Neuer Tiefpunkt ist erreicht

Der FC Kempten steht wieder ohne Vorstand da: Bei der Jahreshauptversammlung am Dienstag vergangener Woche konnten sich die Anwesenden auf keine Führungsmannschaft einigen. Nun muss erneut das Amtsgericht einen Notvorstand einsetzen. Der FCK scheint damit einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben.

Eigentlich sollte vergangene Woche ein neuer Vorstand gewählt werden, nachdem der bisherige Vorstitzende, Michael Eß, aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierte. Mit ihm endete auch die Amtszeit seiner Stellvertreter Maximilian Müller und Alexander Blank, bei deren Abwahl, bzw. Entlastung es im weiteren Verlauf der Sitzung noch zu Diskussionen kam. Der derzeitige sportliche Leiter, Renè Stache, stellte sich zwar als Vorsitzender zur Verfügung, doch die anwesenden 76 Mitglieder sprachen ihm durch mehr als die Hälfte Gegenstimmen und Enthaltungen nicht unbedingt das Vertrauen aus. Ein zweiter Vorsitzender und Kassier wurden nicht gefunden. Maximilian Müller und Alexander Blank wurde die Entlastung verweigert. Wahlleiter Siegfried Irl erklärte kurz vor 23 Uhr die Neuwahlen als gescheitert und am Ende der Jahreshauptversammlung steht der FCK wie bereits im letzten Jahr ohne Vorstand da. Genau das wollte Michael Eß vermeiden. Nun muss er wieder den Gang zum Amtsgericht antreten. Als Anfang des letzten Jahres die damalige Vereinsführung, (Stefan Zeiler, 1. Vorsitzender, Manfred Singer, 2. Vorsitzender und Gerhard Linder, Kassier) ihre Ämter vorzeitig zur Verfügung stellten, fanden sich bei der späteren Jahreshauptversammlung Ende Februar keine Nachfolger. Schon damals wollte niemand der circa anwesenden 80 Mitgliedern von über 450 des FCK Verantwortung übernehmen. Am Ende der Versammlung ergriff Hubert Geiger, Sprecher der Alten Herren, das Wort und schlug die Einrichtung eines zehnkköpfigen Gremiums vor, das in den nächsten Monaten ausloten sollte, ob und wie es beim FCK weitergehen sollte. Michael Eß, ein Freund des FC Kempten, hatte sich damals als Notvorstand zur Verfügung gestellt. Mit dem Segen des Amtsgerichts führte Eß zunächst als Notvorstand die Geschäfte, schließlich gemeinam mit Maximilian Müller (2. Vorsitzender) und Alexander Blank bis jetzt als ordnungsgemäß gewählter Vorstand. In dieser Zeit wurde zwar die angespannte finanzielle Situation des FCK stabilisiert (der Club wird die Saison sogar mit mit einem Plus beenden), sportlich jedoch lief es genau entgegen gesetzt. Die 1. Mannschaft stieg aus der Bezirksoberliga in die Bezirksliga ab (die 2. Mannschaft in die Kreisliga Süd) und verschliss mit Andreas Gote, Werner Moll und Benjamin Schweiger drei Trainer innerhalb eines Jahres. Als der ehemalige Traditionsverein auch in der Bezirksliga an vorletzter und letzter Stelle zu finden war, gab es den letzten Trainerwechsel. Matthias Zimmerling, ehemaliger Profi bei Lokomotive Leipzig, wird vorerst bis Ende der Vorrunde neuer Trainer. Hinzu gesellen sich Renè Stache (ein Freund von Zimmerling) als sportlicher Leiter und Florian Kögl (Urgestein) als Betreuer. Während bei der 1. Mannschaft die Lage nach mittlerweile nach nun fünf Siegen aus den letzten sieben Spielen viel besser aussieht, dümpelt die 2. auch in der Kreisliga auf dem letzten Tabellenplatz herum. Doch was geschieht jetzt mit dem FCK? Zunächst muss der bisherige Vorstand zum Amtsgericht und den Antrag auf einen Notvorstand stellen. Das Amtsgericht Kempten, Registergericht, sucht und benennt zunächst einen Notvorstand bis zu einer Neuwahl innerhalb einer bestimmten Frist. Dies könnte auch René Stache sein, der sich bei den Wahlen als Vorsitzender zur Verfügung gestellt hatte. Dann können folgende Situationen eintreten: Option 1: Es finden sich bei der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitglieder, die Verantwortung übernehmen. In diesem Fall gibt es einen neuen Vorstand für zwei Jahre. Nach heutiger Sicht höchst unwahrscheinlich. Option 2: Freunde, Sponsoren und Gönner erarbeiten ein Führungskonzept mit neuen Führungspersonen und stellen bei außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neues Führungsteam vor, das dann die Amtsgeschäfte übernehmen könnte. Dies Lösung wäre wünschenswert aber noch unwahrscheinlicher, da in fast zwei Jahren niemand gefunden wurde. Option 3: Es finden sich weiter keine Nachfolger. Das Amtsgericht Kempten setzt solange einen Notvorstand ein, bis ein neuer Vorstand gefunden wird, oder löst den Verein von Amts wegen auf. Aus heutiger Sicht allerdings die denkbarste Lösung.

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