Nicht jedermanns Sache

Bereits von manchen Erwachsenen als grenzwertig empfunden, geriet das Stücke „Die Ziege oder wer ist Sylvia?“ bei der Schülervorstellung im TheaterInKempten (TIK) zur Entscheidungsfrage. Von den 550 angemeldeten Schülern verließen deshalb rund 250 das Theater, bevor die Vorstellung überhaupt begonnen hatte. Die Schauspieler selbst, allen voran Hauptdarsteller August Zirner, hätten das Stück nicht vor dem zum Teil für zu jung befundenen Publikum spielen wollen, wie Ulrike Schad, Leiterin der TIK-Öffentlichkeitsarbeit, dem KREISBOTE erklärte.

Zwar seien die Lehrkräfte im Vorfeld über den Inhalt des Stückes und über das empfohlenen Mindestalter von 15 Jahren informiert gewesen, aber „vermutlich haben sie es nicht gelesen“. Das thematisch um Sodomie, Sex und gesellschaftliche Normen kreisende, sehr provokante Ehedrama ist mit seiner unzweideutigen und zum Teil obszönen Sprache der heutigen Schülergeneration zwar sicher geläufig, aber eben nicht jedermanns Sache. Nach einem darauf hinweisenden Gespräch mit den Lehrern hätten die in Begleitung von Siebt- und Achtklässlern auch lieber darauf verzichtet. „Für uns ist es in erster Linie schade, dass sie nicht im Theater waren“, bedauerte Schad, da sich das TIK „viel Mühe bei den Schulen“ gebe. Deshalb sei jetzt wichtig danach zu suchen, „wo das Problem in der Kommunikation gelegen hat“ und eine für beide Seiten zufrieden stellende Lösung zu finden. Die älteren Schüler, die das im Unterricht bereits gut vorbereitete Stück gesehen hätten, seien jedenfalls durchweg begeistert gewesen, betonte Schad dessen Eignung auch für Schüler älterer Jahrgänge.

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