"Nicht ausgegoren genug"

Bei vier Gegenstimmen hat der Stadtrat am Donnerstagabend der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Brauhaus-Gelände zugestimmt. Basis des Aufstellungsbeschlusses ist wie mehrfach berichtet der städtebauliche Rahmenplan des Architekturbüros dressler_mayerhofer, der eine klassische Mischnutzung des Areals vorsieht. In den Reihen der CSU formierte sich am Donnerstagabend allerdings Wiederstand gegen das Projekt. Als „nicht harmonisch und ausgegoren genug“ bezeichnete beispielsweise Birgit Geppert den Plan.

Unter anderem Wohnungen, Büros und ein Parkhaus in verschiedenen Gebäuden sieht der städtebauliche Rahmenplan für das Brauhaus-Areal vor, das der Projektentwickler Hannes Geierhos zu einer der feinen Adressen in Kempten machen will. Darüber hinaus sollen in die Lücke an der Ecke Beethoven-/Königstraße und die freie Fläche entlang der Königstraße Häuser gebaut werden – auf Wunsch der CSU mit geneigten Dächern. Entgegen den ursprünglichen Planungen soll auf Druck der Öffentlichkeit nun auch – wenn irgend möglich – das historische Sudhaus in der Mitte des großflächigen Grundstücks erhalten werden. Um die Zufahrt zum geplanten Parkhaus zu ermöglichen, soll die Hirnbeinstraße durch Verschiebung der Baukörper nach Norden erweitert werden, berichtete Baureferentin Monika Beltinger auf Anfrage von Stadtrat Helmut Hitscherich (ödp/UB). So soll ein zweispuriges Befahren der Hirnbeinstraße von und zur Königstraße bis zum neuen Parkhaus möglich gemacht werden. Um ein Verkehrschaos in der Bahnhofstraße zu vermeiden, darf die Hirnbeinstraße von dort aus aber weiterhin nur in eine Richtung befahren werden. Obwohl die Pläne bislang sämtliche Gremien einstimmig passierten, äußerten die CSU-Stadträtinnen Claudia Dress und Birgit Geppert am Donnerstagabend Kritik an dem Vorhaben. Für sie sei kein schlüsiges Konzept erkennbar, monierte Dress unter anderem. Geppert hingegen bezeichnete die von Baureferentin Monika Beltinger vorgestellten Ideen als „nicht harmonisch und ausgegoren genug“. „Das ist nicht ausreichend diskutiert und durchdacht worden“, kritisierte sie. Das Brauhaus-Gelände im Herzen der Stadt sei aber zu wichtig für voreilige Beschlüsse. Neben Geppert und Dress stimmten auch die beiden CSU-Stadträte Stephan Prause und Josef Leonhard Schmid gegen den Rahmenplan und die Aufstellung des Bebauungsplans. Hannes Geierhos von der Recommerz GmbH wollte sich am Freitag gegenüber dem KREISBOTEN weiterhin nicht zu den Plänen äußern. Stattdessen kündigte er an, sich demnächst gemeinsam mit den Verantwortlichen des Brauhaus öffentlich zu äußern.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Stadtgeschichte: Die Kemptener Illerbrücken im Wandel der Zeit Teil 2
Stadtgeschichte: Die Kemptener Illerbrücken im Wandel der Zeit Teil 2
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren
Bienen sterben leise – ganze Völker gehen verloren

Kommentare