1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Kempten

Oberbürgermeister Thomas Kiechle erläutert Jahresausblick im Video

Erstellt:

Von: Jörg Spielberg

Kommentare

Im Videointerview mit Boris Weltermann (l.) spricht OB Thomas
Kiechle (r.) die Themenschwerpunkte des Jahres 2022 an – Digitalisierung, Klimaschutz, Wohnen und Kultur.
Im Videointerview mit Boris Weltermann (l.) spricht OB Thomas Kiechle (r.) die Themenschwerpunkte des Jahres 2022 an – Digitalisierung, Klimaschutz, Wohnen und Kultur. © Screenshot: Spielberg

Kempten – Die Coronapandemie macht es nötig. Da noch keine größeren Veranstaltungen wie Neujahrsempfänge in Präsenz stattfinden, gibt es heuer durch Oberbürgermeister Thomas Kiechle einen Jahresausblick in Form eines Videointerviews, das auf der Website der Stadt Kempten zu sehen ist.

Zu Beginn kommt Kiechle auf die Digitalisierung zu sprechen. Die Stadt erhält in den nächsten fünf Jahren 17,5 Millionen Euro Fördermittel, der Eigenanteil liegt bei 35 Prozent, zur Weiterentwicklung der Digitalisierung im Bereich der Verwaltung und vieler anderer städtischer Aufgaben und Dienstleistungen. Kiechle betrachtet es als besser, wenn die Digitalisierung nicht ausschließlich durch private Anbieter umgesetzt wird, sondern die Stadt im Sinne des Gemeinwohls hiermit betreut ist. In Rahmen dieses Projekts entsteht zur Zeit in der Gerberstraße eine „digitale Zukunftswerkstatt“. Dort werden Bürger eingeladen, die Transformation ihrer Stadt in Richtung mehr Digitalisierung hautnah zu erleben, z.B. durch die dreidimensionale Visualisierung von Bauprojekten. „Wir möchten hier an dieser Stelle das Thema für unsere Bürger herunterbrechen“, so Kiechle. Zudem soll in der „digitalen Zukunftswerkstatt“ auch ergebnisoffen an digitalen Projekten geforscht werden. Ziel ist, die bereits 50 bestehenden digitalen Serviceangebote der Stadt auf 500 zu erhöhen.

Die zweite Station des Jahresausblicks wurde auf dem Gelände des Gruppenklärwerks gefilmt. Erst im vergangenen Jahr war das Kemptener Klärwerk, das Abwasser von 450.000 Allgäuern aufbereitet, mit dem Bayerischen Abwasserinnovationspreis ausgezeichnet worden. Nun erhält die Stadt zur Weiterentwicklung der Anlage einen Zuschuss des Bundesumweltministeriums von 9 Millionen Euro. Geplant ist, das Gruppenklärwerk durch ein zusätzliches Blockheizkraftwerk in die Lage zu versetzen, zusätzlich Wärme und Strom zu erzeugen. Kiechle spricht davon, dass es vor Ort möglich sein wird, grünen Wasserstoff zu erzeugen, der in etwa für den Dauerbetrieb von zwölf Bussen verwendet werden könnte. Grundsätzlich betont Kiechle das Bemühen der Stadt, die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten und an der Transformation zu einer klimaneutralen Stadt mitzuwirken. „Gemeinsam erörtern wir derzeit im Stadtrat, mit welchen Maßnahmen wir unseren Klimaplan 2035 erfüllen können.“

Im dritten Abschnitt des Videos spricht Kiechle über das Dauerthema „Wohnen“. Hierzu hat man sich auf die Halde Nord begeben, wo derzeit die Erschließungsmaßnahmen zu Kemptens größtem Neubaugebiet in ihre letzte Phase gehen. Auf fünf Hektar Fläche entstehen dort in den kommenden Jahren 400 Wohneinheiten, darunter 100 Eigenheime. „Noch heuer starten wir mit der Vermarktung“, verrät Kiechle. In diesem Zusammenhang beschreibt er auch weitere Wohnbauprojekte der Stadt, die mit der städtischen Tochter Sozialbau aktuell umgesetzt werden. So entstehen auf der Funkenwiese im Steufzgen derzeit sieben Wohnhäuser mit 183 Wohneinheiten und ein Ideen- und Realisierungswettbewerb rund um das Saurer-Allma-Gelände wurde gerade abgeschlossen. Zukünftig werden dort Wohnanlagen nach einem neuen modernen Konzept entstehen, die den Namen „Parkstadt Engelhalde“ tragen. Kiechle spricht auch über die soziale Infrastruktur, die gleichzeitig entsteht: „In den letzten Jahren haben wir 500 neue Kindergartenplätze geschaffen und zeitnah entsteht eine zehnte Grundschule im Aybühlweg. Mit einer Investitionssumme von rund 130 Millionen ertüchtigen wir derzeit das Berufssschulzentrum“, sagt OB Kiechle nicht ohne Stolz.

Letzter Drehort des Videointerviews ist das zukünftige neue Museumsdepot der Stadt Kempten. Im Rohbau stehend erläutert Kiechle, warum sich der Stadtrat und seine Person für eine zentrale Lagerstätte für die Kulturgüter der Stadt Kempten entschieden haben. „Derzeit werden rund 40.000 Kunstobjekte in sieben verschiedenen Lagern unter oftmals keinen optimalen Bedingungen gelagert. Damit das kulturelle Erbe unserer Stadt besser aufgehoben wird, haben wir uns für den Bau eines zentralen Lagers in Ursulasried entschieden.“ Aber auch für die Kunstschaffenden will sich die Stadt zukünftig stärker einsetzen. So sieht ein Kulturentwicklungskonzept vor, mehr auf die Wünsche der Kulturschaffenden einzugehen, diese besser zu vernetzen und die Teilhabe an Kunst für alle Bürger einfacher zu gestalten. „Für die während der Corona-Pandemie besonders betroffenen Künstler haben wir von der Stadt einen Unterstützungsfond von 150.000 Euro geschaffen. Diese Förderung möchten wir mit Blick auf die Zukunft etablieren“, betont Kiechle.

Hier ist das Video zu sehen.

Auch interessant

Kommentare