Neuer Stifterwille

Mit dem Ziel, „den Stifterwillen in die heutige Zeit zu übertragen“ hat der Stadtrat kürzlich einstimmig beschlossen, bei zwei Stiftungen die Zielgruppe der Fördermittel zu erweitern. Damit folgte das Gremium einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses (der KREISBOTE berichtete).

Wie bereits berichtet, verwaltet die Stadt verschiedene Stiftungen, die einmal von Bürgern gegründet worden sind. Gemeinsam ist allen Stiftungen, dass das angelegte Geld nur für einen bestimmten Zweck verwendet werden darf. Da aber nicht jeder Stiftungszweck den Veränderungen der Zeit standhält, musste der Stadtrat nun handeln. Betroffen sind die Stipendien- und die Veteranen-Stiftung. Die Stipendienstiftung mit einem Grundstockvermögen von rund 495000 Euro ging ursprünglich einmal aus zehn privaten Stiftungen hervor, die alle ähnliche Zwecke verfolgten und deshalb 1942 zu einer einzigen Stiftung zusammen gefasst wurden. Ziel: „Die Förderung der Aus- und Fortbildung von Schülern, Studenten und Lehrlingen ohne Unterschied der Konfessionen und des Geschlechts.“ Jährlich kann die Stiftung bis zu 12000 Euro ausschütten. Kaum noch Veteranen Eine ganz andere Zielgruppe hat hingegen die Veteranen-Stiftung („Ferdinand und Emma Merkt`sche Veteranen-Stiftung“). Ihre Unterstützung soll „würdigen und bedürftigen, vorzugsweise ganz oder teilweise erwerbsbeschränkten Kriegsteilnehmern deutscher Staatsangehörigkeit, die in Kempten ihren Wohnsitz haben“ zugute kommen. Und hier fangen die Probleme an: Wie Verwaltungsreferent Peter Riegg erklärte, bestehe das Grundkapital derzeit aus etwa 77000 Euro und einem Waldbesitz von rund 160000 Quadratmetern mit einem Gesamtwert von an die 600000 Euro. Da der Ertrag demzufolge vom Holzverkauf abhänge, schwanken die jährlichen Ausschüttungen zwischen 2000 und 4000 Euro, so Riegg. Allerdings werde es „immer schwieriger, Personen zu finden, die der Beschreibung des Stiftungszwecks gerecht werden“, sagte er. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, künftig den Personenkreis auf Personen, die an Einsätzen der Bundeswehr teilgenommen haben, zivile Opfer von Gewalt und bedürftige Personen mit nachgewiesener körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung auszuweiten.

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