Nicht mehr zu retten

Das historische Gärtnereigebäude im Klostergarten wird aller Voraussicht nach der Abrissbirne zum Opfer fallen. Das entschied der Stadtrat bei zwei Gegenstimmen. Foto: Matz

Trotz aller Appelle ist das historische Gärtnereigebäude auf dem Gelände des Klosters Lenzfried nicht zu retten. Bei Gegenstimmen der beiden UB/ödp-Stadträte Dr. Philipp Jedelhauser und Michael Hofer sprach sich der Stadtrat am vergangenen Donnerstagabend mehrheitlich für den Abriss des Häuschens aus. Auf dem Klostergelände soll wie mehrfach berichtet in absehbarer Zeit ein Wohngebiet entstehen. Den erforderlichen Bebauungsplanentwurf segnete der Stadtrat am Donnerstag einstimmig ab.

Im Zuge der „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“ bei der Aufstellung des Bebauungsplan hatte ein Bewohner des Klosterareals den Erhalt des Gärtnereigebäudes gefordert. Dem schlossen sich am Donnerstagabend auch die beiden Stadträte Jedelhauser und Hofer an. „Dieses Ensemble wird irreversibel zerstört“, warnte Jedelhauser. Seiner Ansicht nach sei es sinnvoller den Klostergarten mit dem Gärtnerhäuschen als eine Art Dorfplatz umzufunktionieren. Das Gärtnerhäuschen hätte dann die Funktion, den Garten quasi abzuschließen und zu einer Einheit zu formen. „Da wo Lauben einen solchen Dorfplatz hat, ist in Lenzfried eine Durchgangsstraße“, so Jedelhauser. „Diese Randgemeinde ist nicht nur eine Reservefläche für Neubaugebiete“, betonte er. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) bestätigte zwar, dass der Klostergarten als „kleine Oase“ für die Öffentlichkeit geöffnet werden soll. „Die Frage ist aber, auf welchem Weg komme ich zu diesem Ziel“, so der Rathauschef. Baureferentin Monika Beltinger betonte ebenfalls, dass man sich fragen müsse: „Ist die Raumabschließung wirklich notwendig für die Qualität des Parks?“ Und gab gleich selbst die Antwort: „Dass es ein abgeschlossener Raum sein muss, ist städtebaulich nicht nötig.“ Theo Dodel-Helfele von den Grünen äußerte zwar sein Bedauern über den Abriss des Gebäudes. „Aber durch den Abbruch des Wirtschaftsgebäudes wird das Gärtnergebäude ein Fremdkörper“, sagte er. Die Planung insgesamt bezeichnete er als „Gewinn für Lenzfried“. Thomas Kiechle von der Lenzfrieder CSU gestand ein, dass „wir uns mit dem Abbruch nicht leicht getan“ haben. Aber mit Blick auf die Gesamtsituation sei die getroffene Entscheidung die beste. Richard Hiepp, ebenfalls von der Lenzfrieder CSU, betonte: „Ich sehe zum Abbruch keine Alternative.“ Ebenfalls abgerissen werden wird wohl das alte Laubengebäude im Park, dessen Sanierung knapp 30 000 Euro kosten würde. Einige große und alte Bäume wie die Esche im Bereich der Tennenauffahrt werden den Bauarbeiten aller Voraussicht nach ebenfalls zum Opfer fallen. Wie bereits mehrfach berichtet, soll auf dem Klostergelände ein modernes Wohngebiet entstehen. Unter anderem sind zwei dreigeschossige Gebäude im Penthouse-Stil vorgesehen. Der südliche Parkbereich soll aber erhalten bleiben.

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