Alte Seitenaltäre vom Dachboden

Die Pfarrkirche Probstried erstrahlt bald in neuem, altem Glanz

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Kirchenpfleger Helmut Waldmann in „seiner“ Kirche. Wo jetzt lange Risse klaffen, wird bald wieder einer der früheren Seitenaltäre stehen. Im Juli soll die Pfarrkirche wieder benutzbar sein. Die offizielle Einweihung durch den Weihbischof mit Dankgottesdienst findet am 30. September 2018 statt.

Probstried – Seit letztem November ist die katholische Pfarrkirche in Probstried geschlossen. Nachdem massive Risse im Gemäuer festgestellt worden waren, wird das Gotteshaus, dessen romanischer Turm aus dem 11./12. Jahrhundert stammt, derzeit grundlegend saniert. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. Kirchenpfleger Helmut Waldmann erläutert die Hintergründe.

Der Innenraum der Pfarrkirche St. Cornelius und Cyprian ist momentan nicht wiederzuerkennen. Das gesamte Kirchenschiff ist eingerüstet, der Hochaltar und das Gestühl sind mit Planen abgedeckt, die Wände kahl und ohne Putz. Deutlich erkennbar sind die tiefen Risse im Mauerwerk, die freigelegt und nun von einer Spezialfirma sachgerecht behandelt werden. Einer dieser Risse reicht vom Beichtstuhl bis zum Dach. 

Andere durchziehen die Wände von außen bis innen. „Die Standsicherheitsprüfung, die das Bistum Augsburg in Auftrag gegeben hatte, hat gezeigt, dass sich zudem das Mauerwerk im oberen Bereich nach außen bewegt“, erklärt Waldmann. „Das muss aufgefangen werden.“ Im Zuge dessen wird das morsche Dachgebälk erneuert (bei der Dachsanierung 2005 waren nur neue Latten und Dachplatten aufgebracht worden) und auch der rostig gewordene eiserne Glockenstuhl wird durch einen neuen aus Eichenholz ersetzt. Somit wuchs sich die ursprünglich erwartete kleine Innenrenovierung zu einer großen Sanierung im Millionenbereich aus.

Die Wände hat der Reicholzrieder Kirchenmalermeister und Restaurator Gebhard Eyerschmalz bereits in mühevoller Handarbeit vom losen Putz befreit. Im Dachgewölbe hat ein Stuckateur seine Arbeit aufgenommen. Die Kirche soll künftig in neuem, altem Glanz erstrahlen. „Wir sind im Dachboden des Pfarrhofes auf die beiden alten Seitenaltäre gestoßen, die bis in die 1950er oder 60er Jahre hier gestanden hatten. Sie werden nun wieder ihre Heimat an ihrem angestammten Platz in der Kirche finden. Darüber freuen sich viele Bürger, die sich noch aus jungen Jahren an diese Altäre erinnern. Auch der Hochaltar wird wieder zu seiner früheren Größe ergänzt“, so Waldmann. 

Eine weitere Veränderung ist die Entnahme dreier Sitzreihen im vorderen Kirchenbereich. „Hier haben wir dann Platz für Chöre. Zudem werden wir bequeme Sitzgelegenheiten für gehbehinderte Mitbürger aufstellen und haben endlich Raum für Besucher, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Sie müssen dann nicht mehr im hinteren Bereich oder im Mittelgang ihren Platz suchen.“

Das Bistum Augsburg unterstützt die 1,3 Millionen Euro teuren Arbeiten mit 720.000 Euro. Die Marktgemeinde Dietmannsried steuert weitere 60.000 Euro zu. „Wir hatten außerdem einiges an Eigenmitteln. Jetzt müssen wir noch eine Lücke von 30.000 Euro schließen. Dazu sind einige Aktionen geplant.“ Waldmann ist optimistisch: „Ich hoffe, dass wir das hinbekommen. Die Bürger und Vereine sind schon jetzt sehr großzügig.“

Sabine Stodal

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