Immobilienmarkt transparent

Neuer Grundstücksmarktbericht verschafft "sauberen" Überblick

Kempten – Alle zwei Jahre werden die Bodenrichtwerte fortgeschrieben.

Nun liegt die seit 2009 inzwischen sechste Auflage des Grundstücksmarktberichtes vor, um den Immobilienmarkt „sauber darzustellen“, wie Baureferent Tim Koemstedt im Haupt- und Finanzausschuss sagte. So werde der Bericht, der in der Branche wegen seiner „unabhängige Daten“ laut Baureferent Tim Koemstedt schon immer erwartet werde.

Ein Parameter seien die Verkäufe, die sich mit 727 im Jahr 2019 auch in den Jahren zuvor (bis 2017) auf einem „ähnlichen Niveau“ bewegt hätten. Als „Ausreißer“ nannte Koemstedt die Jahre 2015, mit über 1000 Verkäufen und noch etwas darüber 2012. Gegenüber dem Vorgängerbericht sei das Preisgefüge bei bebauten Flächen weitgehend unverändert, ebenso „bei den Forstflächen stabil geblieben“ und auch bei Gewerbeflächen habe es keine großen Veränderungen gegeben.

 Dagegen habe bei z.B. bei Einfamilienhäusern innerhalb von zehn Jahren „eine enorme Preissteigerung stattgefunden“, einen „Trend nach oben“ nannte Koemstedt auch bei Doppelhaushälften, für die „sehr hohe Preise bezahlt werden“, oder bei Reihenhäusern. Einen Eindruck der Preissteigerungen liefert der Vergleich für Wohnbauflächen, die 2011 noch für durchschnittlich 192 Euro pro Quadratmeter zu haben waren, 2019 für 429 Euro. 

„Es wird sich erst wieder entspannen, wenn große Baugebiete wie Halde Nord fertiggestellt sein werden“, prognostizierte Koemstedt. Dass sich die Preise innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt haben „ist gut für den, der verkauft“, aber nicht für die anderen unterstrich OB Thomas Kiechle die Mahnung von Josef Mayr (CSU): Es sind interessante, teilweise erschreckende Zahlen“, für Leute die Bauen wollen und suchen. 

Es werde eine zunehmend „ganz schwierige Geschichte für Viele, an diesem Geschehen noch teilzunehmen“, deshalb müsse man darauf achten, „dass die Schere nicht noch weiter aufgeht“. Im bundesweiten Vergleich seien die Preise in Kempten noch „moderat“, so Koemstedt, im Allgäu aber „eher an der Spitze“, unabhängig von der Größe der Wohnung. Immerhin würden die Mieten durch die „kommunalen Akteure“ Sozialbau, BSG-Allgäu und Baugenossenschaft „niedriger gehalten“ – ein laut OB „sehr regulierender Faktor“.

Grundstücksmarktbericht

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der Stadt Kempten veröffentlicht in diesem Bericht (erstellt 2018 bis 2019) umfassend und strukturiert Daten des Kemptener Immobilienmarktes und sorgt für mehr Transparenz des Grundstücksverkehrs. Gegenüber privaten Marktanalysen stehen hier für fachlich Interessierte wie der breiten Öffentlichkeit alle tatsächlich gezahlten Kaufpreise und sonstigen Daten unmittelbar aus der Kaufpreissammlung zur Verfügung. 

Dargestellt werden u.a. die Marktentwicklung bei bebauten und unbebauten Grundstücken, bei Erst- und Wiederverkäufen von Wohnungs-, Teileigentum und Häusern sowie die Mieten bei Wohnungen und Häusern. Auch wurden die Liegenschaftszinssätze fortgeschrieben. Erhältlich bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschuss, Kronenstraße 8, Zimmer 502, Tel.: 0831/2525-367 (ab 26. Oktober: 0831/2525-6027), Email: gutachterausschuss@kempten.degegen eine Gebühr von 45 Euro. Alternativ über das Bodenrichtwertinformationssystem www.boris-bayern.de gegen eine Gebühr von 45 Euro zu beziehen.

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