Im Osten 'was Neues

"Leben und Arbeiten in Kempten-Ost" soll den Stadtteil weiterentwickeln

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Franziska Kull, Projektleitung, und Andreas Schönhensch, Projektmitarbeiter, stellten in bilateralen Gesprächen Hintergründe und Zielsetzungen des Projekts „Zukunft Kempten-Ost – Leben und Arbeiten (LeA) in Kempten-Ost“ vor.

Kempten – Im Mittelpunkt eines neuen Projekts der Sozialen Stadt Kempten, mit dem Motto „Zukunft Kempten-Ost – Leben und Arbeiten in Kempten-Ost“, steht die Stärkung des Lebensstandards und des Zusammenhalts der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner im Kemptener Osten. Letzten Montagnachmittag hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger, lokale Unternehmen und Arbeitssuchende die Gelegenheit, sich an einem Infostand vor der St.-Ulrich-Kirche in Kempten über Zielsetzungen, Aufgaben und geplanten Aktivitäten im Rahmen des Projektes zu informieren. „Coronabedingt findet keine Auftaktveranstaltung statt“, erklärten die Organisatoren. Stattdessen informierten Franziska Kull, Projektleiterin der Stadt Kempten, und Andreas Schönhensch, Projektmitarbeiter, die Anwesenden in bilateralen Gesprächen über Hintergründe und Zielsetzungen des Förderprogramms.

Das am 1. Juni dieses Jahres gestartete Projekt „Leben und Arbeiten in Kempten-Ost“ werde im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“, durch das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat und vom Europäischen Sozialfonds gefördert, erklärte Projektleiterin Kull. Grundlage sei eine Voruntersuchung zur Sozialen Stadt Kempten-Ost gewesen, die Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen aufzeigte. Eines der Hauptziele sei eine nachhaltige Integration von (Langzeit-) Arbeitslosen ab 27 Jahren und Menschen mit Migrationshintergrund in die Arbeitswelt. Zudem soll die lokale Wirtschaft gestärkt und der Stadtteil Kempten-Ost für die Zukunft fit gemacht werden, so Kull. „Die Arbeitslosenquote mit 2,4 Prozent liegt deutlich über dem gesamtstädtischen Vergleichswert“, führte die Projektleiterin aus. Durch Qualifizierungsangebote und Weiterbildung, in Zusammenarbeit mit lokalen Bildungsträgern, wie beispielsweise der Volkshochschule, dem Kolpinghaus und auch privaten Anbietern sollen Arbeitssuchende Unterstützung und Beratung erhalten. Das angebotene Spektrum reiche von der Arbeitssuche, über die Erstellung einer persönlichen Kompetenzbilanz („Stärken/Schwächen-Analyse“) und Coaching bis hin zur Vermittlung von Arbeitsstellen und Praktikumsplätzen, erklärte Andreas Schönhensch.

Eine weitere Zielgruppe seien Mittel-, Klein- und Kleinstunternehmer. Um die lokale Ökonomie zu stärken und zu fördern, werden den Gewerbetreibenden verschiedene Beratungsund Betreuungsangebote vorgestellt. Neben einer Verbesserung von Marktchancen sei ein wichtiger Aspekt die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, betonte Kull. Zudem seien unterschiedliche Aktivitäten geplant, um quartiersbezogene Unternehmernetzwerke aufzubauen. Auch die Etablierung eines Unternehmerstammtisches und die jährliche Durchführung des „Tags des Handwerks“ könnte sich Franziska Kull vorstellen. „Unternehmer profitieren voneinander“, resümierte die Projektleiterin. „Erste Kontakte zu Unternehmen wurden bereits geknüpft. Die Resonanz ist sehr gemischt, doch durchweg positiv“, betonte die Ansprechpartnerin der Stadt Kempten. „Viele angesprochene BürgerInnen sind sehr erfreut, dass in Kempten-Ost wieder etwas getan wird“, unterstrich Schönhensch.

Doch nicht nur die Themen Beschäftigung und lokale Wirtschaft finden in diesem Förderprogramm für Kempten-Ost Berücksichtigung. Auch der soziale Lebensraum jedes Einzelnen und die Stärkung des Zusammenhalts der StadtteilbewohnerInnen spielen eine wichtige Rolle, bekräftigte Schönhensch. Um die Alltagsversorgung älterer Menschen zu gewährleisten, sei ein Miniladen geplant. Mit einem zusätzlichen kleinen Cafe entstehe gleichzeitig ein Vor Ort-Treffpunkt für die AnwohnerInnen. Weitere Ideen seien eine digitale Stadtteilzeitung und der Aufbau von Online-Lernplattformen zur kostenlosen Nutzung, so die Mitarbeiterin der Stadt Kempten. Verschiedene Kooperationspartner hätten sich bereits gefunden, um die Umsetzung der geplanten Aktivitäten zu unterstützen.

„Wir freuen uns auf die Arbeit mit den Stadtteilbewohnerinnen und -bewohnern, wir sind sehr motiviert und appellieren an alle Interessierten, uns auf allen Kanälen anzusprechen“, betonten abschließend Franziska Kull und Andreas Schönhensch, die Ansprechpartner vor Ort.

Christine Reder

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