und auf Facebook facebook.com/kemptenkultur

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