Neue Räume für die Hochschule

In nur elf Monaten hat die Sozialbau die „Denkfabrik“ in der Bahnhofstraße errichtet und sie nun an die Hochschule übergeben. Foto: Matz

„Anlass zur Freude“ hatte Hochschul-Professor Dr. Robert F. Schmidt am Dienstag vergangener Woche. Grund war die Schlüsselübergabe für die „Denkfabrik“. In nur knapp elf Monaten hat die Sozialbau den „Bestellbau“ des Freistaats Bayern für die Hochschule fertiggestellt – pünktlich zum Beginn des Sommersemesters am 15. März. Entstanden ist der Bahnhofstraße nun ein moderner, viergeschossiger Neubau mit Platz für neue Hörsäle, Seminarräume und Büros. Insgesamt 7,25 Millionen Euro hat die Sozialbau dafür investiert.

Die Hochschule Kempten ist eine von fünf Hochschulen in Bayern, die im Zuge der Schaffung von 38 000 neuen Studienplätzen und für die Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs Mittel für die Anmietung eines neu zu errichtenden Hochschulgebäudes („Bestellbau“) bewilligt bekommen haben. „Ich freue mich, den ersten fertigwerdenden Bestellbau in der Übergabe zu erleben“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY), Ludwig Weichselbaumer. Die IMBY mietet die „Denkfabrik“ nun vorerst für neuneinhalb Jahre an und stellt sie der Hochschule zur Verfügung. In der kurzen Zeit von nur elf Monaten 7,25 Millionen Euro zu verbauen, war für die Sozialbau etwas besonderes, wie Geschäftsführer Herbert Singer betonte. In einer europaweiten Ausschreibung hatte das Kemptener Unternehmen den Zuschlag für den Neubau bekommen und in vielen Planungsdialogen auch die Innenausstattung mit den späteren Nutzern abgesprochen. „Wir haben quasi einen Maßanzug gefertigt für einen solventen Mieter“, so Singer. Neue Möglichkeiten Die Bedeutung der entstandenen neuen Räume für die Hochschule betonte Hochschul-Professor Dr. Robert F. Schmidt. „Wir wollen uns entwickeln und das Gebäude gibt uns die Möglichkeit dazu“, sagte er. 1300 Erstsemester, die zum Wintersemester erwartet werden, bezeugen, dass der Platz gebraucht wird. Und nicht nur die Studenten werden mehr, auch die Mitarbeiter und Professoren. „Allein 2011 sollen 20 neue Professoren und 15 neue Mitarbeiter kommen.“ Einziehen werden in die „Denkfabrik“ die neue Fakultät für Tourismus sowie Teile der Fakultät Maschinenbau, insbesondere Studierende, Professoren und Mitarbeiter des Studiengangs Lebensmittel- und Verpackungstechnologie. Ferner wird die Professional School of Business & Technology im neuen Gebäude untergebracht. Als nicht direkt Beteiligter „in diesem Spiel“ – die Stadt hat das Grundstück für den Bau zur Verfügung gestellt – blieb OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) eigenen Aussagen zufolge das zu tun, was ein OB öfter tun sollte: „Zur richtigen Zeit an den richtigen Fäden ziehen, sodass ein gutes Netz(er)werk entsteht.“ Allerdings sei die Tatsache, dass die Hochschule immer stärker werde, eine „entscheidende Standortfaktorrolle“ für das Allgäu. Mit Bergblick In einem Rundgang überzeugten sich die Anwesenden selbst von den „hellen schönen Räumen“ (Prof. Dr. Schmidt). Im Erdgeschoss sowie im 1. und 2. Obergeschoss werden große und kleine Hörsäle, Seminarräume und insgesamt 26 Büros untergebracht. Im 3. Stock zieht im April eine Anwaltskanzlei ein. Im vierten Obergeschoss errichtet die Sozialbau ein Dachgarten-Café/Restaurant mit großzügiger Dachterrasse und Rund-um-Bergblick in die Allgäuer Alpen. Die Gastronomie, die Mitte des Jahres eröffnen soll, wird aber nicht nur den Studenten und Hochschulmitarbeitern vorbehalten. „Sie ist grundsätzlich öffentlich“, sagte Singer. Zur Entlastung der Parkplatzsituation trägt der Bau der „Denkfabrik“ ebenfalls seinen Teil bei. Insgesamt entstehen neben dem Gebäude 90 neue Stellplätze.

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