Orangerie Varianten

UB/ÖDP machen sich für übergangene Bibliotheks-Version stark

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Kempten – Besucher der Podiumsdiskussion zur Zukunft der Kemptener Stadtbibliothek wurden am Eingang noch mit Flyern versorgt, die die Mitglieder der Stadtratsfraktion UB/ÖDP Michael Hofer, Philipp Jedelhauser und Helmut Hitscherich verteilten.

Darin weisen sie darauf hin, dass bei den derzeit diskutierten – und auf dem Podium zu diskutierenden – Standortalternativen bezüglich der Orangerie lediglich der „Bestand Orangerie“ berücksichtigt sei, ohne Ausbau. Zur Diskussion stehe jedoch eine von aktuell circa 1400 auf 2300 bis 2400 Quadratmeter erweiterbare, modernisierte und behindertengerechte Orangerie. Sie sehen hinter der Orangerie Platz für einen modernen Anbau von mindestens 700 bis 800 Quadratmetern inklusive Untergeschoss, in den ein Aufzug integriert werden könne. Das Dachgeschoss, das wegen der Wärmedämmung auf dem Boden statt unter dem Dach derzeit nicht genutzt werde, biete eine weitere große Fläche. Somit sei eine Erweiterung auf 2300 bis 2400 Quadratmeter möglich, ohne den Blick auf das historische Gebäude vom Hofgarten aus zu verändern. 

Für die Verfasser des Flyers ist aber vor allem die „Akzeptanz der Orangerie durch die Bürger, die sie nutzen“ entscheidend. Hier habe eine Standortumfrage durch die Kemptener Hochschule „eine eindeutige Mehrheit für die Orangerie“ ergeben, heben sie hervor. Darüber hinaus gehe die Argumentation, den Standort im Sinn eines zusätzlichen Publikumsmagneten für eine Geschäftsmeile zu wählen, „weit am Zweck dieser Einrichtung vorbei“, der in der Bildung und Unterhaltung der Bürger liege. Zu hinterfragen sei zudem die „Wunschfläche“ von 3500 Quadratmetern Gastronomie inklusive. Etwas weiter ausholend erinnern die UB/ÖDP-Stadträte an den Besuch des Bibliotheksneubaus in Würzburg 2011; in dem Jahr, als die Kemptener Stadtbibliothek erstmals zur Diskussion gestanden habe. 

Wegen ausufernder Kosten seien dort die von Beratern vorgegebenen 4000 Quadratmeter vom Stadtrat auf, laut dortigem Bibliotheksleiter, ausreichende 3000 Quadratmeter „abgespeckt“ worden. Hinterfragenswert finden die drei Stadträte ebenfalls, warum das mit rund 70.000 Einwohnern nur etwa halb so große Kempten eine gleichgroße – oder bei 3500 Quadratmetern sogar noch größere – Bibliothek benötigen soll, wie die 130.000 Einwohner zählende Regierungshauptstadt von Unterfranken mit Bistumssitz und Universität. Dabei haben sie nicht nur die hohen Baukosten im Sinn, sondern vor allem die dauerhaften Unterhalts- und Personalkosten. Darüber hinaus bezweifeln Hofer, Jedelhauser und Hitscherich sowohl die Notwendigkeit wie den kostendeckenden Betrieb eines Cafés in der Einrichtung. Stattdessen stellen sie sich ein Angebot von Kaffee und anderen Getränken in einem kleinen Raum vor.

kb

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