"Nicht immer nur Golfgrün"

Projekte für ein bienenfreundliches Kempten

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Pflanzprojekte, ein Bienengarten, praktisches und theoretisches Wissen sollen in Kempten bald dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhalten.

Kempten – Das große Thema Insektensterben beschäftigt auch Kemptens Klimaschutzmanager Thomas Weiß, der im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz den Zusammenhang von Klimawandel und Biodiversität betonte.

Um die Biodiversität auf städtischen Flächen zu fördern, sind verschiedene Projekte geplant, wie ein Pflanzprojekt mit der Berufsschule III und Landwirtschaftsschülern auf einem Grundstück am Petzenbühl; ein Bienengarten im Steinrinnenösch oder die Belebung der Essbaren Stadt. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit soll verstärkt werden, um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und das nicht nur durch Infomaterialien, sondern ebenso praktisch. So ist ein Wettbewerb für naturnahes Gärtnern geplant und auch für mehr Dachbegrünungen auf Gewerbebauten will Weiß einen Fokus richten.

Dass es mit der insektenfreundlichen Begrünung von Verkehrsinseln und Co. „ein längerer Prozess ist“, erklärte Baureferent Tim Koemstedt. Dafür benötige man nämlich magere, statt der vorhandenen fetten Böden, die deshalb erst noch entsprechend aufbereitet werden müssten.

Birgit Geppert (CSU) regte darüber hinaus Kemptens Mitgliedschaft bei „Pestizidfreie Stadt“ (ein Projekt des Umweltbundesamtes und BUND Natur) an und erkundigte sich nach dem bisherigen Einsatz von Pestiziden auf städtischen Grünflächen. Dazu war dem Baureferenten allerdings so ad hoc keine Aussage möglich. Theo Dodel-Hefele (Grünen) konnte sich allerdings nicht vorstellen, dass der bis vor Kurzem langjährige Stadtgärtner Uwe Gail überhaupt Pestizide eingesetzt habe und gab zu bedenken, dass es durch einen Beitritt aussehen könnte, man habe bislang damit gearbeitet. Auch OB Thomas Kiechle hielt nichts von „Schaufenstererklärungen“, zeigte sich aber offen für den Vorstoß, sollte sich herausstellen, dass es „Sinn macht“. Schließlich trage man schon Verantwortung für die biologische Vielfalt. 

Sowohl Dr. Dr. Robert Wiedenmann (FW) sprach sich dafür aus „ein Zeichen zu setzen“ und die Menschen für die Grünflächen zu sensibilisieren, als auch Lothar Köster (SPD), der es zudem wichtig fand, den Menschen zu vermitteln, „dass wir nicht immer Golf grün haben“, sondern Insektenwiesen eben nur zweimal im Jahr gemäht würden und deshalb auch nicht immer „so schön aussehen“.

Aus Sicht von Dieter Zacherle (FW) war die Essbare Stadt in Kempten „ein voller Schuss in den Ofen“, im Gegensatz zum Vorzeigebeispiel Andernach.

Christine Tröger

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