Ein neuer Rekord

Im Eingangsbereich der zukünftigen KüchenArena wird bereits jetzt gearbeitet. Foto: Matz

Ganz allgemein genießt Kempten den Ruf einer durchaus wirtschaftsfreundlich gesinnten Stadt. Warum das so ist, zeigte sich am Mittwochabend im Bauausschuss: Nur drei Monate nach Beginn des Verfahrens beschloss das Gremium den geänderten Bebauungsplan für das ehemalige Praktiker-Gelände in der Wiesstraße als Satzung. „Eine Rekordzeit“, freute sich Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter. Nun muss am morgigen Donnerstag, 7. Juli, noch der Stadtrat zustimmen.

Einstimmig gab der Ausschuss am Mittwochabend sowohl für die Bebauungsplanänderung als auch für den Bauantrag der KüchenArena GmbH grünes Licht. Bereits jetzt verfügt das Unternehmen über eine Teilbaugenehmigung für die Vorarbeiten an der Fassade. Künftig will die Firma auf insgesamt 3650 Quadratmetern Küchen- und Badeinrichtungen verkaufen. Trotz der Zustimmung des Ausschusses und vorbehaltlich der des Stadtrates darf die KüchenArena aber vorerst noch nicht bauen. Als Grund führte Dr. Franziska Renner, Leiterin des Bauordnungsamtes, am Freitagmorgen gegenüber dem KREISBOTEN die fehlende Brandschutzgenehmigung an. Sobald die aber vorliegt, kann es losgehen. "Erhebliche Auflagen" Vorher mussten Bauverwaltung und Bauausschuss allerdings noch die Einsprüche zweier Anwohner des Grundstücks entschärfen. Beide hatten 1990 beim Bau des Praktikermarktes „erhebliche Auflagen hinsichtlich des Schallschutzes“ auferlegt bekommen, wie es Antje Schlüter formulierte. Die Lärmschutzauflagen verhindern heute aber eine bessere Verwertung der beiden Areale. Im Zuge der nun beantragten Nutzungsänderung wendet sich jetzt aber das Blatt zugunsten der betroffenen Nachbarn: Per Bebauungsplan müssen Schallschutzmaßnahmen nun auf dem lärmerzeugenden Grundstück, also dem der KüchenArena, festgesetzt werden. Der Bauausschuss einigte sich im vorliegenden Fall auf einen so genannten flächenbezogenen Schallleistungspegel. Die so genannten Emissionskontingente belaufen sich dabei auf 60 db(A) tagsüber (6 bis 22 Uhr) sowie 45 db(A) für nachts (22 bis 6 Uhr) und dürfen nicht überschritten werden. „Mit dieser Festsetzung kann ein Einzelhandelsbetrieb der genannten Größenordnung problemlos betrieben werden“, erläuterte Schlüter. Außerdem haben sich Kemptener Bauverwaltung, Investor und die Eigentümer der Nachbargrundstücke laut Antje Schlüter offenbar darauf geeinigt, die maximal mögliche Höhe der Ostfassade des Küchenmarktes um einen Meter auf nunmehr nur noch neun zu reduzieren.

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