"Pädophiler Kern"

Die Jugendkammer des Landgerichts Kempten hat vergangene Woche angeordnet, dass der Kinderschänder Manfred W. in nachträgliche Sicherheitsverwahrung genommen wird. Das Gericht sah es nach mehrstündiger Verhandlung als erwiesen an, dass von dem psychisch kranken Mann weiterhin eine Gefahr vor allem für kleine Knaben ausgeht. W. hätte seine fünfjährige Haftstraße im März abgesessen.

Mit der Anordnung der nachträglichen Sicherheitsverwahrung folgte das Jugendgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft (der KREISBOTE berichtete). Aus Sicht der Ankläger hat W. während seiner Haft in Straubing, Landsberg, Crailsheim und Stadelheim Psychosen entwickelt, die ihn zu einer Gefahr für die Allgemeinheit machen. Messer und Bomben Während der Verhandlung bestätigten mehrere Sachverständige, darunter Prof. Dr. Peter Brieger, Leiter des BKH Kempten, das sich W. psychischer Zustand während der Haft stetig verschlimmert habe. Waren anlässlich seiner Verurteilung 2005 kaum Anzeichen für eine Störung vorhanden, wie die damalige Gutachterin ausführte, so entwickelte W. während der Haft eine handfeste Psychose kombiniert mit einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung und wahnhaften Störungen. So habe sich der Allgäuer eingeredet, russische Mithäftlinge wollten ihn „aufschlitzen“ oder „in die Luft sprengen“. Außerdem zeige der Verurteilte mittlerweile und entgegen früherer Expertisen erkennbar pädophile Züge. „Da ist ein deutlich pädophiler Kern tiefgreifend angelegt“, sagte einer der Gutachter. Versuche, W. während der Haft durch therapeutische Maßnahmen zu helfen, sind gebislang scheitert. Alle Gutachter kamen zu dem Schluss, dass W. seine Pädophilie nicht kontrollieren könne. „Ich habe wenig Zweifel, dass eine Gefährdung fortbesteht“, betonte einer der Experten. Es seien weitere „erhebliche Straftaten“ zu befürchten. Während W. während der Untersuchungen die Rückfallwahrscheinlichkeit selbst mit 60 Prozent angegeben habe, ging eine Münchner Psychaterin sogar davon aus, dass der Kinderschänder zu 75 Prozent rückfällig wird. W. war 2005 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in insgesamt 32 Fällen vom Landgericht verurteilt worden.

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