Fertigstellung, Grundsteinlegung und Richtfest in einem

"Stiftstadt-Wohnen" eröffnet

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Bevor der edle Tropfen in die kupferne Grundsteinhülse wanderte, wurde er von Oberbürgermeister Thomas Kiechle (2.v.l.) kritisch in Augenschein genommen. Neben einer Flasche Wein wurden Münzen, Hartgeld, Magazine und ein Exemplar der Allgäuer Zeitung durch die Verantwortlichen Herbert Singer, Geschäftsführer Sozialbau (l.), Landrat Anton Klotz (3.v.l.), Tim Koemstedt, Baureferent der Stadt Kempten (2.v.r.) und Martin Kaiser, Geschäftsführer SSW Oberallgäu (r.) feierlich in die Zeitkapsel gesteckt.

Kempten – Wo einst ein Kreiskrankenhaus stand, wird in naher Zukunft ein lebenswertes Wohnquartier fertiggestellt sein. Im Bereich des Gottesackerweges und der Gerhard-Hauptmann-Straße entsteht unter der Bauträgerschaft der Stiftstadt-Wohnen GbR der Sozialbau und dem SSW

Oberallgäu (Sozialwirtschaftliches Werk Oberallgäu) mit fünf Gebäuden das Wohnquartier „Stiftsstadt-Wohnen“. 120 Miet- und Eigentumswohnungen werden dort Platz finden. Am Freitag war Grundsteinlegung, Fertigstellung und Richtfest in einem.

Im fußläufigen Bereich zur fürstäbtlichen Residenz gelegen, ist es nicht weiter ungewöhnlich, dass bei der derzeitigen Nachfrage nach attraktivem Wohnraum bereits alle 75 Eigentumswohnungen verkauft sind. Ab Ende 2017 können die ersten Bewohner am Gottesackerweg in ihre modernen Eigentumswohnungen des ersten Bauabschnitts einziehen.

Alle Wohnungen haben schwellenarme Zugänge von der Tiefgarage bis in die Wohnung. Für die Bewohner stehen 133 Tiefgaragenplätze und rund 80 Parkplätze im Freien zur Verfügung. 9500 Quadratmeter Wohnfläche entstanden insgesamt im Wohnquartier „Stiftstadt-Wohnen“.

Das bis dato baulich Erreichte, zusammen mit der Grundsteinlegung des Bauabschnitts 5, des Richtfestes des Bauabschnitts 4 und der baldigen Fertigstellung des Bauabschnitts 1, nahmen die Bauträger Sozialbau und SSW Oberallgäu zum Anlass, rund 200 Gäste zu einer Feier auf das 12.500 Quadratmeter große Baugelände einzuladen.

Neben Ehrengästen wie Oberbürgermeister Thomas Kiechle, Landrat Anton Klotz, dem Baureferenten der Stadt Kempten Tim Koemstedt und dem SSW-Geschäftsführer Martin Kaiser erschienen auch viele neue Eigentümer und baldige Mieter der Wohnanlage sowie die Planer und Architekten des Architekturbüros „Palais Mai“ aus München, die den Realisierungs-Wettbewerb 2014 gewannen, waren vor Ort.

In seiner Ansprache zum Fest zeigte sich Herbert Singer, Geschäftsführer der Sozialbau, durchaus kritisch, was die Akzeptanz der Leistungen von einem sozial ausgerichteten Bauträger wie der Sozialbau in Gesellschaft, Politik und Medien betrifft. „Schlechte Nachrichten verbreiten sich leider schneller und häufiger als Gute“, so konstatiert er.

Ihn und andere Verantwortliche störe es schon, wenn zu schnell und aus seiner Sicht ungerecht geurteilt wird: „Wohnen ist unbezahlbar, wir haben zu wenig Sozialwohnungen, wir bauen zu dicht, wir verbrauchen zu viel Energie.“ Das sind nur einige der gängigen Meinungen und Vorurteile, die Singer zitierte. Dabei, führte er an, seien in den letzten zwanzig Jahren die Bauvorschriften von 5000 auf heute 20.000 gestiegen. Auch für Kempten möchte Herbert Singer manche dieser Urteile so nicht stehen lassen und verwies auf die

aktuellen Bautätigkeiten der Sozialbau, zum Beispiel auf der Jakobwiese und im Calgeer-Park. „Je mehr wir haben, desto mehr haben wir zu wenig“, auf diese Haltung stoße er des öfteren, wenn über die Sozialbau gesprochen wird.

Dann aber bekundete der Unternehmens-Chef in seiner Rede natürlich auch seine Freude über das Erscheinen der rund 200 Gäste, darunter zahlreiche Kemptener Stadträte aller Fraktionen, und wünschte allen ein schönes Fest, wobei er ausdrücklich die ebenfalls anwesenden Bauarbeiter aus Osteuropa mit einschloss: „Ohne diese tüchtigen Männer könnten wir vor Ort nicht mehr kostendeckend bauen“, betonte er.

Jörg Spielberg

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