"Es ist nicht leicht"

Oberstleutnant Rasch verkündet das Ende des Regiments. Matz

Verloren wirken die etwa 100 Soldaten und Handvoll Zivilisten, die sich am Mittwoch um 16 Uhr auf dem trostlosen Appellplatz der Ari-Kaserne versammelt haben, um von Oberstleutnant Kurt Rasch zu erfahren, was zu diesem Zeitpunkt längst bekannt ist – das Regiment wird aufgelöst. Zapfenstreich in der Ari-Kaserne.

Der graue Herbsthimmel und das vereinzelt über den Asphalt raschelnde Laub passen zur tristen Stimmung in diesem Moment. Keiner der im Karee angetretenen Männer und Frauen in Uniform verzieht eine Miene. Wozu auch? Spätestens seit dem Mittag wissen alle, was Sache ist – das Regiment wird aufgelöst, die meisten Soldaten voraussichtlich nach Dornstadt verlegt. „Es fällt mir schwer”, eröffnet Rasch, Vertreter von Kommandeur Dr. Frank Hengstermann, seine Ansprache. „Es ist nicht leicht, das bekannt zu geben.” Dann verliest er den Tagesbefehl des Verteidigungsministeriums. Was die Angetretenen dabei am meisten interessieren dürfte: „Für jeden von Ihnen wird es eine individuelle Folgeplanung geben”, heißt es da. Wie diese aussieht, steht aber noch in den Sternen. Nach Rasch drückt OB Dr. Ulrich Netzer sein Bedauern aus und lobt die Integration der Bundeswehr in Kempten. „Ein Miteinander hört auf – das macht traurig”, so Netzer. Rasch macht es anschließend kurz und schmerzlos: Sein „Köpfe nicht hängen lassen”, klingt wie ein Befehl. Die Soldaten verschwinden zwischen den grauen Unterkünften.

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