In Dietmannsried wurde der neue Kunstrasenplatz eingeweiht

Viel Schweiß für das Granulat

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BLSV-Kreisvorsitzender Benno Glas nannte den Einweihungstag eine „Erlösung für die geplagten Dietmannsrieder Fußballer. Wir wären bei Verhandlungen fast hysterisch geworden – jetzt ist daraus etwas Historisches geworden.“

Dietmannsried – Sie hat zwar sehr lange gewährt, die Sache mit dem neuen Dietmannsrieder Fußballplatz – gute 33 Jahre seit der ersten Anfrage –, doch dafür ist sie endlich sehr gut geworden. Am Wochenende wurde der neue Kunstrasenplatz mit einem zweitägigen Fest samt Hobbyturnier, Festgottesdienst, Fahnenzug und Festakt seiner Bestimmung übergeben.

„Bereits im April 1982 wurde erstmals der Wunsch nach einem erweiterten und verbesserten Trainingsgelände für die Fußballer geäußert“, erinnert sich der langjährige 1. Vorsitzende des TSV Dietmannsried, Heinz-Dieter Kinkel. „Lange Zeit blieb die Anfrage erfolglos“. Nach Jahren der Standortsuche, der schwierigen Vorgespräche, zähen Grundstücksverhandlungen und der Suche nach einem tragfähigen Finanzierungsmodell gab der Marktgemeinderat im Dezember 2014 schließlich grünes Licht für das Vorhaben. Anfang Mai erfolgte der Spatenstich und jetzt, fünf Monate später, konnte der Kunstrasenplatz eingeweiht werden.

Bürgermeister Werner Endres kann der langen Vorlaufzeit sogar etwas Gutes abgewinnen: Nun habe man den perfekten Standort und einen absolut zeitgemäßen Platz, der ganzjährig hervorragende Trainings- und Spielmöglichkeiten biete und mit dem man sich „auf Augenhöhe mit anderen Vereinen des Landkreises, vielleicht sogar darüber hinaus“ bewege. Die Einweihung des Platzes sei ein „besonderer, fast schon historischer Tag sowie ein Meilenstein für den TSV und die Marktgemeinde“. Mit ihm investiere man auch ins Ehrenamt und die wichtige Jugendarbeit.

Dies verdeutlichte auch Benno Glas, der Vorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) im Kreis Oberallgäu/ Kempten eindringlich. Er erinnerte an den Dietmannsrieder Fußballer Michael Reisacher, der am 30. Juli 2005 im Alter von 21 Jahren auf offener Straße erstochen wurde. „Von einem jungen Mann, der kein Vereinsleben kannte, der sich nie an Regeln hielt. Seither treibt’s mich um“, so Glas. Jugendarbeit erfülle eine wichtige Aufgabe bei der Gewaltprävention und durch die Einordnung in einen Mannschaftssport würden den jungen Leuten wichtige Werte vermittelt. „Sport ist ein Weg, als Gesamtgesellschaft an die Jugend heranzukommen. Hier finden sie echte Freundschaften – nicht auf Facebook oder What’s App.“

Die Kosten für das 700.000 Euro-Projekt teilen sich die Marktgemeinde und der TSV Dietmannsried. Erstere übernimmt zwei Drittel der Kosten. Das letzte Drittel trägt der Verein, der bei der Finanzierung teils originelle Wege ging (wie etwa beim erfolgreichen, parzellenweisen Verkauf des neuen Platzes). Er erhält zudem einen Zuschuss in Höhe von 105.000 Euro seitens des BLSV.

Das Dietmannsrieder Jugendparlament überreichte am Einweihungstag einen Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Anschaffung von Trainingsgeräten für die Jugendmannschaften. Karl Birk, der Leiter der Fußballabteilung des TSV, dankte ausdrücklich dem Marktgemeinderat, allen überaus engagierten TSV-Mitgliedern, Pfarrer Dr. Martin Awa, der in punkto Grundstücksverhandlungen entscheidenden Einfluss hatte, dem Förderverein, allen Spendern, dem vormaligen Pächter und Nachbarn des Geländes, Hans Sinz, „der nichts dagegen hatte, einen Sportplatz vor die Haustür gebaut zu bekommen“, sowie allen anderen Abteilungen des TSV, die „ohne Neid und Missgunst hinter dem Projekt gestanden haben. Ich wünsche mir, dass in den nächsten Jahren sehr viel Schweiß das Granulat tränken wird!“

Sabine Stodal

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