Es kann losgehen

"Grünes Licht" für Stadtpark

+
Mit Wasserspielen soll der Bereich König-/Horchlerstraße/Friedensplatz aufgewertet werden. Zu sehen sind auch die geplanten Sitzbänke mit Witterungs- und Krähenschutz entlang der Flanken an der ZUM.

Kempten – Nach dem etwas missglückten ersten Versuch in der Sitzung des Bauausschusses vom 18. April, ist die Planung des Realisierungsteils zur Umgestaltung des Stadtparks nun in trockenen Tüchern.

Einstimmig hat das Gremium in seiner Sitzung vergangenen Montag grünes Licht für das – ohne Extras für die Festwoche – mit 3,3 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben gegeben. Beinhaltet ist der Wegfall der 37 Parkplätze vor dem Finanzamt. Ob und gegebenenfalls wie und wo sie im direkten Umfeld ersetzt werden, wird sich erst bei einem späteren Aufgreifen des jetzigen Ideenteils zeigen.

Warum die Planungen überhaupt in einen Realisierungs- und einen Ideenteil getrennt wurden, erklärte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann einmal mehr: Weil der Realisierungsteil „überschaubar“ und „schnell umsetzbar“ sei, der Ideenteil dagegen mehr Zeit erfordere. In jeden Fall bleibt es bei zwei Behindertenparkplätzen am Finanzamt.

Was nun konkret gemacht werden soll, stellte Dipl. Ing. Stefan Grieger vom Wettbewerbsgewinner-Büro Grieger Harzer Landschaftsarchitekten vor und überzeugte die Ausschussmitglieder. Sein erklärtes Ziel: „Wir wollen die Kemptener anregen, mehr Zeit im Stadtpark zu verbringen.“

Dazu beitragen sollen unter anderem „charakteristische Pflanzenwelten des Allgäus“ und eine große Liegewiese als Mittelpunkt des Parkes, die auch Raum für Kleinkunstveranstaltungen ermöglichen soll. Die Grünflächen sollen wie Inseln angelegt werden, deren Steineinfassungen mit gemütlichen Holzauflage zugleich Sitzmöglichkeit bieten sollen. Jede Grüninsel soll thematisch unterschiedlich bepflanzt werden. Für die Sitzbänke entlang der „Flanken“ im Bereich der ZUM soll ein spezieller Witterungs- und Krähenschutz aus Metallpfosten mit teiltransparenter und selbstreinigender Textilbespannung für Aufenthaltsqualität auch während der Brutzeit angebracht werden. Dieser wirke „sehr leicht“, erklärte Grieger, „wie Blütenblätter“ zwischen den Bäumen. Granitsteingepflasterte Wege sollen die Erreichbarkeit aller Ecken auch mit Kinderwagen, Rolli etc. sichern. Im nordwestlichen Teil des Parks ist vor allem ein großes Spielelement – eine Spielskulptur aus gebogenen Stahlelementen und zwischengespannten Kletternetzen – vorgesehen, die während der Festwoche in den Abendstunden besonders gesichert werden soll. Im Nordosten soll ein Wasserspiel die Aufenthaltsqualität an der Kreuzung König-/Horchlerstraße/Friedensplatz erhöhen. Dieses soll während der Festwoche, die laut Grieger nach intensiven Abstimmungsgesprächen mit der Festwochenleitung für den Stadtpark nur noch „minimalinvasiv“ sein werde, abgedeckt und als Stellfläche genutzt werden können. Statt einer durchgehenden Parkbeleuchtung soll der Park bei Dunkelheit durch „Spots“ beleuchtet werden und durch die beleuchtete Fassade des Finanzamts Wirkung erhalten.

Die Baukosten: 3,3 Millionen Euro – zum aktuellen Entwurfsstand. Extra dazu addieren sich schätzungsweise 300.000 für die Erneuerung des Ver- und Entsorgungssystems für die Festwoche. Zuschüsse sind sowohl aus dem Programm „Stadtgrün“ als auch aus der allgemeinen Städtebauförderung in Höhe von insgesamt 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu erwarten.

Auch eine „grobe Terminschiene“ wurde bereits vorgelegt, nach der bereits im Juli ausgeschrieben, im August/September die „konkrete“ Vergabe der Bauleistungen erfolgen und im Oktober 2018 (bis Juni 2019) mit den Bauausführungen begonnen werden soll.

Hans-Peter Hartmann (FW) beanstandete, dass nur Bänke, nicht aber das Spielgerät mit einem Krähenschutz ausgestattet würden. Dessen Standort sei so gewählt, erklärte Grieger, dass es – zumindest nach derzeitigem Stand – nicht direkt von den Nestern betroffen sei. „Natürlich gibt es auch Krähen, die sich dort im Flug entledigen“, räumte er ein, hielt eine Überdachung deswegen aber „für übertrieben“.

Zwei Millionen Euro sind laut OB Thomas Kiechle im Haushalt für das Projekt eingestellt, wie er auf Nachfrage von Erwin Hagenmaier (CSU) angab. Dieser befürchtete eine mögliche Kostenexplosion, unter anderem aufgrund der steigenden Handwerkerpreise. Bei der Schätzung sei man, beruhigte Grieger, „sehr hoch“ eingestiegen, so dass nicht damit zu rechnen sei. Wiedemann fügte an, dass Handwerker allgemein zwar derzeit gut ausgebucht seien, „aber viele bereits Interesse bekundet haben, sich an der Ausschreibung zu beteiligen“.

Es werde immer besser und „macht richtig Spaß“ freute sich Theo Dodel-Hefele (Die Grünen) überzeugt davon, „dass wir von anderen Städten beneidet werden“.

Christine Tröger

Auch interessant

Meistgelesen

Von Totentor und Totengasse bis hin zur kleinsten Ruhestätte Kemptens
Von Totentor und Totengasse bis hin zur kleinsten Ruhestätte Kemptens
Stadt findet auf alle Einwände der Bevölkerung eine Antwort
Stadt findet auf alle Einwände der Bevölkerung eine Antwort
Blick ins Glas war zu tief
Blick ins Glas war zu tief
Lese- und Rechtschreibschwäche? Mit dem LOS Kempten spart Ihr Kind ein Jahr!
Lese- und Rechtschreibschwäche? Mit dem LOS Kempten spart Ihr Kind ein Jahr!

Kommentare