Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2016 vorgestellt

Erfolgreiches Arbeitsmarktjahr

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Maria Amtmann ist die neue Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Bei ihrer ersten Pressekonferenz ging es um die Verkündigung der Zahlen des Allgäuer Arbeitsmarktes 2016. Mit einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 3,1 Prozent gehört das Allgäu in puncto Beschäftigungsgrad zu den Top-Regionen Deutschlands.

Für die neue Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Maria Amtmann, ist ihre erste Pressekonferenz zur Arbeitsmarktentwicklung im Allgäu 2016 wahrlich keine große Herausforderung, gibt es doch fast nur hervorragende Zahlen zu verkünden.

Die Arbeitslosenquote lag erneut bei 3,1 Prozent, 11.200 Menschen waren arbeitslos gemeldet und die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse lagen im Allgäu mit seinen drei kreisfreien Städten und vier Landkreisen bei einem Allzeithoch von nominal 257.000 Beschäftigten.

Im Vergleich zum Vorjahr 2015 wuchs somit der Arbeitsmarkt um 5800 sozialversicherungspflichtige Stellen. An gleich fünf Monaten 2016 zeigte die Arbeitslosenquote im Allgäu eine „2“ vor dem Komma, was im Grunde einer Vollbeschäftigung gleich kommt. Somit zeigte sich der Arbeitsmarkt sehr robust und stabil. „Der Arbeitsmarkt im Allgäu gehörte auch 2016 zu den besten in ganz Deutschland. Unter diesen Voraussetzungen freue ich mich besonders auf meine neue Aufgabe als Leiterin der Agentur für Arbeit hier vor Ort im Allgäu“, sagt die studierte Juristin Maria Amtmann, die ihre Karriere im gehobenen Dienst der Kommunalverwaltung Erlangen begann und die zuletzt als Projektleiterin „Flucht und Asyl“ in der Regionaldirektion Bayern in Nürnberg beschäftigt war. Anerkannte Asylsuchende in Lohn und Brot zu bringen, auch für diese Aufgabe ist die anerkannte Arbeitsmarktexpertin, die zwischenzeitig als Verbindungsfrau zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Bayerischen Staatsministerium des Inneren eingesetzt war, ins Allgäu gekommen. „Die Integration von Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, weiß die gebürtige Fränkin allerdings aus Erfahrung zu berichten.

Entwicklung in den Wirtschaftsräumen

Auch in den vielen Teilregionen des Agenturbezirks zeigte sich der Arbeitsmarkt als ausgesprochen robust. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich in den Wirtschaftsräumen Kempten, Lindau und im südlichen Oberallgäu. Die Region Kaufbeuren wies ebenfalls mit einer Quote von 3,9 Prozent einen niedrigeren Wert auf als in den Vorjahren, obwohl die infrastrukturelle Anbindung weniger ideal ist als in Memmingen oder Mindelheim und auch dort, wie in Kempten, der Arbeitsmarkt unter der Schließung traditionsreicher Bundeswehrstandorte zu leiden hatte. Im Agenturbezirk führend war der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent. Lediglich in den Tourismusgebieten südliches Oberallgäu, Füssen und Bodensee kam es im Jahresverlauf bedingt durch saisonale Einflüsse zu stärkeren Verschiebungen.

Möglichkeiten für Junge, Probleme für Ältere

Für die jüngeren Arbeitssuchenden bot der Arbeitsmarkt im Allgäu auch 2016 optimale Möglichkeiten. Nur rund 1400 Jugendliche waren ähnlich zum Vorjahr zum Jahresbeginn ohne Beschäftigung. Den niedrigsten Stand erreichte die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen im Juni mit 1146 arbeitslos gemeldeten. Auch die Ausbildungssituation, respektive das Angebot an Ausbildungsstellen, stellte sich aus Sicht der jugendlichen Bewerber als nahezu ideal dar. Wieder standen mehr betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung als jugendliche Bewerber um einen Ausbildungsplatz. Pressesprecher Reinhold Huber von der Agentur für Arbeit: „Der Ausbildungsmarkt ist ein Bewerbermarkt. Es gibt mehr Angebote als Nachfrage.“

Weniger rosig stellt sich der Arbeitsmarkt allerdings für ältere Menschen dar, die im Alter von 50+ ein neues Beschäftigungsverhältnis suchen. Hier agieren die Unternehmen und Betriebe mit Neueinstellungen eher zurückhaltend. 40 Prozent aller Arbeitsuchenden befinden sich in dieser Altersgruppe. Rund 4300 Männer und Frauen im Alter von 50+ waren wie im Jahr zuvor bei den Vermittlern gemeldet. Zu dieser Problematik merkt die neue Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen an: „Gerade Arbeitsssuchende mit langer Berufserfahrung, einem gutem Qualifikationsstand, charakterlicher Festigung und persönlichem Engagement stellen eine durchaus sinnvolle Option hinsichtlich der Neubesetzung von Stellen dar.“

Migranten auf dem Arbeitsmarkt

Schwieriger stellt sich für die Agentur für Arbeit die noch „junge“ Herausforderung dar, anerkannte Flüchtlinge und Migranten in den Allgäuer Arbeitsmarkt zu vermitteln. Rund 650 Menschen aus dieser Gruppe waren 2016 im Allgäu sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die meisten im Tourismus oder dem Baugewerbe. Viele von ihnen verdienen ihren Lohn allerdings nur mit reinen Helfertätigkeiten, sei es weil eine notwendige Ausbildung oder ein Ausbildungsnachweis fehlt. Auch die häufig schlechten Sprachkenntnisse und eine andere Mentalität erschweren die Integration von anerkannten Flüchtlingen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt. „Oftmals ist es auch der Druck bei Betroffenen schnell Geld in die Heimat zu überweisen oder noch ausstehende Raten an Schleuser zu bezahlen, die dazu führen, dass lediglich schnell Helfertätigkeiten gesucht werden“, sagt Huber. Deshalb möchte man gerade bei den jungen unbegleiteten Flüchtlingen bewusst einen nachhaltigeren Weg gehen und diese über die Einbindung in das duale System in den Arbeitsmarkt überführen. Die jungen Flüchtlinge besuchen die Berufsschulen und lernen durch eine Art „Langzeitpraktikum“ das betriebliche Leben mit seinen Anforderungen kennen. Somit erhöhen sich die Chancen auf eine Ausbildung mit anschließender Integration in den Arbeitsmarkt.

Fazit

Die Gründe für die hervorragenden Zahlen des Allgäuer Arbeitsmarktes liegen nach Meinung der Verantwortlichen der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen im vielfältigen Branchenmix des Allgäus, dem in der Regel hohen Ausbildungsstand von Arbeitssuchenden und den unterschiedlichen Unternehmensgrößen von Klein-, Mittel- bis Großbetrieben. Ziel der Agentur für Arbeit wird es laut Amtmann und Huber sein, in diesem Jahr Menschen, die bereits im Arbeitsmarkt befindlich sind, weiter zu qualifizieren und sich mit Nachdruck um die Einbindung älterer Menschen und Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt zu bemühen.  Jörg Spielberg

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