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Oberallgäu und Kempten wollen mehr Raum für Windenergie schaffen

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Windrad Fuchstal Windenergie
Wird es bald schon mehr Windräder im Allgäu geben? Kempten und das Oberallgäu wollen sich dafür einsetzen. © Symbolfoto: Andrea Schmelzle

Oberallgäu/Kempten – Der Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten sprechen sich beim Regionalen Planungsverband für eine Überprüfung der Gebietskulisse Windkraft im Allgäu aus.

Mit Blick auf die Energiewende sollen die derzeitigen Windkraftausschlussgebiete nochmals genauer betrachtet und gegebenenfalls angepasst werden. Die Rolle der Kommunen soll dabei gestärkt werden.

Hinter dem Vorstoß stehen zwei Ziele: Das Oberallgäu und die Stadt Kempten wollen Versorgungssicherheit herstellen und dabei die Wertschöpfung in der Region halten. „Wir benötigen im Allgäu einen ganzheitlichen Ansatz in der Energieversorgung. Dazu gehört auch die Windkraft“, sagt die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller.

Auf dem Prüfstand

Um diese Vorgabe zu erreichen, sollen laut Landrätin und dem Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle die geltenden Regelungen für neue Windenergieanlagen flexibler gestaltet werden. Hierdurch sollen alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden gleichermaßen in die Lage versetzt werden, auf Gemeindeebene und im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern Windkraftprojekte anstoßen und umsetzen zu können.

Vorreiterrolle für Gemeinden möglich

„Den Allgäuer Städten und Gemeinden bietet sich dadurch die einmalige Gelegenheit, sich als Vorreiter im Bereich der klimafreundlichen Energiegewinnung zu positionieren und eine langfristige und nachhaltige Wertschöpfungskette in der Region aufzubauen. Unser Ziel ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger von der Energiewende profitieren. Dafür sollen sie aktiv in den Prozess der Entscheidungsfindung eingebunden werden“, erklärt Baier-Müller. Das Vorhaben soll im Planungsausschuss thematisiert werden.

„Deutschland befindet sich mitten im Prozess der Energiewende. Klimawandel und die aktuellen außenpolitischen Geschehnisse machen ein Umdenken in der Versorgungsstrategie notwendig“, begründet sie den Vorstoß.

Das Allgäu verfüge durch seine Lage im Süden des Freistaates und seine vielen windexponierten Hang- und Rückenlagen über ein hohes Potential für Windkraft. Aktuell beeinträchtigen allerdings neben 10H vor allem die durch den Regionalen Planungsverband definierten Windkraftausschlussgebiete den Ausbau der Windenergie.

Der Landkreis und die Stadt werden beim Ausbau der Windenergie ihrer Prüf- und Kontrollfunktion weiterhin nachkommen und stellten somit den Ausgleich zwischen den Interessen von Bevölkerung, Landschafts- und Naturschutz, Tourismus und Energiegewinnung sicher. Das teilen die beiden Kommunen mit. Oberbürgermeister Thomas Kiechle betont: „Ein grünes Allgäu soll und kann in Zukunft nicht nur über die Wälder und Weiden, sondern auch über eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensgrundlage definiert werden. Denn nichts anderes bedeutet die klimafreundliche Erzeugung von Strom in der Region.“

kb

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