Investor will Spinnerei- und Webereigelände Leben einhauchen

"Nicht ohne weiteres zustimmen"

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Was geschieht künftig mit der Weberei-Shedhalle in der Keselstraße? Ein Investor plant den Teilabriss und möchte Wohnhäuser bauen. Stadtverwaltung und Bauausschuss wissen noch nicht, ob sie den Plänen zustimmen können. Deshalb gibt es auf Antrag von CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier demnächst eine Ortsbesichtigung.

Kempten – „Ich hoffe, dass das die Initialzündung für die weitere Entwicklung des Geländes ist.“ Das sagte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), als im April die Pläne für die Renovierung des denkmalgeschützten ehemaligen Spin- nereigebäudes an der Keselstraße durch die Sozialbau vorgestellt und abgesegnet wurden.

Und Netzers damaliger Wunsch geht womöglich in Erfüllung: In der Sitzung des Bauausschusses vergangene Woche präsentierte Baureferentin Monika Beltinger Pläne eines Investors, der den weiteren ehemaligen Spinnereigebäuden an der Keselstraße sowie die Weberei-Shedhalle mit Wohnbebauung neues Leben einhauchen möchte. Eine Entscheidung, ob die Pläne realisiert werden können, ist allerdings noch nicht gefallen. Zuvor möchte sich der Bauausschuss ein Bild vor Ort machen. Die Plänen des Investors, der Immo-Consult GmbH aus Kaufbeuren, sehen zum einen einen Teilabriss der Sheddachhalle vor, um Platz für zwei und dreigeschossige Mehrfamilienhäuser zu schaffen. 

Die Außenwände der ehemaligen Industriehalle auf der Ost- und Nordseite, sowie der Ölturm und die Schlichterei auf der Südseite würden, wie im seit Ende 2003 gültigen Bebauungsplan vorgesehen, erhalten bleiben. Zum anderen möchte der Investor entlang der Keselstraße zwei Mehrfamilienhäuser bauen. Die viergeschossigen Häuser sollen insgesamt 37 Wohnungen beinhalten. Unter den Gebäuden sollen Tiefgaragen entstehen. Außerdem soll das bestehende Gebäude Keselstraße 16 abgebrochen werden und an dessen Stelle ein weiteres Mehrfamilienhaus errichtet werden. Der Neubau soll drei Meter von der Straße zurückversetzt und optisch an die zwei weiteren geplanten Häuser angepasst werden. Da, wie Beltinger erläuterte, in Bezug auf die Erschließung, die Lage der Stellplätze und die Geschossigkeit bzw. Bauform der Wohnhäuser im Bereich der Sheddachhalle teilweise erhebliche Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans aus dem Jahr 2003 bestehen, müsste vor einer Genehmigung der geplanten Vorhaben der B-Plan geändert werden. 

Die Baureferentin tendierte allerdings dazu, den Plänen vorerst einen Riegel vorzuschieben und für das Gebiet eine Veränderungssperre zu erlassen. Als Begründung führte sie an, dass das Industriedenkmal der Weberei-Shedhalle seit Kemptens Bewerbung um das Landesmuseum der bayerischen Geschichte (wir berichteten) wieder stärker in den Fokus gerückt sei. Daher soll der Umgang mit dem Baudenkmal nochmals diskutiert werden. „Auf den ersten Blick weicht der Antragssteller nicht so sehr vom Bebauungsplan ab und ich bin noch nicht der Meinung, dass die Sheddachhalle erhaltenswerter ist als bei Aufstellung des Bebauungsplans. Deshalb kann ich einer Veränderungssperre nicht ohne weiteres zustimmen“, meinte Erwin Hagenmaier. Der CSU-Fraktionschef beantragte daher eine Ortsbesichtigung, um sich vor einer Entscheidung ein besseres Bild machen zu können. Der Ortstermin wird vor einer der nächsten Bauausschusssitzungen stattfinden.

Melanie Läufle

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