Neues von den StadträtInnen

Anträge, die zur Verbesserung und Ergänzung der Infrastruktur beitragen sollen

Kemptener Rathaus
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Die Stadtratsfraktionen und -gruppierungen sowie einzelne StadträtInnen haben wieder einige Anträge eingereicht.

Kempten – Stadtratsfraktionen und -gruppierungen sowie einzelne StadträtInnen haben auch in den vergangenen Wochen wieder einige Anträge eingereicht, Anfragen gestellt und Mitteilungen veröffentlicht. Ein Teil dieser Verlautbarungen fordert verschiedene Verbesserungen oder Ergänzungen der städtischen und touristischen Infrastruktur.

Kein ordentlicher Radweg in die Innenstadt

Franz Josef Natterer-Babych und Michael Hofer (UB/ödp) kritisieren in ihrem Antrag, dass von Osten her über die St.-MangBrücke „kein ordentlicher Radweg in Richtung Innenstadt“ führe. RadfahrerInnen, die sich über die Füssener oder die Kaufberer Straße der Brücke näherten, müssten feststellen, dass sich der gemeinsame Rad- und Fußweg „auf Höhe der Sommerbar“ am Restwasserkraftwerk „ohne erkennbaren Grund“ in einen reinen Fußgängerweg verwandle. Erst wenn die RadlerInnen die Brücke hinter sich gelassen hätten, stünde ihnen ein klar definierter, jedoch nicht ausgeschilderter Radweg weiter Richtung Innenstadt“ zur Verfügung. Deshalb und auch im Hinblick darauf, dass in der Chapuis-Villa in der Füssener Straße eine autofreie Kindertagesstätte beheimatet sei, beantragen die beiden Stadträte „ein sinnvolles, sicheres, familien- und gesellschaftsfreundliches Rad- und Fußwegekonzept“ für den beschriebenen Bereich einschließlich der Lenzfrieder Straße.

Mobilitätsapp für Beruf und Freizeit

Auch AfD-Stadtrat Walter Freudling hat mit seinem Antrag einen Vorschlag eingebracht, der die Verkehrssituation in Stadt und Region verbessern soll. Da er angesichts der Corona-Krise mit „extremen Steuerausfällen“ rechnet, geht er davon aus, dass es nicht möglich sein wird, den ÖPNV „von Sparmaßnahmen gänzlich auszunehmen“, und hat auch deshalb nach einem alternativen Lösungsansatz für aktuelle verkehrspolitische Aufgaben gesucht. Stadtpolitik und -verwaltung sollten demnach, eventuell in Zusammenarbeit mit der Hochschule, eine „Allgäu Mobilitäts App für Beruf und Freizeit“ entwickeln. Die Anwendung sollte „jetzige und künftige Verkehrsträger miteinander verbinden“ und nicht nur eine Übersicht über alle Busund Bahnverbindungen sowie Anrufsammeltaxis, Carsharingmodelle und weitere Mobilitätsangebote enthalten, sondern auch eine Online-Mitfahrzentrale „nach dem Muster von BlaBlaCars“ bieten. Freudling zitiert den Statistischen Jahresbericht 2019, der für Kempten 21.568 Einpendler und 13.212 Auspendler mit Pkw aufliste, wobei meistens „nur eine Person im Wagen“ sitze, „obwohl viele Einpendler aus den gleichen Gemeinden kommen“. Die von ihm skizzierte Software könne nicht nur den Berufsverkehr entspannen, sondern auch für die „Einkaufsstadt Kempten“ und die vom „Overtourismus“ geplagten Allgäuer Gemeinden deutliche Erleichterungen bringen. Zudem werde sie dazu beitragen, Kohlenstoffdioxid einzusparen, und verspreche insgesamt „ein System, das Umwelt und Geldbeutel stark entlastet und dabei die Mobilität jedes einzelnen“ – ob Pendler, Kunde, Tagesausflügler oder Tourist – „gewährleistet“.

