Pläne überarbeitet: Gebäude soll auf dem Gelände des CvL entstehen

Neuer Standort für Dreifachturnhalle

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Eine Idee, wie die künftige Dreifachturnhalle auf dem Gelände des Carl-von-Linde-Gymnasiums aussehen könnte.

Kempten – Eigentlich hätte die geplante Dreifachturnhalle an der Reichlinstraße, auf dem ehemaligen Sportplatz des Hildegardis-Gymnasiums, errichtet werden sollen, so der Beschluss des Schul- und Sportausschusses vom Oktober 2016 (der Kreisbote berichtete). Am vergangenen Montag wurden diese Pläne in der jüngsten Ausschusssitzung aber wieder über Bord geworfen und ein neuer Beschluss gefasst: die Dreifachturnhalle soll auf dem Gelände des Carl-von-Linde-Gymnasiums (CvL) entstehen.

Im Dezember 2016 liefen bereits die Abstimmungsgespräche, um die Vorgaben für den Wettbewerb für den Bau an der Reichlinstraße näher zu definieren. Dabei sei erneut die Frage nach dem geeigneten Standort der Dreifachturnhalle diskutiert worden, erklärte Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales. Wie bereits berichtet, ist der Baugrund aufgrund des Moorgebiets und der Hanglage mit vermutlichen Felsen auf dem Gelände an der Reichlinstraße problematisch. Eine verkehrliche Anbindung über die Parkflächen des Hildegardis-Gymnasiums ist zwar lösbar, für Besucher wäre die Halle allerdings von dort aus nicht sichtbar und keine „Adresse“ erkennbar. Aus Verwaltungssicht erscheine der Standort direkt am Carl-von-Linde-Gymnasium, an der Ecke Adenauerring/Haubensteigweg günstiger, so Mayer.

Dort könnte man die Dreifachturnhalle an der Ostseite um 3,5 Meter einsenken, um einen ebenerdigen und barrierefreien Zugang vom Adenauerring aus zu gewährleisten. Vor dem Eingang könnte ein Platz entstehen, der Aufenthaltsqualität bieten würde, so Robert Wiedemann vom Hochbauamt, der die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie präsentierte. Durch die Hanglage wäre die Westseite des Sporthalle komplett unterirdisch – eine Anbindung ans CvL wäre ebenso denkbar – die Baumasse würde daher nur teilweise erscheinen und das Gebäude des CvL nicht „verdecken“. Die Dachfläche könnte begrünt oder als Aufenthaltsbereich genutzt werden. Auch eine verkehrliche Anbindung und eine gute Erkennbarkeit am Ring wären gegeben, zudem befindet sich direkt vor dem Gebäude eine Bushaltestelle.

Neuer Standort "gut geeignet"

Insgesamt zeigte sich Begeisterung unter den Ausschussmitgliedern. Harald Platz (CSU) empfand den neuen Standort als „gut geeignet“ und warf die Frage in den Raum, warum man nicht im Vorfeld auf diese Idee gekommen sei. Hans-Peter Wegscheider (Freie Wähler) räumte ein, „schon immer etwas Bauchweh bei der Reichlinstraße“ gehabt zu haben und betonte, dass die Fraktion der Freien Wähler ja bereits einen Antrag gestellt hatte, das Gelände des ehemaligen Lazaretts als möglichen Standort der Turnhalle zu überprüfen. Die Lage auf dem gegenüberliegenden CvL-Gelände sei daher eine „sehr gute Lösung“.

Lediglich die Stellplätze sorgten für Gesprächsbedarf. Zwar könnten die 22 bestehenden Parkplätze beim CvL, die 76 Stellplätze vor der Landwirtschaftsschule des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an den Wochenenden genutzt und entlang des Haubensteigwegs zwei Busparkplätze angeordnet und somit die notwendigen Stellplätze nachgewiesen werden, allerdings hielt es Karl Sperl (CSU) für „absolut notwendig“ im Bereich des bestehenden Sportplatzes des CvL einen zusätzlichen Parkplatz zu errichten. Dominik Spitzer (FDP) schlug vor, Gespräche mit der Sozialbau über mögliche Parkflächen auf dem gegenüberliegenden Lazarett-Gelände zu führen.

Weil hinsichtlich der verkehrlichen Anbindung auch die Kreuzungssituation Adenauerring/Haubensteigweg überprüft werden muss, schlug Siegfried Oberdörfer (SPD) einen möglichen Tunnel unter dem Adenauerring vor. Er wies zudem darauf hin, die Dreifachturnhalle allen Kemptener Schulen – nicht nur dem CvL – als Veranstaltungsraum, beispielsweise für Abschlussfeiern, zur Verfügung zu stellen. Ein entsprechendes Stuhllager sollte dabei eingeplant werden, so Oberdörfer.

Fertiggestellt werden könnte die Dreifachturnhalle auf dem CvL-Gelände ebenso bis 2021. Die Baugrundsituation sei zwar besser als an der Reichlinstraße, an diesem neuen Standort seien aber immense Erdbewegungen notwendig. Die Kosten für die Außenflächen seien aufgrund der Hanglage aber wiederum vergleichsweise günstig, so dass die Mehrkosten für die Aushubarbeiten damit kompensiert werden könnten. Mehr könnte man dazu aber erst sagen, wenn in „wenigen Tagen“ die Ergebnisse von Bohrungen vorliegen, erklärte Hochbauamtsleiter Andreas Geywitz.

Der Schul- und Sportausschuss stimmte dem neuen Standort der Dreifachturnhalle auf dem CvL-Gelände einstimmig zu. Als nächster Schritt soll ein Realisierungswettbewerb folgen, in dessen Rahmen die verkehrliche Situation in einem angegliederten Ideenwettbewerb untersucht werden soll. 

Lea Stäsche

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