Noch verbesserungswürdig

„Noch nicht völlig rund“ läuft im Gusswerk Waltenhofen gut ein halbes Jahr nach der Übernahme durch Dr. Ruja Ignatova die Zusammenarbeit zwischen neuer Geschäftsführung und Belegschaft. Er möchte aber nicht Schwarzmalen, ergänzte der 2. Bevollmächtige der IG Metall Kempten, Carlos Gil, jüngst gegenüber dem KREISBOTEN. Das sei ein Prozess, der noch optimiert werden müsste. Gut sehe es dagegen bei der Auftragslage aus – zumindest soweit er es beurteilen könne. Ignatova war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Aus gewerkschaftlicher Sicht laufe es beim Gusswerk Waltenhofen gut, erläuterte Gil. Aufträge seien wieder da. Der ein oder andere Prozess müsse zwar noch optimiert werden und seiner Ansicht nach wird es noch ein bisschen Zeit brauchen, bis Geschäftsführung und Arbeitnehmer sich aneinander gewöhnt haben. „Aber das ist ein Prozess und es ist nicht unnormal, wenn noch nicht alles gut läuft“, meinte der 2. Bevollmächtige der IG Metall Kempten. Informationen des KREISBOTEN, dass einige langjährige Mitarbeiter gekündigt haben sollen, bestätigte Gil und führte als möglichen Grund die Veränderungen an. „Wahrscheinlich liegt es am Veränderungsprozess. Es ist traurig, dass langjährige Beschäftigte sich nicht mehr wohl fühlen und kündigen“, bedauerte er. Aus der extra gegründeten Transfergesellschaft, in die sich die im Zuge der Übernahme entlassenen Mitarbeiter des Gusswerks begeben konnten, konnten Gil zufolge mittlerweile zwei oder drei wieder ins Gusswerk zurückkommen und viele andere in andere Unternehmen weitervermittelt werden. Allerdings konnten die durch die Kündigungen frei gewordenen Stellen so nicht besetzt werden. „Leider haben die ehemaligen Mitarbeiter nicht immer die passende Qualifizierung für die offenen Stellen.“ So seien vom Markt Mitarbeiter geholt worden und die anderen Beschäftigten des Gusswerks hätten durch Mehrarbeit vieles aufgefangen. Unentsorgter Müll Dass viel gearbeitet wird, sah man in den vergangenen Wochen auf dem Gelände des Gusswerks. Dort stapelten sich zahlreiche Müllsäcke. Wie Stefan Bechter, Sachgebietsleiter für technischen Umweltschutz des Landratsamts Oberallgäu in Sonthofen, vergangene Woche dem KREISBOTEN auf Anfrage erläuterte, sind diese Säcke mit Schleifstaub bzw. Filterstaub gefüllt, der bei jedem Produktionsprozess anfällt. Auf eine Beschwerde hin habe das Landratsamt das Gusswerk bereits am 19. Oktober aufgefordert, die Säcke zu beseitigen. Das sei jedoch nicht geschehen, sodass es am 30. November erneut ein Schreiben des Landratsamt an das Gusswerk gegeben habe, mit der Aufforderung die Müllsäcke bis zum 20. Dezember zu entfernen. „Von den Müllsäcken geht keine Gefährdung aus“, erklärte Bechter. Es sei alles mit einer Folie abgedeckt, stehe außerdem auf einem Eisengerüst auf einer asphaltierten Fläche und sei daher unproblematisch. Früher seien die Müllsäcke allerdings immer zeitnah entsorgt worden. Aufgrund der Menge befürchtet Bechter, dass die Staubsäcke nicht alle auf einmal weggebracht werden können. Diese Woche soll aber zumindest damit begonnen werden.

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