Neugierige sammeln erste Eindrücke

Freuten sich in Leubas das passende Gebäude für die in Gründung befindliche „Josef-Kentenich-Schule“ gefunden zu haben: Claudia Denkinger (v.l.), Schulgründungsmitglied, der zukünftige Schulleiter Harald M. Knees und das Ehepaar Renate und Christian Immler, beides Vorstände des Schulträgervereins „Kentenich-Pädagogik e.V.“. Foto: Tröger

Was lange währt, wird endlich gut: Zumindest die hürdenreiche, zweijährige Suche nach geeigneten Räumen für die sich in Gründung befindende katholische Privatschule „Josef-Kentenich-Schule“ hat nun ein Ende. Laut Renate und Christian Immler, Vorstände des Schulträgervereins „Kentenich-Pädagogik e.V.“, ist der Mietvertrag für die ehemalige Konrad-Adenauer-Schule in Kempten-Leubas seit dem 12. Juli unterschrieben. Das Gebäude bietet Raum für drei Klassenzimmer, einen Gruppenraum und Verwaltungsräume. Im Rahmen einer Info-Veranstaltung konnten sich vergangene Woche nun Interessierte bereits vor Ort einen ersten Eindruck verschaffen.

In die direkte Nachbarschaft ausgelagert werden ein Mehrzweck- und ein Werkraum. Ein ab 2014 zusätzlich benötigtes Klassenzimmer soll in einem Anbau Platz finden. Erfreut zeigten sich die Immlers, dass die Stadt Kempten – trotz sofortiger Nutzungsfreigabe – erst ab August nächsten Jahres Miete verlange. Einzige Bedingung: Die hausmeisterliche Betreuung der Außenanlage durch den Verein. Start der zunächst einmal nur einzügigen Grundschule soll mit einer ersten und einer zweiten oder dritten Klasse im September 2012 sein. Nach Wunsch der Initiatoren sollen die Räumlichkeiten aber möglichst bald für ein zweizügiges Angebot erweitert werden. Im Rahmen einer Info-Veranstaltung konnten sich vergangene Woche nun Interessierte bereits vor Ort einen ersten Eindruck verschaffen. Freie Persönlichkeiten Die Klassenzimmer mit allerhand interessantem Unterrichtsmaterial dekoriert, nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit, auch die pädagogischen Ansätze vorzustellen, durch die „eigenständige, starke und freie Persönlichkeiten“ heranwachsen sollen. Wie Gründungsmitglied und Lehrerin Claudia Denkinger erklärte, werde sich der Unterricht am so genannten „Marchtaler Plan“ – darin wird Montessori-Pädagogik aufgegriffen und in eigener Weise umgesetzt – und der „Kentenich-Pädagogik“ ausrichten. „Was uns von anderen katholischen Schulen unterscheidet, sind die fünf Sterne“, erläuterte Harald M. Knees, Lehrer und zukünftiger Schulleiter, die Kentenich-Grundpfeiler: Ideal-, Vertrauens-, Bindungs-, Bündnis- und Bewegungspädagogik. Vor allem die Bindungen zu Lehrern, Eltern oder Mitschülern „sind unglaublich wichtig um sich wohl zu fühlen“ – für ihn eine Grundvoraussetzung Eigenmotivation zu entdecken. „Dann gelingt Wissensvermittlung einfach“ und „christlich soziale Werte eignen sich hervorragend zur Motivation“, so seine Erfahrung. Neben regelmäßigen Morgen- und Abschlusskreisen soll der Unterricht freie Stillarbeit beinhalten. Dabei entscheiden die Kinder selbst, womit sie sich beschäftigen möchten, solange es die „Vorgaben des bayerischen Schulsystems abdeckt“. Als wichtiges Merkmal des Unterrichts nannten Denkinger und Knees den vernetzten Unterricht, durch den ein Thema fächerübergreifend aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. So werde zum Beispiel das Thema „Feuer“ aus naturwissenschaftlicher bis religiöser Sicht anhand von Literatur, Experimenten, Kunstwerken bis zum Besuch bei der Feuerwehr behandelt, ohne nach 45 Minuten die Unterrichtsstunde zu wechseln. „Bildung ist, Dinge im Zusammenhang zu sehen“, und viele Fächer ließen sich gut vernetzen, meinte Knees. Auch „der Druck bei Prüfungen wird viel weniger“, erklärte Denkinger ein Modell, das sie an ihrer Schule im benachbarten Baden-Württemberg bereits erfolgreich getestet habe. Dennoch, betonte Renate Immler, werde es „normale Zeugnisse“ geben, mit denen man auf eine Realschule oder das Gymnasium weitergehen könne. Lediglich die beiden ersten Jahre nach Schulgründung würden als Testphase gesehen, was bedeute, dass die Kinder einen Probeunterricht besuchen müssten. Nach den zwei Jahren laufe es dann „ganz normal“. Zuvor muss das Kentenich-Team aber mindestens 14 Anmeldungen vorweisen können, um die Genehmigung bei der Diözese beantragen zu können. Weitere Infos zu diesem Thema gibt es auch im Internet unter www.josef-kentenich-schule.de.

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