"Weil wir hier leben"

Neujahrsempfang der Kemptener Grünen: Lajos Fischer als Oberbürgermeister-Kandidat will für frischen Wind sorgen

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Oberbürgermeister-Kandidat Lajos Fischer beim Neujahrsempfang der Kemptener Grünen.

Kempten – Es war wohl der Wunsch, den OB-Kandidaten der Grünen genauer unter die Lupe zu nehmen, der so viele Leute ins Haus International lockte. Lajos Fischer gab mit seiner kämpferischen und pfiffigen Rede Auskunft über seine Vorstellungen einer zukunftsfähigen modernen Stadtentwicklung.

Mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung mit Umweltschutz, Basisdemokratie, Menschenrechtsarbeit und kreativen Lösungen prädestiniere die Grünen, jetzt politische Verantwortung zu übernehmen.

Als OB würde er die Stadtentwicklung jedenfalls nicht länger „mit angezogener Handbremse“ verfolgen. Er fordert zum Beispiel ein modernes Mobilitätskonzept mit anderen Spielregeln und Prioritäten, das ohne Verbote auskommt. Die Menschen sollen sich auch zu Fuß und per Rad sicher auf den Straßen bewegen können, die Plätze konsumfreie Begegnungsstätten werden: „Keine Ausflüchte mehr!“

Die Stadtteile könnten durch Interkulturelle Gärten gestärkt werden, die Verwaltung solle ein „Willkommenszentrum“ einrichten, in dem mit zugewanderten und geflüchteten Menschen auf Augenhöhe gesprochen wird. Er sei auch bereit, mit verbitterten und enttäuschten Personen zu sprechen, um Demokratie und Bürgerbeteiligung zu fördern.

Es bringe nichts, an veralteten Technologien festzuhalten, vielmehr sollen Ökologie und Wirtschaft innovativ zusammenarbeiten und versöhnt werden.

Fischer bezweifelt, dass das hehre Ziel einer „schwarzen Null“ im städtischen Haushalt in einer Zeit niedriger Zinsen noch sinnvoll ist. Entscheidende Investitionen werden dadurch nur immer wieder verschoben – nicht zuletzt die Sanierung des Haus International, dem interkulturellen Zentrum der Stadt. Für eine Kommune, in der 40 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat, wäre das ein fatales Zeichen.

Klimaschutz und der Öffentliche Nahverkehr waren die übergeordneten Themen in Fischers Rede, denn „wer das Klima schützt, schützt auch die Menschen. Heute versäumte Investitionen in Bereichen wie grüne Mobilität, Gebäudesanierung, Erweiterung der Grünflächen und Baumbestände müssen die folgenden Generationen teuer bezahlen.“ Das war auch die Botschaft des Wahlvideos, an dessen Ende eine reizende Kinderstimme recht überzeugend an uns Erwachsene appellierte: „Denkt auch an meine Zukunft!“

Thomas Gehring, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, stellte eingangs die eher rhetorische Frage, ob die Grünen noch gebraucht werden, wo jetzt „sogar der Ministerpräsident Bäume umarmt?“. Es sei aber keine Zeit mehr für Experimente, das Wissen um ökologische Technik und ökologische Wirtschaft sei da, es müsse nun umgesetzt werden.

Viele Menschen, die mutig vorangehen und bereit sind, auch im Kreistag und in den Gemeinden im Oberallgäu politische Verantwortung zu übernehmen, konnten sich und ihre Ideen beim Neujahrsempfang kurz vorstellen. Jeder und jede hatte einen symbolischen Gegenstand dabei, der ihr Tun und Denken symbolisierte. Christina Mader, die Geographin mit „Mach-Anspruch“, die Landrätin im Oberallgäu werden will, hielt ein Stück Nagelfluh in der Hand. Es bedeutet: „Wir Grünen halten fest zusammen, so verschieden wir sind, auf uns kann man bauen, gemeinsam sind wir stark.“

Dass die Grünen auch „Heimatgefühl können“, bewies das Duracher „Mehrweg-Terzett“. Klassische Montur mit Edelweißhosenträgern, klassisch besetzt mit Ziehharmonika, Kontrabass und Tuba, klassisches Liedgut – passt.

Elisabeth Brock

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