Würdevolle Verabschiedung von Prof. Dr. Robert F. Schmidt mit eigens komponiertem Musikstück

Neuer Hochschulpräsident im Amt

+
Der neue Hochschulpräsident Prof. Dr. Wolfgang Hauke gibt den Titel für in fünf Jahren vor: „Geschichte einer kontinuierlichen Weiterentwicklung“.

Kempten – Ob Landrat, Oberbürgermeister, Landtags- und Europaabgeordnete, der Polizeipräsident, Schwabens Regierungspräsident oder der Präsident des Sparkassenverbandes Bayern – sie alle und noch viele mehr waren gekommen, um den „Präsi am Campus“, wie der CampusChor Prof. Dr. Robert Schmidt zur Melodie von „König von Deutschland“ besang, im prunkvollen Fürstensaal der Kemptener Residenz zu verabschieden. Doch Moderatorin Anna Hindelang stellte gleich zu Beginn der Veranstaltung am Freitag fest: „Wir haben nicht nur einen besonderen Mann hier, sondern gleich zwei“ und spielte dabei auf Amtsnachfolger Prof. Dr. Wolfgang Hauke an.

„Eine Ära geht zu Ende“, beschrieb Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, die 17-jährige Amtszeit Schmidts als Präsident und scherzte, dass sich viele deutsche Politiker über eine dreimalige Wiederwahl sehr freuen würden. „Die Zahl der Studierenden hat sich in diesem Zeitraum von 2500 auf heute über 6000 mehr als verdoppelt“, hielt Sibler fest und nannte im Zuge dessen die dadurch zu bewältigenden Herausforderungen wie die Sicherstellung qualifizierten Personals und geeigneter Räumlichkeiten für die Lehre sowie die Schaffung zusätzlichen Wohnraums für die Studierenden. „Ich habe noch nie zuvor eine so rasante Entwicklung einer Hochschullandschaft erlebt“, zeigte sich Thomas Kreuzer, Vorsitzender des Kuratoriums der Hochschule Kempten und CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, in seinem Grußwort sowohl von der Qualität als auch Quantität der akademischen Lehreinrichtung beeindruckt. Der Politiker erinnerte sich an zahlreiche Gespräche beim gemeinsamen Golfen zurück, bei denen Robert Schmidt in der Regel seinen Willen aufgrund seiner Hartnä- ckigkeit durchsetzte, wie Kreuzer schmunzelnd zugab. Diese Hartnäckigkeit sei neben vielen weiteren Eigenschaften wie Zielstrebigkeit und vorausschauender Planung der Grund für die vielen Erfolge als Hochschulprä- sident, so der Kuratoriums-Vorsitzende.

Auch Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle räumte ein, dass die Gespräche mit Schmidt nicht immer unbedingt spaßiger Natur, aber – rückblickend betrachtet – in dieser Form notwendig waren, um eine so erfolgreiche Weiterentwicklung der Lehr- und Forschungsanstalt feiern zu können. So verbinde man die Hochschule heutzutage mit Schlagworten wie Studienqualität, Internationalität und regionaler Vernetzung, meinte Kiechle. Das letzte Grußwort steuerte Markus Brehm, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kempten/Oberallgäu bei, der die konstante Erfolgsgeschichte der Hochschule auch auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zurückführte. „Die Hochschule hat sich daran orientiert, was im Allgäu gebraucht wird. Das spiegeln die sechs Fakultäten wider“. Suchte man einen roten Faden über alle Ansprachen und Grußworte hinweg, fand man diesen neben den hochlobenden Worten in der Aufzählung zahlreicher Errungenschaften, an denen der scheidende Präsident erheblichen Anteil hatte. Erwähnung fanden unter anderem das „Digital Laboratory“ zur Kompetenzbündelung in den Bereichen Informatik und Maschinenbau, das Kompetenzzentrum für angewandte Forschung in der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, die Bayerischen Zentren Pflege Digital und Tourismus und das digitale Gründerzentrum. Bevor der in Ansbach geborene Schmidt selbst die Bühne betrat, durfte er ein durch das Ensemble des Ansbacher Kammerorchesters eigens für ihn komponiertes Musikstück genießen. Im darauffolgenden Rückblick des Professors auf die 31 Jahre an der Fachhochschule zeigte er sich einerseits wehmütig, ob der vielen großartigen Menschen, mit denen er zusammenarbeiten durfte und andererseits verspürte er Erleichterung, Verantwortung abgeben zu dürfen. Auch er erwähnte die oftmals erstickende Bürokratie, die Innovationen und den Unternehmergeist in Deutschland erschwerten. Dennoch blicke er sehr positiv auf die vielen Veränderungen zurück und bedankte sich bei Wirtschaft, Politik, dem gesamten Hochschulteam und seiner Ehefrau für die Zusammenarbeit. Abschließend stellte er klar, dass man sich um ihn im Ruhestand keine Sorgen machen müsse. „Ich werde mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Enkeln verbringen, golfen, reisen und meine vielen Ehrenämter weiterhin ausüben“, zählte Schmidt seine Zukunftspläne auf. Das letzte Wort erhielt der neue Hochschulpräsident Prof. Dr. Wolfgang Hauke, der die Lehre aufgrund des Hochschulwachstums vor enormen Herausforderungen sieht. Weiter sprach er von einem Spannungsdreieck zwischen Digitalisierung, Internationalisierung und dem demographischen Wandel und gab selbst den Titel für die Hochschule in fünf Jahren vor: „Geschichte einer kontinuierlichen Weiterentwicklung“.

Die Institution solle weiterhin regional wie international tätig sein und bestehende sowie neue Studiengänge sollen noch vertiefter mit der Wirtschaft vernetzt werden. „Hierfür braucht es finanzielle, personelle und räumliche Ressourcen“, richtete er das Wort direkt an Staatsminister Sibler und erwähnte den 6. Bauabschnitt auf dem ehemaligen Seitz-Gelände als ein sehr wichtiges Anliegen während seiner Amtsperiode, um den Campus weiter zu vergrößern. So dürfte es Hauke gefreut haben, dass ihm alle Vorredner bereits ihre Zusammenarbeit anboten.

Dominik Baum

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Hallo Kempten! Wir sind die neuen Babys!
Bündnis "Seebrücke Kempten" informiert Bürger über die Realitäten der Flüchtenden
Bündnis "Seebrücke Kempten" informiert Bürger über die Realitäten der Flüchtenden
Buchenberg: Die Klasse 8 M tut Gutes mit gebrauchten Schuhen
Buchenberg: Die Klasse 8 M tut Gutes mit gebrauchten Schuhen
Stadtrat stimmt mehrheitlich für Beitritt zum "Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030"
Stadtrat stimmt mehrheitlich für Beitritt zum "Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030"

Kommentare