Offizielle Übergabe des Amts des Schulleiters von Klaus Hlawatsch an Hans Etzler

Neuer Kapitän an Bord der BS III

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Gut gefüllt war die Aula der BS III bei der offiziellen Übergabe des Amts des Schulleiters von Klaus Hlawatsch (3.v.li. vorne) an Hans Etzler (5.v.li. vorne).

Kempten – Bereits im Oktober vergangenen Jahres hat Hans Etzler das Amt des Schulleiters der Staatlichen Berufsschule III in Kempten von Klaus Hlawatsch übernommen. Am vergangenen Montag fand dazu die offizielle Amtsübergabe durch die Regierung von Schwaben statt.

„Wir sind froh, dass die Stelle der Schulleitung so schnell wieder besetzt werden konnte“, betonte Johann Früh, stellv. Schulleiter an der BS III. „Willkommen an Bord und auf der Kommandobrücke“, begrüßte er Etzler offiziell.

Bereits im August 2015 hatte Hlawatsch seinen Dienst in Kempten beendet (der Kreisbote berichtete) und an die Staatliche Berufsschule Neu-Ulm und die Staatliche Berufsschule Illertissen gewechselt. Dabei standen vor allem private Gründe im Mittelpunkt, aber auch beruflich wäre es Zeit für eine Veränderung gewesen, erklärte er. „Führung braucht Wechsel“, betonte Hlawatsch in Bezug auf seine zehnjährige Tätigkeit als Schulleiter in Kempten. Gelobt wurde von ihm nicht nur die gute Beziehung zwischen Schülern und Lehrern, auch das Schulleben mit regelmäßigen Wettbewerben als „wesentliches Element der unterrichtlichen Arbeit“ – dazu gehören unter anderem die Prämierung von Wurstwaren oder die Wettbewerbe der Gärtner – und das Engagement der gesamten Schulfamilie hob Hlawatsch lobend hervor.

Die Einführung des Jahresberichts, die Gestaltung neuer Flyer für die Berufsfachschulen, bauliche Maßnahmen, die Einrichtung von BAF-Klassen (Klassen für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge) sowie die Konzeption einer Schulentwicklungsgruppe seien wesentliche Tätigkeiten von Hlawatsch in dessen Amtszeit gewesen. Er habe eine „wohlwollende, positive Atmosphäre geschaffen“ und im vergangenen Jahr ein „wohlgestelltes Haus verlassen“, betonte Dr. Peter Hell, Abteilungsdirektor bei der Regierung von Schwaben.

Auch Etzler als Hlawatschs Nachfolger habe bereits Erfahrung in der Schulleitung. Rund sieben Jahre sei er als Stellvertreter an der Staatlichen Berufsschule Kaufbeuren tätig gewesen und habe dort 2011 die Schulleitung übernommen, erklärte Hell. Das Amt der Schulleitung verglich Hell mit einer Medaille, die regelmäßig gepflegt werden müsse: auf der einen Seite die Gestaltung, auf der anderen die Verwaltung. Die Schülerinnen und Schüler hätten heute zudem höhere Ansprüche an sich und die Arbeitswelt und wünschen sich Stabilität und Sicherheit. „Dafür lohnt sich der Einsatz“, so Hell.

In drei Funktionen anwesend war bei der offiziellen Amtsübergabe Hans Peter Rauch: als Präsident der Handwerkskammer Schwaben, als Arbeitgeber und als ehemaliger Schüler an der BS III in Kempten. „Wir wissen unsere Azubis hier in guten Händen“, lobte er. Die Bedeutung der Berufsschule dürfe keineswegs unterschätzt werden. Neben fachlichen Kenntnissen werde auch an der Persönlichkeit gearbeitet, was unter anderem dem Kontakt mit Kunden und Kollegen zu Gute komme, so Rauch.

Integration und Generalsanierung als Aufgaben

Einen Blick in die Zukunft warf Landrat Anton Klotz, Vorsitzender des Zweckverbands Berufliches Schulzentrum Kempten, der vom Landkreis Oberallgäu und der Stadt Kempten gemeinsam getragen wird. Herausforderungen würden sich an Berufsschulen vor allem in der Flüchtlingsthematik ergeben. Nicht nur in Kempten seien im vergangenen Jahr vier BAF-Klassen in Vollzeit installiert worden, schon 2014 habe auch die Berufsschule in Immenstadt mit wenigen solchen Klassen begonnen, im nächsten Jahr wird die Zahl in Kempten und Immenstadt voraussichtlich auf insgesamt über 20 steigen, prognostizierte Klotz. „Die Herausforderungen werden zunehmen.“ Man könne von der derzeitigen Entwicklung nicht einfach Abstand nehmen, die Menschen müssten aufgenommen und eine Basis für Integration geschaffen werden. Dazu gehöre auch der Unterricht an den Berufsschulen.

Als weitere Herausforderung stehe die Generalsanierung des Berufsschulzentrums bevor. „Derzeit arbeiten wir an einem Raumplanungskonzept“, berichtete Klotz weiter. Auch die Sanierung der Tiefgarage stehe an. Für die Sanierung des gesamten Schulzentrums werde mit etwa 20 bis 25 Millionen Euro gerechnet. „Da kommen Aufgaben auf Sie zu, Herr Etzler“, betonte Klotz schmunzelnd.

Etzler versprach, bei der gemeinsamen Arbeit all seine Ideen und Sinne einzusetzen. Das hohe Engagement an der Schule stelle sich für ihn als „solide Grundlage“ dar. Als seine persönlichen beruflichen Ziele setzte er sich unter anderem den Ausbau des Schüleraustausches an der BS III und den Anstoß „zeitgemäßer Schul- und Entwicklungsprozesse“.

Musikalisch untermalt wurden die vielen Grußworte und Ansprachen durch das Lehrerkollegium, das bei einem Stück auch von zwei Schülern aus den BAF-Klassen, Gabriel aus Nigeria und „Balu“ aus Syrien, begleitet wurden. Die Moderation übernahm Gabriele Roth, Weitere Ständige Vertreterin des Schulleiters.

Lea Stäsche

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