Nachtbus, Gewerbeschnellbus und DFI-Anlagen sind weitere Projekte 

ÖPNV rüstet mit QR-Codes auf 

Ein Halteknopf in einem Linienbus.
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Beim Busfahren soll sich künftig einiges ändern

Kempten – Annika Spatscheck, Amt für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, und Thomas Kappler, Kemptener Verkehrsbetriebe (KVB), hatten im Ausschuss für Mobilität und Verkehr allerhand Neuigkeiten zum ÖPNV im Gepäck. In den nächsten Wochen sollen an allen KVB-Haltestellen im Stadtgebiet QR-Codes angebracht werden, welche die Echtzeit der ankommenden Busse an den Haltestellen aufzeigen. 

Mittels dieses QR-Codes kann man auch eine digitale Fahrkarte kaufen. In einem weiteren Schritt sollen DFI-Anlagen (Dynamische Fahrgastinformationsanzeiger) zunächst an den wichtigsten, meist frequentierten Haltestellen im Stadtgebiet installiert werden. Durch die Einrichtung dieser An- lagen werden dem Fahrgast Echtzeitdaten – zum Beispiel wann der Bus kommt – und Informationen direkt an der Haltestelle übermittelt. Aktuell holt die KVB Angebote für DFI-Anlagen ein. Künftig wird es statt jährlich gedruckter Fahrplanbücher sogenannte Pocket-Flyer geben. Diese werden bei Fahrplanänderungen jeweils aktualisiert. Diese Flyer werden Bestandteil eines Farbkonzeptes.

Als weitere Orientierungshilfe für die Fahrgäste werden zusätzlich zur Nummerierung der Buslinien diese jeweils mit einer eigenen Farbe gekennzeichnet. Damit werden die Haltestellen, die TFT-Anzeiger (Bildschirme) im Bus und die geplanten DFI-Anzeiger an den Bushaltestellen, sowie die Pocket-Flyer markiert werden. Ferner prüft die Verwaltung, ob analog zur Kreuzung Füssener Straße/St.-Mang-Brücke – dort haben Busse eine Bevorrechtigung – weitere hoch frequentierte Kreuzungen mit einbezogen werden sollen. Die Busse können mittels eines eingebauten Senders die Signalanlage so steuern, dass sie „Grün“ erhalten und verzuglos die Kreuzung überqueren können. Als nächstes soll auf der Achse Burgstraße- Freudenberg-ZUM sowie auf der Achse ZUM-Königstraße-Hauptbahnhof diese Busvorberechtigung umgesetzt werden. In einem weiteren Schritt werden dann alle Kreuzungen im Stadtgebiet überprüft.

Aufgrund eines Antrages der CSU-Fraktion hat die KVB ein Linienkonzept für Gewerbeschnellbusse ausgearbeitet, eine Mischung aus Gewerbe- und Ringbus im 15-Minuten-Takt. Es umfasst zwei Schnellbusverbindungen vom Hauptbahnhof zu den Gewerbegebieten Ursulasried, Stiftsbleiche, Ostbahnhof sowie zum Klinikum. Die Gewerbebuslinien werden in das bestehende Liniennetz integriert, was den Vorteil hat, dass auf der Grundachse Hauptbahnhof-Hochschule-ZUM eine deutliche Taktverdichtung entsteht.

Hinsichtlich des Antrages der Jungen Union für einen Nachtbus werden derzeit verschiedene Fahrplanoptionen erarbeitet. Für die Projekte Gewerbeschnellbus, Nachtbus und DFI-Anlagen hat die Verwaltung zusammen mit der KVB einen Förderantrag gestellt. Die Förderquote des Bundes beträgt 80 Prozent, mit einer Kumulierung mit Landesmitteln sogar 95 Prozent.

Helmut Berchtold (CSU) lobte die Verwaltung, dass sie innerhalb von sechs Wochen diese Förderung beantragt hat.

Auf Nachfrage von Klaus Knoll (FW) wurde mitgeteilt, dass bezüglich Nutzung der Gewerbeschnellbusse Abfragen laufen. Berchtold wies daraufhin, dass man in der Pflicht stehe und eine Bringschuld habe, da die Nach- frage sehr wohl bestehe.

Josef Mayr (CSU) sprach von einem kleinen Quantensprung. „Ich will einen Bericht haben, wie die Nutzung angenommen wird, sowie über das wirtschaftliche Ergebnis.“

Laut Kappler werden die Gewerbebusse Ende des Jahres laufen. Hildegard John (CSU) interessierten die Kosten für diese Projekte, die mit 11,3 Millionen Euro beziffert wurden.

Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann informierte über die neuen Buslinien 11 und 12 und die Anpassung der bestehenden Linie 1. Es wurden insgesamt zehn neue Bushaltestellen eingerichtet, die je nach Resonanz weiter ausgebaut werden sollen.

Helmut Hitscherich

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