Warum hat Religion mit Glaube zu tun?

"Das Phänomen der Weltreligionen"

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Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Thomas Woschnik, Vorsitzender der Christlichen Gemeinde eröffneten die Ausstellung „Weltreligionen“ im Foyer des Fürstensaals der Residenz in Kempten.

Kempten – Religion ist immer wieder ein zentrales Thema der modernen Gesellschaft. Die Ausstellung „Weltreligionen“ der Christlichen Gemeinde Kempten lädt die Besucher*innen ein, über die Fragen nach Religion und Glauben ins Gespräch zu kommen. Die Veranstalter möchten dabei unterstützen, verschiedene religiöse Einstellungen kennen und verstehen zu lernen. Die Ausstellung „Weltreligionen“ wurde Ende vergangener Woche im Foyer des Fürstensaals der Residenz in Kempten von Thomas Woschnik, dem Vorsitzenden der Christlichen Gemeinde eröffnet.

Die wichtigsten Religionen der Welt werden in einem Rundgang durch 13 Stationen präsentiert. Oberbürgermeister Thomas Kiechle sprach in seinem Grußwort die menschlichen Sehnsüchte und Empfindungen an, wie „Woher kommt der Mensch?“, „Wohin geht der Mensch?“ und das Streben nach einem sinnerfüllten Leben. So eint die Menschen eine tiefe Sehnsucht, die wir alle in uns spüren. 

Ein großer evangelischer Theologe des 20. Jahrhunderts, Paul Tillich, habe ihn persönlich besonders mit der Aussage „Religion ist das, was mich unbedingt angeht“ angesprochen, so Kiechle. Er wünschte der Ausstellung viele interessierte Menschen, die sich darauf einlassen. Nur durch Kenntnis entstehe Respekt und daraus Toleranz. Religion sei ein absolutes Auslaufmodell, ein Relikt aus alter Zeit, sagte Andreas Schmidt, der die Ausstellung im Auftrag des Gemeindevorstands begleitete. Es sei für die Mächtigen ein Mittel gewesen, andere zu unterdrücken. Und doch werde die Welt immer religiöser, befand er. Es könne niemand beweisen, was richtig oder falsch sei und dieses Nichtwissen verpflichte zur Toleranz, mahnte Woschnik. Wichtig sei, mit den anderen Religionen im Gespräch zu bleiben, es dürfe keine Gleichgültigkeit und Intoleranz aufgrund von Unkenntnis entstehen. 

Die Ausstellung möchte einen Überblick zu Glaubensinhalten verbunden mit Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Weltreligionen geben. Angefangen bei den Religionen der Naturvölker – dem Animismus, der Glaube an eine Seele nicht nur im Menschen, sondern auch in Dingen; über den Hinduismus, der geprägt ist von der Einhaltung der Pflichten und Regeln innerhalb einer Kaste bis zur Universalreligion Buddhismus, die alle Lebensbereiche umfasst mit dem Ziel, das Nirwana als höchste Stufe der Glückseligkeit zu erreichen. 

Auch fernöstliche Religionen wie Shintoismus, Konfuzianismus und Taoismus werden erklärt, bis hin zur Esoterik, eine nicht-christliche Alternative mit unterschiedlichen Auffassungen und Praktiken. Besonderen Raum nehmen die drei abrahamitischen Hauptreligionen Judentum, Christentum und Islam in der Ausstellung für alle Gläubigen ein. Sie erkennen nur einen einzigen Gott an und werden deshalb als monotheistische Religionen bezeichnet. Diese auch als Buchreligionen bekannten Konfessionen verbindet die Glaubensgrundlage der niedergeschriebenen, historischen Ereignisse. 

Und auch der Säkularismus, der für Atheismus und Materialismus steht und Religionen als einengend und realitätsfern betrachtet, ist in der Ausstellung präsent. Es wird die „Religion – ein weltweites Phänomen“ ebenso beleuchtet, wie die Entstehungsgeschichte der einzelnen Glaubensrichtungen und ihre Entwicklung bis in die heutige Zeit. So gibt es zu jeder der Religionen eine professionelle Messestation mit Schautafel und Ausstellungstisch. 

Die Glaubensinhalte werden mit Hilfe von Bild und Text erläutert und zahlreiche Exponate geben einen Einblick in das religiöse Leben, zum Beispiel verschiedene Totems und Amulette zu den Religionen der Naturvölker; oder die Thora, Bibel und Koran als Ausstellungsstücke im Bereich der Buchreligionen.

Am Ende der Ausstellung wird den Fragen nach dem Ziel der unterschiedlichen Glaubensrichtungen und den Unterschieden zwischen den Religionen und dem christlichen Glauben nachgegangen. Interessierte Gäste können noch bis diesen Sonntag, 29. September, die Ausstellung im Fürstensaal besuchen und an den angebotenen Führungen teilnehmen.

Christine Reder

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