Neue Möglichkeiten nutzen

OB Dr. Ulrich Netzer (v.l.), Harald Platz, Alfred Zendler, Vorsitzender Hans Schmid und Geschäftsführer Heinz Buhmann freuen sich zum letzten Mal über gute Zahlen. Foto: Dathe

Bereits am 29. März wurde während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins Kempten Regio Tourismus nach 28 Jahren beschlossen. Grund dafür war vor allem die organisatorischen und strategischen Veränderungen im heimischen Tourismus in den vergangen Jahren. Die Vereinsmitglieder waren sich bei der Mitgliederversammlung vergangene Woche mit großer Mehrheit einig, dass es sinnvoll sei künftig nur noch mit einer starken Tourismusorganisation zu agieren, dem städtischen Eigenbetrieb Kempten Tourismus und Veranstaltungsservice GmbH, erklärte Hans Schmid, erster Vorsitzender des Vereins.

1983 wurde der Verkehrsverein Kempten auch auf Wunsch und mit Unterstützung der Stadt Kempten gegründet, um zum einen die gesamte Tourismusregion Kempten einzubeziehen und zum anderen, um eine wirtschaftliche Tätigkeit zu ermöglichen. „Die Gründung des Vereines war für die Stadt vor 28 Jahren sicher ein Glücksfall“, erklärte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). „Über all die Jahre war der Verein ein wichtiger Partner einerseits für die Stadt und andererseits für die touristischen Leistungsträger. Die Bündelung aller touristischen Kräfte in einer Tourismusorganisation bietet künftig auch neue Chancen, die es zu nutzen gilt“, so Netzer weiter. Steigende Zahlen Darüber hinaus wies er auf eine äußerst positive Entwicklung aller touristischen Messgrößen im vergangenen Jahr hin. So habe sich die Zahl der ankommenden Gäste gegenüber dem Jahr 2009 um 6,1 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 4,1 Prozent erhöht. Auch der Tagestourismus habe sich verbessert, wenn auch die genaue Messung der Tagesreisenden schwer festzustellen sei. Grundsätzlich halte diese Entwicklung bereits sei mehreren Jahren an. Als Gründe hierfür sieht Netzer die verbesserte touristische Infrastruktur durch eine Vielzahl privater Investitionen, wie der bigBOX oder neue Angebote im Einzelhandel. Als zweiten Grund für die positive Entwicklung nannte das Stadtoberhaupt die zunehmend bessere „Inszenierung“ der Stadt. „Unsere Gäste, suchen nach erlebnisorientierten Angeboten in der Stadt. Und wer wäre besser dafür prädestiniert als Kempten mit seiner 2000-jährigen Geschichte“, stellte er fest. „Gespielte Stadtgeschichte, interaktive Führungen, die die Teilnehmer mit einbeziehen, oder auch eine individuelle Erkundung mit Audio-Guides stoßen auf große Resonanz“, so Netzer weiter. Außerdem lägen Städte- und Kulturtourismus in Deutschland derzeit allgemein im Trend. „Der Kempten Regio Tourismus wirkte im vergangenem Jahr bei der Entwicklung eines Tourismuskonzeptes für Kempten tatkräftig mit“, berichtete hingegen Vereinsvorsitzender Hans Schmid. „In diesem Rahmen wurde auch ein touristischer Arbeitskreis ins Leben gerufen, dem alle wichtigen touristischen Partner und Leistungsträger angehören.“ Dieser Arbeitskreis treffe sich regelmäßig, sodass auch künftig gewährleistet sei, dass touristische Projekte und Vorhaben gemeinsam geplant und umgesetzt werden. Zwei gute Beispiele seien hierfür der Anfang des Monats vorgenommenen Kemptener-Informations-Tag mit einer hervorragenden Resonanz und der Kemptener-Incoming-Tag für Reiseveranstalter und Busreiseunternehmen, der am vergangenen Wochenende stattfand. Betrieb läuft weiter Ein Verein wird allerdings nicht von heute auf morgen aufgelöst. Alle beschlossenen Tätigkeiten bis Jahresende werden auch noch weiter ausgeführt. „Broschüren, Kataloge und natürlich auch der Weihnachtsmarkt werden wie gewohnt auch im Jahr 2011 noch durch den Verein Kempten Regio Tourismus e.V. organisiert und durchgeführt“, bestätigt Schmid. „Mit einer Dauer von über drei Wochen, mit 70 Ständen und weit über 150 Einzelveranstaltungen im Rahmenprogramm ist der Kemptener Weihnachtsmarkt sicher der bedeutendste im gesamten Allgäu“, verkündete der Vereinsvorsitzende. Neben dem gesamten Rahmenprogramm sei natürlich das Erscheinungsbild des Weihnachtsmarktes von großer Bedeutung. Jedes Jahr wurde daher Geld in die Hand genommen, um neue Investitionen zu tätigen. Für 2011 sei eine Neugestaltung und Neuplatzierung der Bühne des Weihnachtsmarktes und damit eine Umgestaltung im Bereich rund um den Rathausbrunnen geplant. „Hierfür möchten wir die noch vorhandenen finanziellen Rücklagen des Vereines nutzen“, so Schmid. Trotz zunehmender Bedeutung des Internets für den gesamten touristischen Buchungsvorgang könne auf einen gedruckten Gästezimmerkatalog nicht verzichtet werden. In den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, dass die Nachfrage nach gedruckten Exemplaren eher wieder gestiegen sei, erläuterte Schmid. Mit dem Weihnachtsmarkt und dem Jahresende wird der Verein zum 31. Dezember endgültig aufgelöst.

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