Party mit Politik und Prominenz

Das Sommerfest der FDP ist immer eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen

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Als Ehrengast des FDP-Sommerfestes empfing Dr. Dominik Spitzer seinen Fraktionskollegen im bayerischen Landtag Christoph Skutella aus Weiden in der Oberpfalz.

Kempten – Statt zum Neujahrsempfang lädt der FDP-Kreisverband Kempten schon seit ein paar Jahren zum Sommerfest – natürlich mit Ehrengast. Dem Sommerwetter entsprechend wurde in entspannter Atmosphäre im Freien gefeiert, wie in den Jahren zuvor im Garten eines Anwesens in Rothkreuz, den das Liberale Team um Kemptens Kreisvorsitzenden Frank Häring im heuer wörtlich zu nehmenden Schweiße ihres Angesichts für das Event vorbereitet hatte.

FDP-Landtagsabgeordneter Christoph Skutella war sichtlich angetan vom Ambiente. Sein Fraktionskollege und Kemptener Stadtrat Dr. Dominik Spitzer hatte den Oberpfälzer eingeladen. So entspannt wie das Sommerfest war die Rede des unkompliziert und uneitel ‚rüberkommenden’ Gastes aus Weiden, der im ‚richtigen Leben’ als Musiklehrer arbeitet. 

Im Bayerischen Landtag ist er Mitglied in zwei Ausschüssen: für Umwelt und Verbraucherschutz sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wie Spitzer sitzt er seit November 2018 erstmals im Landtag und hat sich mit dem Kemptener nach eigenem Bekunden „in der kurzen Zeit schon sehr gut angefreundet“. 

Die elfköpfige FDP-Landtagsfraktion sei mittlerweile „gut organisiert“ und sogar die Büroappartements seien inzwischen fertig, freute er sich über letzteres besonders. Wie er erzählte hatten ihn die Münchner Hotelpreise nämlich dazu bewogen schon vor Fertigstellung darin zu schlafen – auf dem Boden. 

An parlamentarischen Aktivitäten streifte er zum Beispiel die FDP-Forderung Cannabis zu legalisieren oder auch den Gesetzesentwurf, den seine Fraktion zur Regulierung der Ladenöffnungszeiten eingebracht habe. Seine Ressorts Landwirtschaft und Umwelt betreffend „waren wir ausgebremst“ wegen des Artenvielfalts-Volksbegehrens. Aus „Rettet die Bienen“ sei dann „Rettet den Söder“ geworden schmunzelte er und wies auf Nachbesserungen für mehr Realismus statt blindem Aktionismus aus den Reihen der Liberalen zu Artenschutz und Biodiversität hin. 

Insgesamt begrüßte der 33-jährige FDP-Abgeordnete das Volksbegehren, weil es gezeigt habe, dass so etwas gelingen könne, „was gut ist“. Und „was auch gut ist“, sei die Fridays-for-Future-Bewegung, die „Politiker unter Druck setzen kann“, zumindest wenn die Demonstranten es ernst meinten. Auch wenn FDP-Chef Christian Lindner mit seiner Kritik für Spannungen gesorgt habe: „Ich nehme sie ernst“, betonte er. 

„Wieder mehr Gentechnik wäre gut“, nannte Skutella einen weiteren Antrag seiner Fraktion, die sich davon u.a. schädlingsresistente Pflanzen verspreche. Mit spöttischem Unterton griff er das Thema Klimapolitik und CSU auf. Nachdem Markus Söder nämlich das Thema für sich entdeckt habe, „erleben wir, wie sich unser grüner Ministerpräsident selbst überholt“. Statt des von Söder angekündigten Kohleausstiegs bis 2030 wünschte sich Skutella erst einmal Leitungssicherheit im Stromnetz. 

Ernst wurde er, als er von einer Gedenkminute im Landtag für den ermordeten Regierungspräsident Walter Lübcke berichtete, der sich ein von ihm nicht namentlich genannter AfD-Abgeordneter seiner Beobachtung nach „bewusst verweigert“ habe. Diese Partei habe schon öfter für „Bestürzung und Zorn“ im Parlament gesorgt, wogegen man angehen müsse. 

In der abschließenden offenen Fragerunde sprach er sich unter anderem für den Einsatz von Wasserstoffzügen aus. Er sei zwar „der festen Überzeugung, dass E-Mobilität nicht wegzudenken ist“; aber auch, dass sie „nicht der Weisheit letzter Schluss ist“. Obwohl bereits diverse Alternativen dazu vorhanden seien, gebe es nur noch Förderung für E-Mobilität, bedauerte er. 

Ob es denn nicht ein „frustrierendes Geschäft“ sei, wenn die Anträge immer wieder abgelehnt würden, wollte einer der abendlichen Gäste wissen. „Mein Level an Frustration übersteigt noch nicht die Begeisterung für den Job“, meinte der FDP-Politiker wohlgelaunt. Außerdem bringe man ja auch immer wieder mal was durch, „auch wenn nicht immer der Name der eigenen Fraktion vorn dran steht“. Gelegenheit zum Austausch gab es nach dem offiziellen Teil noch reichlich.

Christine Tröger

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