Orden für "Ritter Frohfex"

Höchste Schlaraffen-Auszeichnung für einen nicht nur begnadeten "Fechser"

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„Ritter Frohfex“ alias Max Gehring hat sich mit seinem 89. Geburtstag die höchste Auszeichnung der Schlaraffen erworben, die er mit Urkunde von Sprengelfürst und Allschlaraffenrat „Ritter Fabelino“ in Empfang nahm.

Kempten – Hinter „Ritter Frohfex“ verbirgt sich kein geringerer als der ehemalige Leiter des Kemptener Spitalhofs, Landwirtschaftsdirektor Dipl. Landwirt Max Gehring, dem anlässlich seines 89. Geburtstags am 5. Februar 2020 die Brillanten zum sogenannten Großursippenorden der Schlaraffen verliehen wurden. Wer die im Oktober 1859 in Prag von Künstlern gegen die Herrschaft gegründete, weltweite deutschsprachige und inzwischen etwas in Vergessenheit geratene Vereinigung kennt, weiß was es mit solch einer „Dekoration“ auf sich hat. Die Schlaraffen karikieren damit nämlich den profanen Alltag, wo so manch einer auf eine Ordensehrung erpicht ist. Bei den fröhlichen Schlaraffen erhält man den Orden dagegen aufgrund Zeitablaufs.

Bereits als 42-Jähriger hatte sich Gehring für die nach eigenem Bekunden Gemeinschaft „weltoffener und aufgeschlossener Männer, die über sich selbst lachen können“ entschieden, um dort Freundschaft, Kunst und Humor im Rahmen eines persiflierten Ritterspieles zu pflegen – für ihn ein „gelungener Ausgleich“ zu seinem sonstigen Tun. Denn eine Leidenschaft Gehrings ist das Dichten. So versäumte der Laudator und aktuelle „Throninhaber“ nicht, die oftmals in Mundart gehaltenen und weit über das Reych Cambodunum hinaus gerühmten „Fechsungen“ des Geehrten zu loben. 

Der erste Eindruck bei Betreten der „Burg“ (in Kempten im Gasthaus Zum Stift), in dem die „Sippungen“ (Versammlungen) abgehalten werden, mag für Außenstehende vielleicht sein: Oh, eine Faschingssitzung. Da ist ein Heer von roten Narrenkappen, zum Teil schwer beladen mit Ansteckorden, um die Hälse mancher der in vor allem rote Kutten gewandeten Herren baumeln zentnerweise Orden aller Art; es wird gesungen, es wird gelacht, es wird vorgetragen in Prosa, Versform oder musikalisch, selbstgemacht oder aus schlauen Büchern, ernst oder humorvoll, Dichtung oder Wahrheit, gerne im antiquiert anmutenden Schlaraffenlatein. Jeder kann – keiner muss, das Motto der Schlaraffen lautet: „In arte voluptas” (In der Kunst liegt das Vergnügen). Mit Fasching oder Burschenschaften & Co. hat das ganze jedenfalls ganz und gar nichts zu tun, wie schnell erkennbar wird. Nicht umsonst ist der Uhu für Weisheit, Humor und Tugend das Kennzeichen der Schlaraffen. 

Nicht nur für den Laudator ist es bis heute ein Phänomen, was der inzwischen vierfache Vater, zwölffache Großvater und zweifacher Uropa alles unter einen Hut zu bringen vermochte. „Eine Eurer wichtigsten Nebenbeschäftigungen war die Tätigkeit als Stadtrat unserer Stadt. Ihr wart ein begnadeter Kommunalpolitiker, streitbar, aber im Sinne des Bürgers und ausgestattet mit den – wie man heute zu sagen pflegt – besten Netzwerken, die hierfür benötigt wurden.“ Dazu kommen Aktivitäten in unterschiedlichen Gremien, Verbänden und karitativen Einrichtungen sowie „berufsbegleitende Tätigkeiten“, wie die Geschäftsführung der Genossenschaftlichen Futtertrocknungsanlage. Für den allseits hochgeschätzten „Obergrind von Unterjoch“, wie der in Unterjoch gebürtige Gehring auch genannt wird, waren zur Feier nicht eben wenige „Sassen“ (Mitglieder) aus benachbarten „Reychen“ angereist, um ihm mit schelmischen Geschenken zu huldigen; darunter auch der ehrenwerte „Ritter Fabelino“, seines Zeichens Sprengelfürst und Allschlaraffenrat. Unausweichlich gab es selbstredend auch mehrfach ein dreifaches „LuLu“, der schlaraffische Beifall, für den „Ritter Frohfex“. Mehr über die Schlaraffia unter www.schlaraffen-freude.de. Laut bekunden der „Sassen“ freuen sie sich über jeden Neugierigen, den sie gerne in ihrer „Burg“ begrüßen.

Christine Tröger

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