Bahnhof Apotheke präsentiert offiziell ihre neuen Räumlichkeiten

"Schlappe 2000 Quadratmeter" mehr Platz

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Vor Betreten des Reinraumes ziehen auch Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller (l.) und Apotheker Dietmar Wolz (r.) die vorgeschriebene Haube und Mäntelchen über.

Kempten – Exakt auf den Tag eine Woche zuvor hatten 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahnhofapotheke angepackt und einige Abteilungen in die neuen Räume auf der gegenüberliegenden Seite der Kotterner Straße umgezogen (der Kreisbote berichtete). Vergangenen Samstag waren nach einer Besichtigungstour – in mehreren Gruppen – mit rund 100 geladenen Gästen und anschließender Podiumsdiskussion auch alle anderen Interessierten eingeladen, die Erweiterungsräume zu erkunden.

Das Herzstück bildet ein 14 Meter langer gläserner Steg über der Straße, der die beiden Gebäude miteinander verbindet – einmal zur Verkürzung der Laufwege, aber vor allem, um die von der Apothekenbetriebs- ordnung geforderte Raumeinheit zu schaffen. „Das Schöne ist, durch den Steg bin ich hier in der Apotheke“, wodurch die Herstellung von Kosmetik bis Arzneimittel möglich sei erklärte Dietmar Wolz beim Rundgang durch den „Reinraum“, in dem die deutschlandweit gefragten Aromamischungen – „wir beliefern jede zweite Apotheke in Deutschland“ und darüber hinaus, so Wolz – hergestellt werden und in dem Hygiene ganz groß geschrieben werden muss und wird, um die Produkte ohne Verunreinigung herzustellen. Wie Wolz betonte, „arbeitet hier ganz viel Mensch und wenig Maschine“ und die verwendeten Öle seien von so hoher Qualität, dass man sie auch zum Essen geeignet seien. Der Bereich sei ein „reiner Naturstoffsektor“, in dem kein Paraffin o.ä. verwendet werde. Neben dem Sortiment rund um die Schwangerschaft sei hier „das zweite große Standbein Palliativ“, mit Produkten für die Arbeit unter anderem in Hospizen.

Viel hat sich in den 30 Jahren verändert, seit Wolz die Leitung der Bahnhof-Apotheke übernommen hat. Heute gehören neben dem „normalen“ Apothekenbetrieb mit Rezeptur Bereiche wie Teeherstellung, Homöopathie, ein Kosmetikstudio, eine Kita, ein Schulprojekt, Buchhaltung, die Seminarverwaltung, dazu der Naturkost- laden PurNatur (im Erdgeschoss des Erweiterungsgebäudes) mit eigener Küche, Bistro und Laden und darüber hinaus ein eigenes Blumengeschäft in der Bahnhofstraße. Nicht zu vergessen natürlich die eigene Herstellung verbunden mit Kundenberatung, Bestellannahme, das Abfüllen der Produkte, Etikettieren und Versand. So sei der Platz für die aktuell 320 Mitarbeiter schlicht zu klein geworden und „die Apotheke jetzt um schlappe 2000 Quadratmeter gewachsen“, wie Wolz fast beiläufig bemerkte.

Vor rund sechs Jahren hatte es erste Planungsgespräche mit der Stadt gegeben, vergangenen Sommer war PurNatur in die neuen, erheblich größeren Räume umgezogen, nun folgt die Inbetriebnahme des ersten Obergeschosses mit Herstellung & Co. und das Kunden-Parkhaus auf der Rückseite der Kotterner Straße 78-80 soll diesen Sommer fertig werden.

Neben der Vergrößerung hatte Wolz bei den Planungen noch ein Ziel im Visier: sehr gute Arbeitsplätze zu schaffen. Die bewundernden Blicke und Kommentare der Besichtigungsgäste sowie ein bisschen Stolz in den Augen der Mitarbeiter lassen vermuten, dass ihm das auch gelungen sein dürfte – vor allem durch die Zusammenarbeit mit einem Akustikexperten. Diese fällt am stärksten in der Auftragstelefonie mit zwölf Arbeitsplätzen für die Bestellannahme und vier für Qualitätsmanagement ins Gewicht, wo es trotz Einräumigkeit keine störende Geräuschkulisse gibt. Viele Details, viel Ausstattung mit hochwertigem Holz... unter anderem 108 individuell höhenverstellbare Arbeitstische auf der Etage, die auch ein Arbeiten im Stehen ermöglichen, großzügige und helle Räume, ein „Marktplatz“ als Treffpunkt für die Angestellten, wo sie in den Pausen essen und sich austauschen können und wo auch die beiden Hahne für Kalt- und Warmwasser besonders sind: einmal kühles Trinkwasser, einmal einer für Tee, aus dem das Wasser gleich 100 Grad heiß sprudelt.

Genau wollte es MdB Dr. Gerd Müller, Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, wissen. Er löcherte Wolz von der Herkunft der für die Eigenprodukte verwendeten Öle bis zu der seines Anzuges – Fairtrade? Arbeitsbedingungen? – Themen, die im anschließenden Podiumsgespräch „Eine Welt – unsere Verantwortung“ richtig in den Fokus rückten.

Christine Tröger

Neue Räumlichkeiten der Bahnhofapotheke

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