Herbstvollversammlung beim SJR

Volles Programm 2015

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„Die Neue“ unter anderem für die Jugendverbandsarbeit: Christine Schnell.

Kempten – Obwohl „nicht so haushaltsstarke Jahre“ bevorstehen, konnte Regina Liebhaber, Ehrenmitglied des Stadtjugendrings (SJR) Kempten, in der Herbstvollversammlung im Jugendzentrum Sankt Mang insofern beruhigen: „In der Jugendarbeit sind keine Einsparungen geplant.“

Dennoch fiel die Prognose für die Einnahmen 2015 von SJR-Geschäftsführer Alexander Haag bei der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs verhalten optimistisch aus. Denn „die Zinsen werden unterirdisch“, was bei der Ausschüttung der Stiftungsmittel spürbar werde. Und auch die Einnahmequelle durch vom Gericht zugewiesenen Bußgelder „bricht zunehmend weg“, weshalb da nachgehakt werden soll. Veranschlagt sind Einnahmen wie Ausgaben des SJR mit 1.513.500 Euro. Unter den neuen Projekten soll „nach zwei Jahren Zertifizierungswahnsinn“ die „Arbeitsbrücke“ endlich starten, durch das nicht beziehungsweise nicht mehr erreichbare junge Menschen in die Arbeitswelt beziehungsweise in die Gesellschaft integriert werden sollen. Neben der Fortführung von Projekten wie „Aktiv-Sommer“ oder „leben statt schweben“ will der SJR den renommierten Jugendforscher Klaus Farin für einen Vortrag nach Kempten holen. Auch mit einem prallen Seminarprogramm für die Jugendleiter wartet der SJR im kommenden Jahr erneut auf.

Geplant sind laut Vorstand Johannes Messe ein Erste-Hilfe-Kurs, der „Voraussetzung für Jugendleiter ist“, Bootsführerkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Pressearbeit für Jugendverbände und Vereine, Kleinbusfahren, Erlebnis Seilgarten, und für den Kulturbereich „Radio selber machen!“ sowie Veranstaltungsmanagement. Mit „Beats for free“ – wobei „for free“ heiße „es koscht nix“, so Messe – sollen zudem Jugendliche auf dem St. Mangplatz auf ihre Kosten kommen können.

Die Werbetrommel wurde nicht nur von Vorstandsmitglied Eva Maria Kraljevic für das eben erschienene SJR-Kochbuch „Kempten i(s)st bunt. Nicht nur ein Kochbuch!“ (der Kreisbote berichtete) gerührt. Michaela Regele vom Bezirksjugendring Schwaben war eigens angereist, um sich für die Jugendleitercard JULEICA stark zu machen. Im Jahr 2013 hätten gerademal 81 Jugendleiter die vielen Vorteile und Vergünstigungen der Karte genutzt. „Es gibt sicher sehr viel mehr qualifizierte Jugendleiter in Kempten“ warb sie, da bei stärkerer Nachfrage auch mehr Spon- soren und Partnerunterneh-men dafür gewonnen werden könnten.

Neu besetzt wurde aktuell die Stelle für das Projekt Jugendarbeit , da die „ursprüngliche Projektleiterin langfristig erkrankt ist“, wie Vorstandsmitglied Bernd Fischer meinte. Die dabei vorgesehene Jugend-Verbandsarbeit, Schule und offene Jugendarbeit wird künftig Christine Schnell übernehmen, die sich selbst als „ein Kind der Jugendarbeit“ bezeichnete. Da schon einige Dinge am Laufen seien, zum Beispiel engagieren sich Kemptener Sportvereine bereits an Schulen, ebenso der DAV oder die Freiwillige Feuerwehr, möchte sie zunächst „überall reinschnuppern“ und aktuell laufende Projekte be-gleiten. Ebenfalls neu bekleidet Manuel Mayr von der Verdi-Ju-gend nun einen Sitz in der Vorstandschaft des Kemptener SJR. Er wurde in einer Nachwahl des Vorstandes, als einziger angetretener Kandidat, mit 32 Ja-Stimmen zu zwei Enthaltungen gewählt.

Einstimmig verabschiedete die Vollversammlung zum Schluss eine Resolution zum Thema Flüchtlinge (s. unten), zu der aus den Reihen der „Falken“ spontan ein schönes Praxisbeispiel gelebter Willkommenskultur erzählt wurde, das vom gemeinsamen Kochen handelte.

Die Resolution im Wortlaut:

Wer flieht, braucht Hilfe. – Welcome Refugees! Wer gezwungen ist, seine Heimat zu verlassen und alles zurücklässt, braucht unsere Unterstützung. Flüchtlinge sind uns in Kempten herzlich willkommen. Die ankommenden Flüchtlinge aus aktuellen Krisengebieten haben schlimmste Erlebnisse hinter sich und sind vor Verfolgung und tödlichen Gefahren geflohen. Als Stadtjugendring Kempten mit seinen Mitgliedsverbänden werden wir unser Möglichstes tun, diese Menschen willkommen zu heißen und sie in unsere Gesellschaft zu integrieren. Kempten soll für sie ein Zuhause sein, in dem sie angstfrei leben und Zukunftsperspektiven entwickeln können.

Christine Tröger

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