Wochenend-Uni für Behinderte wird zunehmend beliebter

Uni einmal anders

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„Halt“ – Eine Übung, die es in sich hat – und die die Wochenendstudenten mit Handicap so schnell nicht vergessen werden. Außerdem vermittelt die junge Polizeihauptmeisterin Melanie Hintze: „Jeder kann helfen – und wenn es mit einem Anruf bei der 112 ist!“

Kempten – „Krimi-like“ vermittelte Professor Dr. Ernst Führich was vor Gericht passiert, wenn man beim Klauen erwischt wird. Daniel durfte dazu eigens in die schwarze Robe von Führich schlüpfen und die Rolle des Richters übernehmen. 

Selbst Hansjörg im Rollstuhl gab über Kommunikator und seiner Assistentin seine Strafvorstellung zu dem Pseudo-Diebstahl kund. Er war seit Tagen aufgeregt und fieberte der Wochenend-Uni entgegen. Jetzt war es wieder soweit: Die 7. Auflage dieses Erwachsenenbildungs-Events von Körperbehinderte Allgäu, den Allgäuer Werkstätten und der Lebenshilfe Kempten ging in den Räumen der Hochschule über die Bühne. Inzwischen hat das „Schlau-mach-Wochenende“ Tradition. „Rund 160 Interessenten haben sich diesmal angemeldet. Das ist unser bisheriger Höchststand!“ freute sich Koordinatorin Uschi Ullemair von der Körperbehinderten. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. „Wir können da lernen, wo sonst andere studieren. Allein der Veranstaltungsort gibt den sechs Seminaren und einem Workshop schon einen ganz beson-deren Charakter“, so Ullemair. 

 „Stopp“ ruft Melanie Hintze. Zur Verstärkung hält sie ihren ausgestreckten rechten Arm mit hochgehaltener Hand ihrem Gegenüber entgegen. Gleich darauf ermutigt die Polizeihauptmeisterin die rund 45 Teilnehmer in ihrem Seminar Selbstbehauptung und Zivilcourage, es ihr gleich zu tun. Das Programm war einmal mehr ansprechend und in leichter Sprache aufbereitet. „Immer im Einsatz – die Arbeit der Johanniter Rettungshundestaffel“ wurde von Ralph Krauß und Hund Arrow vorgestellt, über de Allgäu Orient-Rallye berichtete ihr Erfinder Wilfried Gehr“ und zwei Mitarbeiter der Firma Edelweiß erklärten mit Kostproben weshalb der Slogan die „Milch macht`s“ richtig ist. Und so tummelten sich jetzt im Gebäude S die Menschen mit Behinderung, nutzten die Pausen für Begegnungen und Verpflegung. 

Die Teilnehmer kamen aus dem ganzen Allgäu, sogar aus Krumbach und Peiting. „Wir wollen eben alle schlauer werden.“ Peter berichtete, dass er schon mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht hat, aber jetzt bei Heinz Schulze von der Johanniter-Unfall-Hilfe den „Rettungsgriff“ noch mal neu gelernt hat. Im Seminar „Von der Hexenküche bis zur modernen Apotheke“ wurde neben der Theorie auch praktisches Wissen aus der Bahnhofs-Apotheke vermittelt. So mischten Apothekerin Petra Schmidt und ihre Kolleginnen einen Handsalbe. Eine Probe davon gab es am Ende des Kurses.

mori

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