Schutzwaldpflege im Staatsforst

Pflegearbeiten machen den Wald fit für die Zukunft

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Forstwirt Hermann Karg fällt eine Fichte in einer WeißtannenGruppe.

Sonthofen – In den Hochlagen des Staatsforstes Großer Wald, südwestlich des Wertacher Hörnle wächst ein junger Schutzwald heran.

Die Forstwirte des Forstbetriebes Sonthofen führten Pflegearbeiten durch, um diesen Schutzwald fit für die Zukunft zu machen. „Anfang der 1990er-Jahre wurde der alte Schutzwald zwischen Wertacher Hörnle und Grünten, wie andernorts auch, durch Sturm- und Borkenkäferschäden stark in Mitleidenschaft gezogen“, weiß der zuständige Revierförster Rainer Ruf. 

Große Kahlflächen sind damals entstanden. Durch Pflanzungen und natürliche Ansamung von Fichten, Weißtannen, Buchen, Bergahorne, Weiden, Vogelbeeren und Birken wächst hier mittlerweile ein gemischter junger Schutzwald heran. Mit zunehmendem Wachstum der jungen Bäume treten Konkurrenzsituationen zwischen den verschiedenen Baumarten auf. Fichten, Birken, Weiden und zum Teil Vogelbeeren wachsen schneller als Weißtanne, Buche und Bergahorn. Es besteht die Gefahr, dass diese Baumarten untergehen. Aber gerade diese sind wichtig für einen stabilen Klimawald. 

Deshalb gilt es, steuernd einzugreifen. Die Forstwirte haben den Auftrag, den Jungwald systematisch abzulaufen und dort wo Tannen, Buchen oder Bergahornen von Fichten und sonstigen Laubhölzern bedrängt werden, diese wegzuschneiden. Nochmal Förster Rainer Ruf: „Am besten ist es, wenn mehrere Tannen, Buchen oder Bergahorne nebeneinanderstehen: Dann kann durch die Entnahme der anderen Baumarten jeweils eine kleine Gruppe einer gewünschten Mischbaumart gefördert werden. 

Wichtig ist, dass bei den vorhandenen Weiden, Birken und Vogelbeeren wirklich nur die Bäume gefällt werden, die Tannen, Buchen oder Bergahorne gefährden. Die anderen, die weiter weg stehen, sollen ruhig mitwachsen können. So bleibt die Artenvielfalt erhalten.“ „Der forstliche Fachbegriff für dieses Vorgehen heißt Mischwuchsregulierung bei der Jungbestandspflege. Die Jungbestandspflege ist für unsere Forstwirte eine fordernde Tätigkeit“, erklärt Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting. 

„Nach Arbeitsauftrag des zuständigen Revierförsters entscheidet der Arbeiter selbständig, welche Bäume stehenbleiben und gefördert werden müssen und welche Bäume zu fällen sind. So stellt er die Weichen für die zukünftige Zusammensetzung eines Waldbestandes.“ Insgesamt führt der Forstbetrieb Sonthofen im Jahr auf 180 ha Jungbestandspflegemaßnahmen durch. Laut Jann Oetting kostet das den Forstbetrieb Sonthofen rund 120.000 Euro pro Jahr. „Das Geld ist aber gut investiert für die Zukunft unseres Bergmischwaldes. Davon wenden wir ca. 40.000 Euro in der Schutzwaldpflege auf. Hier werden die Kosten weitgehend im Rahmen der besonderen Gemeinwohlleistungen von der Forstverwaltung – Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten übernommen“, freut sich der Staatsforsten-Chef. 

kb

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