Optimale Lösung gesucht

Kommando zurück: Anfang August vergangenen Jahres ließ das Allgäuer Brauhaus verlauten, dass es sein Gelände im Zentrum der Stadt an die Recommerz GmbH aus Höchstädt verkauft habe. Am vergangenen Mittwoch berichtete Brauhaus-Vorstand Heinz Christ im Rahmen der Aktionärsversammlung überraschend, dass der Verkauf doch noch nicht zum Tragen gekommen sei. Droht nun bereits zum zweiten Mal der Verkauf des rund 15000 Quadratmeter großen Areals zu platzen? Dabei hätte das Brauhaus das Geld bitter nötig.

Neben schlechten Geschäftszahlen verkündete Brauhaus-Chef Heinz Christ während der Aktionärsversammlung am vergangenen Mittwoch eine Überraschung: Das Brauhaus-Gelände hat den Besitzer entgegen früheren Verlautbarungen doch noch nicht endgültig gewechselt. Der Verkauf sei wegen der Finanzkrise noch nicht gänzlich abgeschlossem, räumte Christ auf Nachfrage eines Aktionärs ein. „Wir halten aber am Investor fest“, machte er deutlich. Dieser sei nach wie vor am Brauhausgelände interessiert und habe mit dem Kauf von Teilplanungen des früheren Interessenten aus Kempten bereits erhebliche Beträge in sein Vorhaben gesteckt. Er rechne im zweiten Halbjahr 2009 mit einer „Perspektive, wann“ der Vertrag unterzeichnet werde. "Vertrag abgeschlossen" Hannes Geierhos, Geschäftsführer der Recommerz GmbH, erklärte dagegen am Montag gegenüber dem KREISBOTE: „Der notarielle Vertrag ist abgeschlossen.“ Nur vollzogen sei er eben noch nicht, was aber bis Ende des Jahres geschehen soll. Ein Grund dafür sei die zweite Stufe des Architektenwettbewerbs, der gerade erst begonnen habe und noch etwa drei Monate andauern werde. Für November/Dezember, so Geierhos weiter, rechne man dann mit der Aufstellung eines städtebaulichen Rahmenplans für das Gelände. „Wir wollen erst planerische Sicherheit“, so Geierhos. Dem Allgäuer Brauhaus hingegen dürfte sehr daran gelegen sein, dass der Vertrag baldmöglichst vollzogen wird und Geld fließt. Denn wie aus dem Geschäftsbericht 2008 hervorgeht (siehe eigener Bericht auf Seite 9), konnte die Brauerei im vergangenen Jahr lediglich durch Bilanzierungshilfen einen minimalen Überschuss von rund 173000 Euro ausweisen und so das tatsächliche Minus von fast zwei Millionen Euro kaschieren. Erreicht wurde das, indem der Erlös von Grundstücksverkäufen in 2007 in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro nicht versteuert wurde, da dieser wieder in neue Grundstücke und Gebäude investiert werden sollte. Nachdem das 2008 aber nicht geschehen ist, können die 1,7 Millionen legal als Ertrag ausgewiesen werden. Dem gegenüber steht ein Verlust von 1,6 Millionen Euro im operativen Geschäft. Sollte nichts passieren, ist die dünne Kapitaldecke des Brauhauses im kommenden Jahr wohl aufgebraucht. In der Bauverwaltung beobachtet man das Procedere rund um das Brauhaus-Gelände ebenfalls sehr aufmerksam. „Wir begleiten diesen Prozess, da wir sehr an einer optimalen Lösung interessiert sind“, erklärte Baureferentin Monika Beltinger gegenüber dem KREISBOTE. Wichtig sei vor allem, wie sich das Areal im Falle einer Umnutzung in das bestehende Gebiet baulich und von der Art der Nutzung her einfüge. Deshalb werde auch großen Wert darauf gelegt, dass sich die Recommerz und Rosco, der das Zentralhaus gehört, abstimmen. Das ein städtebaulicher Rahmenplan als Planungsgrundlage bis November/Dezember vorliegt, hält Beltinger für durchaus möglich.

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