Blumenwiesen für Bienen und Schmetterlinge

Blumenwiesen für Wildpoldsried

+
Peter Taufratshofer sorgt dafür, dass sich 600 Quadratmeter Grünflächen, wie hier die Verkehrsinsel am westlichen Ortsausgang, in Kürze in bunte Blumenwiesen verwandeln.

Wildpoldsried – Der Wildpoldsrieder Peter Taufratshofer sorgte in den letzten Wochen für Verwirrung und Neugierde bei seinen Mitbürgern.

Während er auf Grünflächen im ganzen Dorfgebiet mit Bagger, Fräse und Schubkarre zugange war, fragten sich Viele: „Was macht der da bloß?!“ Die Antwort könnte schöner kaum ausfallen: Er legt ganz allein Blumenwiesen für Bienen und Schmetterlinge an. Peter Taufratshofer beteiligt sich im Alleingang an einem Wettbewerb des Landkreises Oberallgäu, der unter dem Motto steht „Unser Landkreis blüht auf“. 

21 Gemeinden gehen bei der Aktion ins Rennen, deren Ziel es ist, wieder mehr blühende Flächen entstehen zu lassen und damit dem Artenschwund und mangelnden Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten entgegenzuwirken. Der Wildpoldsrieder Naturfreund, der seit 26 Jahren Vorsitzender des örtlichen Gartenbauvereins ist und sich seit acht Jahren ehrenamtlich um die Grünflächen der Gemeinde kümmert, hatte von der Aktion gehört und war gleich Feuer und Flamme. „Sowas wollte ich schon lange mal machen, deswegen habe ich sofort angeboten, das zu übernehmen.“ Er habe da einen „unbandigen Ehrgeiz“ gehabt, so der 65-Jährige, der sich sogar extra für die Aktion auf eigene Kosten eine Motorfräse gekauft hat. 

Mühevolle Arbeit 

Auf 13 gemeindeeigenen Parzellen mit bislang faden Grünflächen in der Größenordnung zwischen acht und 150 Quadratmetern zog Taufratshofer in den vergangenen Wochen zunächst (mit Hilfe eines Freundes und dessen Bagger) die Grasnarbe ab. Danach musste der Boden aufgefräst werden „damit alles g´scheit aufgelockert ist für die Samen. Pech war, dass darunter viel Kies herauskam.“ 

Daher musste er zusätzlich Humus besorgen und ausbringen. Der wiederum enthielt zu viele Steine, von denen Taufratshofer die größten erst wieder mühevoll herausklauben und -rechen musste, ehe es ans Säen gehen konnte. Die Samen bekamen die teilnehmenden Gemeinden vom Initiator der Aktion, dem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Bernd Brunner, gestellt. Die Pakete mit den einjährige Bienen- und Schmetterlingsweiden, mit Mohn-, Korn- und Ringelblumen u.a. sind so abgestimmt, dass von Juni bis zum ersten Frost durchgehend etwas blüht. Im Herbst will Peter Taufratshofer dann aus eigener Initiative mehrjährige Samen, wie Margeriten oder Glockenblumen ausbringen. „Das kann man im Frühjahr nicht machen, weil mehrjährige Samen Frost zum Keimen brauchen. Wenn man die jetzt sät, kommt heuer nichts, sondern erst nächstes Jahr“, weiß er aus Erfahrung. 50 bis 60 Stunden hat der Landwirt aus Obereiberg aus Liebe an der Sache ganz alleine für „seine“ insgesamt 600 Quadratmeter insektenfreundlichen Blumenwiesen geackert und dabei viele verwunderte Blicke auf sich gezogen. „Manche hatten Angst, wir machen einen Kanal oder so was und dachten, ich nehm´ sie auf den Arm, als ich von den Blumenwiesen erzählt hab“, schmunzelt er. Am Freitag vergangener Woche konnte er die letzten Samen ausstreuen, kurz vor dem großen Regen. „Zum Schluss war ich schon froh, dass es geschafft war“, gibt er zu. 

Nun hofft er, dass kein Nachtfrost mehr kommt und die ganze Arbeit zunichtemacht, dass alles rechtzeitig zum Bezirksmusikfest im Juli blüht – und wenn er im September einen der sechs ausgelobten Geldpreise gewinnen würde, wäre die Freude gleich noch ein bisschen größer. Jetzt kommt´s auf“, so Taufratshofer scherzhaft. „Wenn alles schön blüht, loben sie mich recht. Wenn´s nicht hinhaut, darf ich mich zwei Wochen nicht mehr im Dorf sehen lassen.“

Sabine Stodal

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Das „Große Loch“ im Fernsehen
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Erlebnistag im Grünen Zentrum
Eröffnung der "MangBox" in Kempten
Eröffnung der "MangBox" in Kempten

Kommentare