Neuer Lernansatz

Aarash Ebrahimi Manie (v.l.), Dennis Herb, Michael Schultes und Manuel Maindel (Schülerzeitung), Alexander Austermann, Stefan König (beide Projektteilnehmer 9. Klasse), Christine Spanner (Lehrerin Schülerzeitung). Auf dem Bild fehlt Nathaniel Gerong, Projektteilnehmer der 9. Klasse. Foto: Goldberg

Aarash Ebrahimi Manie (30) kommt aus dem Iran. Seit sieben Jahren lebt er in Kempten. Der 24-jährige Afghane Ikram Khan ist seit drei Jahren hier. „Fremdsein“ ist ihnen nur zu bekannt. Vom Diakonischen Werk Kempten-Allgäu wurden die beiden jungen Männer daher zur Teilnahme an einem bayernweit neuen Projekt eingeladen, an dem sich die hiesige Diakonie beteiligt. „Dabei geht es um Diakonisches Lernen. Es beinhaltet sowohl soziale als auch religiöse Aspekte. Es geht um gegenseitiges wahrnehmen, kennenlernen und solidarisches Handeln – und um eine Art Anwaltschaft für die Schwachen“, informiert dazu Kerstin Goldberg, die zusammen mit Klaus Hackenberg von der Asylberatung das Projekt „Diakonisches Lernen – Fremdsein“ begleitet.

Partner dazu ist derzeit die Staatliche Realschule an der Salzstraße. „Schüler kommen normalerweise mit diesem fremden Personenkreis nicht in Kontakt“, erklärt Goldberg. „In der Begegnung mit Aarash und Ikram haben sie dazu Gelegenheit, denn beide sprechen und verstehen Deutsch“, so Kerstin Goldberg weiter. Mitwirkende sind derzeit Schüler der 9. Jahrgangsstufe und Schüler der 6. Klasse. Für die älteren ist es eine Projektarbeit, die jüngeren wirken in der Schülerzeitung mit und wollen das Thema so „in die Fläche tragen“ – oder besser gesagt „schreiben“. Als Lehrkräfte unterstützen Britta Fischer, Christine Spanner und Schulleiter Anton Hartmann das Engagement. Neues Konzept Anfang Dezember fand dazu auf der bayerischen Leitungsebene ein Treffen in Nürnberg statt. Sechs Diakonie-Einrichtungen nahmen daran teil. Während fünf auf „Bewährtes“ setzten, ließ sich die Diakonie Kempten mit ihrem Konzept etwas Neues einfallen, nämlich die Begegnungen („Treffpunkte – Fremdsein“ so der Projektnahme) von Schülern und Menschen mit anderen Nationalitäten. Inzwischen hat bereits ein erster Besuch von den Schülern in der Gemeinschaftsunterkunft am Rübe-zahlweg stattgefunden. Jetzt erfolgte der Gegenbesuch von Aarash in der Schule. Die Schüler wollten wissen, was an Deutschland so toll sei. „Ich liebe klassische Musik und die Literatur, aber auch die Autos – und: man muss keine Angst vor Spitzeln des Geheimdienstes haben“, gab Aarash gerne Auskunft. Zunächst ein Jahr Angelegt ist das Projekt auf ein Jahr zum Thema „Fremdsein“. Dann soll ein neuer Fokus gelegt werden – vielleicht auf Begegnungen mit alten Menschen, psychisch Kranken oder auch Armut. Mit im Boot können dann auch andere Schulen sein. Begleitet wird die Massnahme von einer Steuerungsgruppe, zu der neben Kerstin Goldberg und Klaus Hackenberg auch DW-Geschäftsführer Wolfgang Grieshammer und die Lehrkräfte gehören. Weitere Infos zum Thema gibt es im Internet unter www.diakonischeslernen.de.

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