Effizienz der Elektromobilität

Freudlings Parteikollegen Thomas Senftleben und Christian Kaser interessieren sich insbesondere für das Zukunftspotential der Elektromobilität und haben bei Oberbürgermeister Thomas Kiechle diverse Daten zu Elektro- und Hybridfahrzeugen angefragt, die von der Stadt oder den Allgäuer Überlandwerken geleast wurden oder betrieben werden. Mit diesen Informationen wollen sie herausfinden, wie „effizient“ Elektromobilität im Vergleich zu Verbrennungsmotoren ist. Die Ergebnisse sollen als Entscheidungshilfe dienen, „um den Umstieg in die Elektromobilität oder später die Wasserstoffmobilität voranzutreiben“.

Brennpunkt: Hütte am Wettmannsberger

Weg CSU-Stadtrat Peter Wagenbrenner hat seinem Schreiben an Kiechle ein Foto beigelegt: Es zeigt die Hütte am Bolzplatz im Wettmannsberger Weg in Lenzfried, die sich offensichtlich zu einem „Brennpunkt“ entwickelt hat. Er beobachte „seit geraumer Zeit“, dass dort nach Partys und Gelagen die Spuren des „Vandalismus“ unübersehbar seien, berichtet Wagenbrenner: „Herausgerissene Verkehrspfosten“, Glasscherben und andere Abfälle lägen um die Hütte und auf dem Weg verstreut, die umliegenden Wiesen seien von Reifenspuren aufgewühlt. Da der Bolzplatz kaum mehr zum Kicken genutzt werde, bitte er darum, zu überprüfen, „ob die Hütte entfernt werden kann“. Außerdem solle die Stadt den Klagen der Fußgänger nachkommen und den Wettmansberger Weg reinigen lassen.

Erweiterung des Wohnmobilparks am Illerdamm

Die Stadtratsfraktion der CSU hat sich anlässlich der geplanten Erweiterung des Wohnmobilparks Illerdamm vor kurzem zu einem Ortstermin auf dem Gelände am Illerstadion getroffen. Nach der Begehung kritisierten sie den Vorschlag der Freien Wähler (FW), den neuen Standort in den „nördlichen Teil der Illerstadion-Fläche“ zu verlagern, nachdrücklich. Die Kehrtwende sei angesichts der „klaren Standortbestimmung“ durch ein „eigens hierfür in Auftrag gegebenes Gutachtens“ und mit Blick auf den entsprechenden Mehrheitsbeschluss des Stadtrats kaum nachvollziehbar. Anders als im Süden gebe es im Norden des Areals weder einen „Frischwasseranschluss noch Entsorgungseinrichtungen“.

Die oft kauffreudigen Wohnmobil-Urlauber seien dort weiter vom Stadtzentrum und seinen Einkaufsmöglichkeiten entfernt, wodurch für den Einzelhandel eine „große Chance verschenkt“ würde. Sportflächen, die von Vereinen und Schulen genutzt werden, müssten verkleinert und teils versiegelt werden; sehr wahrscheinlich müsse auch die dortige Skateranlage den zusätzlichen Wohnmobil-Stellplätzen weichen. Zudem wäre die Stadt verpflichtet, die angrenzenden Wohngebiete mit einer hohen Lärmschutzwand gegen den Wohnmobilpark abzuschirmen. Auch im Hinblick darauf, dass bereits eine erhebliche Summe in das laufende Planungsverfahren investiert worden sei, befürchten die CSU-StadträtInnen eine Verschwendung von Steuergeldern, sollte der Änderungsvorschlag weiterverfolgt werden.

Die Freien Wähler hatten im Juli mitgeteilt, dass sie sowohl mit den Sportbeauftragten des Stadtrats als auch mit „den betroffenen Sportvereinen“ Gespräche geführt hätten. Sie berichteten, dass die Verantwortlichen des FC Kempten e. V. mit der „Alternativfläche“ im Norden einverstanden wären, nachdem sie sich „gegen einen Wohnmobilstellplatz südlich des Stadions schon mit einer Online-Petition gewehrt“ hätten. Vorteilhaft sei unter anderem auch, dass bei einer Erweiterung nach Norden die Stellplätze südlich des Illerstadions weiterhin „für Einzelhandel, Tagesbesucher und Sportvereine“ zur Verfügung stünden und eine „bessere Verteilung des zusätzlichenn Verkehrs“, auch im Interesse der AnwohnerInnen, möglich würde.

Antonia Knapp

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