TIK-Verantwortliche stellen die neue Spielzeit 2014/2015 vor

Von Spielen und Macht

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Stellen den Spielplan des Theaters in Kempten (TIK) für die nächste Spielzeit vor: OB Dr. Ulrich Netzer (v.l.), TIK-Chefin Nikola Stadelmann und Dr. Franz Tröger, Organisator der Meisterkonzerte.

Kempten– Es sei „immer so etwas wie eine Geburt“, meinte Nikola Stadelmann, künstlerische Direktorin des Theater-InKempten (TIK), als sie Spielplan und Konzept für die kommende Spielzeit vorstellte.

Da letzteres grundsätzlich „stimmt“, setzt die TIK-Chefin erneut auf die bewährte Mischung aus Schauspiel, Boulevard und Unterhaltung, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, Meisterkonzerte, Theatercafés, auf die Reihe LesART, drei Eigenproduktionen und, als besondere Überraschung noch vor dem offiziellen Saisonauftakt, Musiktheater. Nach dem Motto „Nährstoffe“ der laufenden Saison begibt sich das TIK 2014/2015 in „Machtspiele“ – oder „Macht Spiele“? So oder so ein vielschichtiges Thema, das von privaten Machtspielchen über manipulative Werbung bis zu politischen Geplänkeln so ziemlich alle Bereiche des Lebens betrifft; oder einfach dazu auffordert zu spielen. 

Entsprechend reichen auch die zum Einsatz kommenden Spielarten in der Theaterarena laut Stadelmann von „machtvoll“ bis „humorvoll“. Einen besonderen Platz unter den nahezu 100 Terminen soll William Shakespeare erhalten, der „ja ein Meister der Beobachtung von Machtspielen“ gewesen sei und nächstes Jahr seinen 450. Geburtstag feiern würde. So wird sich Michael Miensopoust in der TIK-Eigenproduktion „Kings“ (8. Mai 2015) den Shakespeare’schen Königen widmen und auch die Eigenproduktion „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ mit Oliver Karbus als Regisseur (30. Januar 2015), „passt gut zum Spielzeitmotto.“ 

Finn macht den Auftakt 

Als eigentlicher Saisonstart und zugleich Auftakt zum Kemptener Tanzherbst darf sich als erste Eigenproduktion der neuen Spielzeit die Uraufführung des Tanztheaters „Killing Your Darlings“ (Premiere 10. Oktober) von Caroline Finn auf der großen Bühne entfalten. Als Schmankerl kommt diesmal allerdings vorab das Genre Oper zum Zuge: Bevor die angesehene Akademie für Alte Musik Berlin unter Leitung von René Jacobs mit ihrer neuesten Produktion von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ auf Reisen zu den renommierten Festivals der Welt geht, ist sie Dank großzügiger privater Unterstützung als konzertante Aufführung auf der Bühne des TIK zu erleben (18. September). 

Da sich die Meisterkonzerte inklusive der Einführungsgespräche „in dieser Saison noch stärker etabliert haben“ als schon in den Vorjahren, hält auch Konzert-Organisator Dr. Franz Tröger an der bewährten Mischung aus Orchester- bis reiner Kammermusik fest. Acht Termine versprechen einmal mehr besondere Hörerlebnisse. Zum Auftakt wird das „Apollon Musagète Quartett”, Gewinner des ARD-Wettbewerbs 2008, Werke von Suk, Janáček und Schubert präsentieren (24. Oktober). Zusammen mit dem Pianisten Alexei Volodin gastiert das renommierte RTV-Sinfonieorchester „Ljubljana” unter dem Dirigat von Daniel Raiskin (28. November). 

Ebenfalls ein Höhepunkt dürfte das Meisterkonzert mit dem charismatischen und genialen Cellisten Maximilian Hornung und dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim sein. Und auch der Konzertabend mit Kompositionen von Leonard Bernstein, Friedrich Gulda und George Gershwin, interpretiert vom Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder unter Howard Griffiths, liest sich vielversprechend. Als Solisten mit dabei: Benjamin Schmid (Violine) und Lisa Smirnova (Klavier), die in Kempten schon mehrfach für Begeisterung gesorgt haben. 

Hohe Qualität 

Auch wies Tröger auf das Classix-Festival im September hin, das sich im Schwerpunkt um die Kammermusik Südosteuropas, von Griechenland über den Balkan bis zur westlichen Türkei, drehen werde. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) hob den „hohen Qualitätsstandard“ des TIK hervor sowie das ehrenamtliche und finanzielle Engagement von Kemptenern für das kulturelle Leben in der Stadt. Unter anderem seien die drei in Kooperation mit dem TIK durchgeführten Festivals Jazzfrühling, Tanzherbst und Classix „besondere Höhepunkte“.

Christine Tröger

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