Festwochen-Kunst

"Ein richtiges Lifting"

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Der große Saal im Marstall bzw. Alpin-Museum, bietet künftig eine Ausstellungsfläche auf rund 600 Quadratmetern mit flexiblem Stellwand- sowie neuem Lichtsystem.

Die Kunst, sie spiele schon seit jeher „eine tragende Rolle“ als Teil der Festwoche und heuer bekomme sie „ein richtiges Lifting, ein neues Gesicht“ hin zu mehr Attraktivität. 

Offensichtliche Begeisterung sprach aus OB Thomas Kiechle, als er diese Tage zusammen mit Kulturamtsleiter Martin Fink und BBK-Vorsitzendem Allgäu/Schwaben-Süd Gerhard Menger eine Reihe von in diesem Jahr, laut Fink, „gravierenden“ Neuerungen vorstellte.

Was bleibt, ist die Eröffnung der Festwochen-Kunstausstellung mit Bekanntgabe der Preisträger im Innenhof der Residenz. Die Ausstellung selbst findet aber erstmals im großen Ausstellungssaal des Marstalls, respektive Alpin-Museums, statt. Abgesehen davon, dass es für die Ausstellung im Lauf ihrer Geschichte immer wieder räumliche Veränderungen gegeben habe und im Marstall mit 600 Quadratmetern eine etwa 100 Quadratmeter größere Ausstellungsfläche genutzt werden könne, sieht Fink ein wesentliches Argument für den Umzug darin, dass man im Hofgartensaal weder etwas von der Decke hängen, noch einen Nagel in die Wand des denkmalgeschützten Gebäudes schlagen könne. Für Kunstausstellungen ein echtes „Problem“. Im Zuge der Neuausrichtung des Marstalls als Museum werde der große Saal dort derzeit mit einem leuchtkräftigen Lichtsystem sowie einem neuen, „sehr flexiblen“ Stellwandsystem aus dem Museumsbereich ausgestattet, sodass man es „wirklich auf die Kunstwerke ausrichten“ könne. Eher nebensächlich nehmen sich da die neuen Öffnungszeiten für die Ausstellung aus. Die während der Festwoche bleiben wie gehabt, nämlich täglich von 10 bis18 Uhr, jene danach entsprechen aber den normalen Öffnungszeiten des Alpin-Museums.

Neues Ausstellungsstipendium

Neu wird es dieses Jahr erstmals ein mit 2000 Euro dotiertes Ausstellungsstipendium der Sparkasse Allgäu geben, das an einjurierte Künstler oder Künstlergruppen vergeben werden kann. Das Stipendium beinhaltet die Möglichkeit, innerhalb von zwei Jahren eine Einzelausstellung in der Kemptener Kunsthalle durchzuführen, in Kooperation mit dem Kulturamt, das unter anderem die Vernissage oder Aufsicht während der einmonatigen Ausstellung übernimmt. Dazu werden weiterhin die drei Kunstpreise – Kunstpreis der Stadt Kempten (5000 Euro), Thomas-Dachser-Gedenkpreis (4000 Euro) und der Nachwuchspreis aus der Dr.-Rudolf-Zorn-Stiftung für Künstler unter 40 Jahren (3000 Euro) sowie der Publikumspreis (500 Euro) – vergeben.

Finissage in der KunstNachtKempten

Da es sich, so Fink, „um zwei große Eckpfeiler der Kunst im Allgäu“ handle, wird die Finissage der Festwochen-Kunstausstellung mit Vergabe des Publikumspreises erstmals Teil der KunstNachtKempten am 16. September sein.

Die Jury

Mit dem Verzicht auf ein drittes BBK-Mitglied in der Jury „wollten wir auch ein Zeichen setzen“, meinte Menger. Denn, entgegen mancher Unkenrufe, „geht es uns um die Kunst und nicht darum, möglichst viele BBK-Mitglieder in die Ausstellung zu bringen“. Erstmals findet sich in der Jury auch eine Galeristin und somit auch ein neuer Standpunkt für die Auswahl der Werke. Gerade Menger ist der „neue Anfang“ wichtig, da ein interessiertes Publikum da sei, es im Allgäu sehr engagierte Künstler und Gruppen gebe, „die ausstellen wollen“, und es weit und breit kaum eine Ausstellung „mit so hoch dotierten Preisen gibt“. Man wolle wieder Vertrauen schaffen und „den Künstlern signalisieren, dass es sich wieder lohnt einzureichen“. Seine Hoffnung: dass sich von den „hochkarätigen“ Künstlern, die sich von der Ausstellung mehr und mehr zurückgezogen hätten, „wieder mehr einreichen“. Er appellierte an alle Künstler, „die wirklich authentische Kunst kreieren“. Wie gehabt sind alle bildenden Künstler zur Einreichung eigener Werke (nicht älter als drei Jahre und in den letzten sechs Monaten in keiner anderen Kollektivausstellung im Allgäu ausgestellt) eingeladen, die mit einem professionellen Anspruch arbeiten, ihren Lebensmittelpunkt seit mindestens einem Jahr im Allgäu haben oder im Allgäu geboren sind –Jurymitglieder (seit 2013) ausgeschlossen. (Unterlagen gibt es bei der Museumsverwaltung der Stadt Kempten, Tel.: 0831/25 25 391, Email: Kunstausstellung@kempten.de; Download unter www.kunsthalle-kempten.de/festwoche)

Kunst im öffentlichen Raum

Ausdrücklich erwünscht sind Kunstwerke für den öffentlichen Raum, die bei entsprechender Größe per Skizze oder Foto eingereicht werden können. Gerne würde Fink nämlich die Besucher zwischen dem alten Ausstellungsort Hofgartensaal und dem neuen im Marstall durch Kunstwerke leiten, denn ihm ist bewusst, dass es eine „Herausforderung“ ist, dass der neue Ort abgelegener ist, als der bisherige.


Die Jurymitglieder 2017

OB Thomas Kiechle (Vorsitzender), Dr. Heiderose Langer (Galeristin und Kuratorin, Kunststiftung Erich Hauser; Rottweil), Dr. Thomas Elsen (Leiter H2-Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, stellv. Direktor der Kunstsammlung und Museen der Stadt Augsburg), Marco Hompes M.A. (Leiter des Museums „Villa Rot“, Kunstwissenschaftler; Burgrieden-Rot), Ersatzmitglied Dr. Anika Aulbach (Galeristin; Düsseldorf)

Vertreter des BBK: Gerhard Menger (Maler, Installationskünstler, Vorsitzender BBK Allgäu/Schwaben-Süd), Silvia Jung-Wiesenmayer (Bildhauerin, Objektkünstlerin; Opfenbach), Tobias Hantmann (Maler; Düsseldorf), Ersatzmitglied: Lucia Hiemer (Bildhauerin; Waltenhofen)

Christine Tröger

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