Leidenszeit beendet

Neuer Eingangsbereich im "Altstadt-Center"

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Die jungen Sängerinnen und Sänger der Suttschule begeisterten Sozialbau-Chef Herbert Singer, (am Rednerpult) wie Gäste der Einweihung des neuen „Altstadt-Center“-Entrées.

Kempten – „Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss zur Stadt Kempten gehen“, sangen Kinder der Suttschule, begleitet von ihrem Rektor Tobias Schiele an der Gitarre, zur Freude der Gäste, die sich dicht an dicht hinter der niegelnagelneuen Glasfassade im Erdgeschoss des „Altstadt-Center“ drängten.

„Fröschl“ oder „Ätna-Kurve“ nannte Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau, als Begriffe, die im Volksmund für das 1974 errichtete Gebäude gegenüber der Suttschule an der Kronenstraße einst kursierten und an dem „Vieles nicht mehr zeitgemäß“ gewesen sei. Umso mehr freute es ihn, dass nach den Eröffnungen des Feneberg-Marktes und Laufsport Saukel im Sommer letzten Jahres nun ein weiterer Sanierungsabschnitt im „Altstadt-Center“ eingeweiht werden konnte, wodurch die Kemptener Stadtverwaltung in Form eines neuen gläsernen Entrées sozusagen eine transparente Visitenkarte erhalten habe. 2008 habe die Sozialbau das Gebäude erworben, nach einer „viele Jahre währenden Leidenszeit“ der darin beheimateten Stadtverwaltung, umriss OB Thomas Kiechle die „bewegten Zeiten“. Mit der Eröffnung des nun „attraktiven, barrierefreien“ Eingangs zu Stadtverwaltung habe auch ein beliebtes Suchspiel in Kempten ein Ende: „Mach dich auf den Weg zur Bauverwaltung“ – eine nicht nur während der Bauphase berechtigte Anspielung. So sei das „Verwaltungsgebäude Kronenstraße“ nach Jahrzehnten endlich auch von der Kronenstraße aus erreichbar.

Bei der durch den Kauf des ehemaligen „4-P-Haus“ angestrebten Vitalisierung der Altstadt sei ein wichtiges Ziel der Sozialbau gewesen, hier einen Lebensmittel-Nahversorger anzusiedeln, gestand Singer, dass es „ein Jahr gebraucht hat“, um die Firma Feneberg ins Boot zu bekommen. „Manchmal“, schmunzelte er, „muss man mit zwei Mädchen flirten – in diesem Fall noch drei von den großen Lebensmittelketten. Singers „Tag der Metaphern“ verschloss sich auch der OB nicht, der seinerseits ein großes Lob an die städtische Tochter „Sozialbau“ metaphorisch verpackte und darin das Wohl von Eltern pries, die solch eine Tochter hätten. „Eine Tochter, die sich um das Wohl der Eltern kümmert, die darauf achtet, dass sie ordentlich untergebracht sind, ihnen bei Bedarf auch das Häuschen saniert – und obendrein die stets etwas klammen Eltern auch noch finanziell unterstützt.“

Zwar sei die Umbauphase mit Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigung „keine leichte Zeit“ gewesen, das „Ergebnis aber entschädigt dafür“, betonte er, dass das Verwaltungsgebäude nun auch nach außen präsentiere, „was wir im Inneren leben: eine dienstleistungsorientierte, bürgerfreundliche, einladende Verwaltung“.

Nach dem Erdgeschoss, in dem auf 250 Quadratmetern nun eine Multifunktionsfläche mit modernster Medientechnik für Schulungen, Ausstellungen und als städtische Ausle- gungsfläche, dazu eine rund 140 Quadratmeter große Büroeinheit mit aktuellster Infrastruktur als Empfang und 320 Quadratmeter zusätzliche Büroflächen eingeweiht wurden, stehen schon die nächsten Schritte auf der Agenda der Sozialbau. Während die weiteren Obergeschosse modernisiert werden, sollen die dort beheimateten Stadtverwaltungs-Mitarbeiter ins Erdgeschoss umziehen. Um das Gebäude mit seiner 6000 Quadratmeter großen Fläche „wieder zukunftsfähig zu machen“, investiere die Sozialbau insgesamt rund sechs Millionen Euro, wie Singer angab.

Christine Tröger

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