Obama verdrängt Kerkeling

„Ich bin dann mal weg“ – Hape Kerkeling musste 2009 nach drei Jahren in Folge die Spitzenposition als meist ausgeliehenstes Sachbuch in der Stadtbibliothek räumen. Verdrängt hat ihn die Biographie von Michelle Obama. Eine Neuheit in diesem Jahr ist die Reihe „Erst ich ein Stück, dann du“, bei der Erwachsene und Kinder ein Buch zusammen lesen. Die verschiedenen Schriftgrößen auf den Seiten machen klar, wer was zu lesen hat. „Das ist eine tolle Sache“, zeigte sich die Kulturbeauftragte des Stadtrats, Hildegard Greiter (CSU), vergangenen Mittwoch begeistert. „Da macht das Lesen vielen Kinder und auch den Eltern mehr Spaß.“ Auch für die Schulen sei der Aspekt „miteinander Lesen“ interessant, meinte Greiter.

Neben seiner Frau schaffte es auch die Biographie von Barack Obama unter die Top ten. Von den deutschen Politikern gelang dies nur Helmut Schmidt mit „Außer Dienst“. Allerdings hatte hier ebenfalls die Ehrefrau mit „Loki Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckman“ einen kleinen Vorsprung, erläuterte Andrea Graf, Leiterin der Stadtbibliothek. „Am beliebtesten sind nach wie vor unsere Hörbücher“, informierte Graf. Überraschungen habe es allerdings bei den Sachhörbüchern gegeben. Die Titel „Das weibliche Gehirn“ von Louann Brizendine und „Wie kleine Kinder lernen“ von Manfred Spitzer ließen selbst Biographien weit hinter sich. Überhaupt zeichne sich ein neuer Trend ab, meinte die Bibliotheksleiterin. Neurobiologische Themen wie die Unterschiede im Denken von Frauen und Männern, seien sehr beliebt, erklärte Graf. „Auch Psychologie ist ein stark gefragtes Thema.“ Angebot ausgebaut Durch Spenden der Sparkasse Allgäu und der Rudolph-Zorn-Stiftung konnte der Bereich Leseförderung ausgebaut werden. „Die Kinder- und Jugendbibliothek verfügt nun über einen zweisprachigen Bilderbuchbestand, der besonders für Kinder mit Migrationshintergrund geeignet ist“, erläuterte Graf. So verfügt die Bibliothek beispielsweise über zweisprachige Versionen des Kinderbuchklassikers „Der Regenbogenfisch“. Diese Bücher seien 2009 neu erschienen, so Graf. „Englisch ist immer noch der Ausleihrenner, aber auch die Nachfrage nach Deutsch-türkischen bzw. –russischen Versionen ist da“, verriet sie. Beliebt ist auch der Leserucksack, der sich „für jede Gruppe mit Interesse an der Sprachförderung für Kinder“ eignet, so Graf. Dort können Kinder mit Figuren Geschichten nachspielen, die zum Beispiel im Buch „Der Dachs hat heute schlechte Laune“ vorgelesen werden. Außerdem gibt es verschiedene Aufgaben und Übungen für die Kinder, um das Wortschatz, den Satzbau und das Sprachverständnis zu trainieren. Greiter, die sich um die Finanzierung des Projekts gekümmert hat, findet die Idee sehr gut. Dieses Jahr sollen auch zu anderen Themen Rucksäcke erstellt werden, teilte Graf mit. Begeistert zeigten sich Graf und Greiter auch vom neuen „Kinder-Spiegel“. Nach dem Riesenerfolg des „Kinder-Spiegels“ zur Bundestagswahl, kommt seit diesem Jahr einmal pro Monat eine Ausgabe. „Endlich gibt es eine Kinder-Zeitschrift, die Richtung Politik geht“, so Greiter. Aber auch Unterhaltung und Sport sind im „Kinder-Spiegel“ enthalten. Diese Zeitschrift sei nicht nur für Kinder, sondern auch für Jugendliche geeignet, die langsam an die Politik herangeführt werden sollen, meinte Stadträtin Greiter. Mit insgesamt 542955 Entleihungen 2009 schaffte es die Bibliothek sogar, das Ergebnis des Vorjahres noch zu toppen.

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