"Ohne Wald kein Leben"

MdB Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, will das Ansehen der Forstwirtschaft sowie das Bewusstsein für die Bedeutung des Waldes in der Öffentlichkeit stärken. Foto: Tröger

Die wichtige Rolle des Waldes vom Klimaschutz über Holz als Baustoff bis zum Energielieferanten sowie Wege, dieser Rolle Rechnung zu tragen, standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kempten, Stadt und Land im Kemptener Kornhaussaal.

Für WBV-Vorsitzenden Ignaz Einsiedler auch Gelegenheit zurückzublicken: Beginn der Vermarktung von Stammholz in den 1980er Jahren, Gründung der Forstbedarfsgenossenschaft Allgäu 1988, zum 20-jährigen Jubiläum dann Vivian und Wiebke, „zwei Orkane, die alles in der Forstwirtschaft verändert haben“. Mit dem Umzug der Geschäftsstelle von Kempten nach Altusried und der Übernahme der Geschäftsführung durch Markus Romer 1996, sei „die Holzvermarktung neu strukturiert“ worden. 1997 dann die Gründung des Biomassehofs und wenige Jahre später, als Folge der veränderten Holzmarktsituation durch Orkan Lothar im Jahr 2000, die internationale Holzhandels- und Logistikgenossenschaft „in.Silva e.G.“, die Einsielder als „unvorstellbaren Segen für uns Waldbesitzer“ und großen Vorteil für die Sägewirtschaft bezeichnete. Derzeit werde auch über die Reaktivierung der 1999 ins Leben gerufenen, geschützten Marke „Allgäuholz“ nachgedacht. Stark verändert habe sich die Struktur der WBV-Mitglieder, von denen immer weniger ihren Wald selbst bewirtschaften würden. „Das verlangt eine vielschichtige Betreuung und das Angebot von Pflegeverträgen“. Eine Herausforderung sah er in der natürlichen Verjüngung der Wälder sowie „der Schaffung von stabilen Mischwäldern“. Die Bayerische Waldkönigin, Veronika Wernberger, unterstrich die Stellung von Holz als Baustoff, für die Bauern im Allgäu „von alters her“ bedeutuend und noch heute prägend für das Landschaftsbild. "Sehr gut gefahren" Seit 1982 Mitglied der WBV, habe die Stadt Kempten im Jahr 1995 die Holzvermarktung der Kameral- und Stiftungswälder übertragen, dankte OB Dr. Ulrich Netzer, damit „bis heute sehr gut gefahren“ zu sein. Da das Allgäu „die Region mit der größten Dichte an Holzhackschnitzel und Pellets“ sei, plädierte Landrat Gebhard Kaiser dafür, das Holz auch in das Thema „Marke Allgäu“ einzubinden. Mit zwei Millionen Waldbesitzern in Deutschland, 1,2 Millionen Arbeitsplätzen und einer Wertschöpfung von 160 Milliarden Euro, spreche man hier von einem „riesigen Wirtschaftsbereich“, in den auch die Alpwirtschaft gut eingebunden sei, verdeutlichte Staatssekretär Dr. Gerd Müller. „Ohne Wald kein Leben“, betonte er dessen vielschichtige Bedeutung. Unverständnis zeigte MdB Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, für das Wegfallen des Begriffes „Forsten“ im Ministerium. „Deutschland ist das größte Forstland in Europa“, wetterte er, dass es sich hier um „keine Nische“ handle. Eine Aufgabe als „Präsident der Deutschen Bäume“ sah er darin, Staats-, Kommunal-, Privatwald und alle in der Forstwirtschaft Tätigen „in einen gemeinsamen Chor“ zu bringen. Es gäbe Leute, „die am liebsten alles tot schießen würden, was sich bewegt“, aber ebenso das Gegenteil – in seinen Augen „beides Ideologen“. Für Interessen werben Erfahrungsgemäß sei auch das Problem „Wildverbiss“ zu lösen, wenn man mit seinem Jägerstand rede, zeigte er sich überzeugt. Dem nur in Deutschland verbreiteten schlechten Ansehen von Forstleuten, die in den Medien gern als „Baummörder“ bezeichnet würden, wolle er mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit entgegenwirken. „Wir müssen in der Gesellschaft für unsere Interessen werben“ und dazu gehöre auch das „Ernten von Bäumen“, gab er sich kämpferisch. „Nur wirtschaftliche Wälder sind auf Dauer auch gesunde Wälder“.

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