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Neuer Storchen-Rekord und Liebes-Drama in Isny

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Von: Lutz Bäucker

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Störche in Isny
Da war die Storchenwelt noch in Ordnung: Frieda (re) und Fridolin im fremden Nest auf dem Isnyer Festplatz. © Lutz Bäucker

Isny – Bei den Störchen in Isny hängt der Haussegen schief. Das trübt die Freude über den neuen Storchen-Rekord aber nicht.

Eigentlich könnte alles Friede-Freude-Eierkuchen sein, im Storchen-„Paradies“ Isny. Mit aktuell 24 Paaren hat die Population der großen Vögel einen im April noch nie dagewesenen Höchststand erreicht: „So viele haben noch nie bei uns gebrütet“, freut sich Ulrike Maruszczak von den „Storchenfreunden“ im Städtle. Sie beobachtet seit Jahren das Kommen und Gehen der Störche, führt ein öffentlich einsehbares Tagebuch (www.isny.tv/index.php/tagebuch.html) mit eindrucksvollen Fotos und kennt auch das Liebesleben der Tiere in- und auswendig: „Leider hat sich rund um Störchin Frieda ein echtes Beziehungsdrama entwickelt“, berichtet sie dem Kreisboten.

Frieda aus der Schweiz und ihr Partner Fridolin aus Tettnang, beide drei Jahre alt, hatten im vergangenen Jahr ein Nest auf der „Alten Gerbe“ in Isny bewohnt.

Horstbesetzung in Isny

Heuer bezogen sie eine andere Bleibe auf dem Festplatz, den noch leeren Horst von Luis und Luisa, zwei Störchen, die stets als letztes Paar aus dem Süden ins südöstliche Württemberg zurückkehren. Eine Art „Hausbesetzung“ wie sie bei Störchen eher unüblich ist und die deshalb zu vorhersehbaren Streitigkeiten führt.

„Als Luis zurück aus dem Winterurlaub wie gewohnt sein Nest erstmal allein beziehen wollte“, hat Ulrike Maruszczak beobachtet, „hat er Fridolin rausgeworfen und mit Frieda angebandelt.“ Die Störchin hatte bereits Eier ins fremde Nest gelegt und mit dem Brüten begonnen.

Ein paar Tage später landete auch Luisa wieder auf der Eiche in Isny, erwischte ihren Partner mit einer Anderen, vertrieb diese rabiat und machte reinen Tisch: „Friedas Eier flogen in hohem Bogen auf den Boden und zerbrachen.“

Storchenfrau Frieda wieder solo

Doch nicht genug der dramatischen Ereignisse: Der von Luis und Frieda betrogene Fridolin tröstete sich schnell mit der jungen Mattea und baute sich mit ihr auf einem Bergahornbaum ein neues Zuhause.

Nur Frieda schaut in die Röhre: Die von allen verlassene Schweizerin flattert derzeit solo über die Dächer von Isny. Ein Date mit einem unbekannten Galan mit einem schwarzgepunkteten Flügel scheint nur vorübergehend gewesen zu sein, so Maruszczak. „Frieda fliegt immer wieder Angriffe auf das Nest ihres Ex, um ihn zu ärgern, und hofft wohl, dass er zu ihr zurückkehrt.“

Vermutlich eine vergebliche Hoffnung: Fridolin und seine Neue brüten fleißig, Mitte Mai könnten die Jungstörche schlüpfen.

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