Nicht von ungefähr

Primär Blumen und Früchte, Glasgefäße in vielgestaltigen Varianten, letztere auch ganz ohne ablenkendes „Beiwerk“, hat die Kemptener Malerin Maria Farkas für ihre aktuelle Ausstellung „Im Licht gesehen“ und in Öl auf Leinwand festgehalten. In sanften Farbtönen entlockt sie den stillen Motiven weit mehr als statische Momentaufnahmen. Aus ihrem Schaffen zwischen 2006 bis 2009 hat sie knapp 40, fast ausschließlich Stilleben ausgewählt.

„Stilleben sind mein Thema“, bekannte sie. Nur drei Aquarelle mit italienischen Motiven finden sich dazwischen, ein paar Malereien, die den Menschen ins Visier nehmen oder auch ein vertrauter Blick „In meiner Stadt“ auf die St. Lorenz Basilika. Dass der Titel der Ausstellung das Thema Licht in den Vordergrund rückt, kommt nicht von ungefähr. Schließlich hat die an der Münchner Akademie ausgebildete Künstlerin das Spiel von Licht und Schatten in ihren Werken durch scharfes Beobachten und das Auftragen vieler Farbschichten akribisch herausgearbeitet. „Licht ist interessant, weil es physikalisch als solches nicht sichtbar ist, sondern erst dann, wenn es auf ein Objekt trifft.“ Erst Licht erwecke einen Gegenstand zum Leben und forme ihn. Die Form in der Bildfläche entstehe, „wenn ich die Farbflächen klar begrenzt absetze“, wodurch auch der „Rhythmus des Bildes bestimmt wird“. Am liebsten arbeite sie mit dem was sie sehe, wobei neben der Natur Glas eine besondere Anziehungskraft auf sie ausübt: „Es ist toll, was Licht mit Glas macht“, so Farkas, die das Wechselspiel unter anderem in „Musik der Flaschen“ umgesetzt hat. Vier unterschiedliche Glasgefäße konkurrieren darin in kubistischer Manier um die interessanteste Wirkung. Ihre Freude an der Schönheit der Natur finden Ausdruck in Malereien, die „Rosen im Glas“ zeigen, oder Blumenarrangements „Aus meinem Garten“. Gelegentlich aber male sie auch ein „Bild in mir“, das sie nicht mit den Augen sehe, wie bei „Jakobs Traum“, einer Himmelsleiter, die den Auf- und Abstieg zwischen Himmel und Erde markiert. Bilder versteht die Malerin und Leiterin des Kunstkabinetts nicht zuletzt als „eine Art Sehschule“, im Sinne ganzheitlicher Wahrnehmung, in der die Beziehung der Dinge zueinander und ihre sich gegenseitig bedingende Wirkung deutlich würden. Die Ausstellung „Im Licht gesehen“ von Maria Farkas läuft bis 28. März im Kunstkabinett in der Salzstraße 12. Geöffnet ist die Präsentation donnerstags, freitags und samstags jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 16 Uhr.

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